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Abwasserkanal Emscher: letztes Kanalrohr verlegt

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Autor: Redaktion

Abwasserkanal Emscher: letztes Kanalrohr verlegt

„Weniger als zehn Jahre nach dem ersten Spatenstich für das zentrale Bauwerk unseres Generationenprojekts Emscher-Umbau liegen damit auf der Gesamtlänge von 51 km alle Rohrelemente zwischen dem Dortmunder Nordwesten und Dinslaken“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft (rechts im Bild). Er wohnte dem Moment des Meilensteins gemeinsam mit seinen beiden Vorstandskollegen und natürlich dem Projekt-Team bei.
„Aus grau wird blau! Der Abwasserkanal Emscher ist die Voraussetzung für die Abwasserfreiheit in der Emscher und für den naturnahen Umbau der Gewässer. Planung und Bau dieses Kanals, mit Tiefenlagen bis zu 40 m, waren eine ingenieurtechnische Meisterleistung, auf die unsere Kolleginnen und Kollegen bei der Emschergenossenschaft stolz sein können“, lobt Dr. Emanuel Grün, Technik-Vorstand bei der Emschergenossenschaft.
Nachhaltiger Beitrag
Raimund Echterhoff, Vorstand für Personal und Nachhaltigkeit, blickt bereits in die Zukunft: „Der nachhaltige Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität, den der Emscher-Umbau leistet wird hier eindrucksvoll bestätigt. Diese Kanalrohre sind die Basis des neuen Emscher-Deichs, auf dem ein neuer Fuß- und Radweg entsteht. Mit der hier entstehenden neuen Emscher-Aue schaffen wir einen Naherholungs- und Freizeitort, der im wahrsten Sinne auch erfahrbar sein wird.“
Der erste Spatenstich für den Abwasserkanal Emscher wurde vor fast zehn Jahren am 11. September 2009 gesetzt. Der AKE ist 51 km lang und reicht von Dortmund-Deusen bis Dinslaken. Aufgrund seines Gefälles von 1,5 Promille benötigt er auf dem Weg in Richtung Westen drei Pumpwerke (Gelsenkirchen, Bottrop und Oberhausen), damit das Abwasser in Dinslaken nicht in 75 m Tiefe ankommt – was zu tief zum Pumpen wäre!
Baufortschritt
So erreicht der AKE nun maximale Tiefenlagen von rund 40 m. Die unterirdischen Vortriebsarbeiten – auf einer Länge von 48 km zwischen Dortmund und Oberhausen – konnte die Emschergenossenschaft bereits im Juni 2017 fertigstellen. Den 35 km langen Abschnitt des Kanals von Dortmund über Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herne, Herten, Gelsenkirchen und Essen bis Bottrop nahm die Emschergenossenschaft ab September 2018 schrittweise bereits in Betrieb – inklusive der ebenfalls fertigen Pumpwerke Gelsenkirchen und Bottrop.
Der AKE westlich der Kläranlage Bottrop kann dagegen erst später in Betrieb genommen werden, da die Emschergenossenschaft aktuell noch mit Hochdruck am dritten Pumpwerk in Oberhausen arbeitet. Diese Anlage ist der finale Baustein des AKE-Systems. An dessen letzten 3,2 km hat die Emschergenossenschaft bis Ende August 2019 ebenfalls mit Hochdruck gearbeitet. Anders als der Abschnitt zwischen Dortmund und Oberhausen-Biefang, der im unterirdischen Verfahren verlegt wurde, setzten die Flussmanager die 3200 m Kanal zwischen der Baustelle des Pumpwerks Oberhausen und der Kläranlage Emscher-Mündung in Dinslaken in offener Bauweise ein.
Wie es weitergeht
Die Einleitstelle des Abwassers in den AKE entsteht nun im Rahmen des Baus des Pumpwerks Oberhausen. Das Pumpwerk selbst soll Mitte 2021 fertig sein. Die Inbetriebnahme des Gesamtsystems plant die Emschergenossenschaft aktuell für Ende 2021. Der zuletzt verlegte AKE-Kanalabschnitt wird bis dahin bereits längst unter dem neu entstehenden Emscher-Deich „verschwunden“ sein. Dieser wird deutlich südwestlicher liegen als der aktuelle Deich und künftig die neue Begrenzung der ebenfalls neu entstehenden Emscher-Auenlandschaft im Holtener Bruch bilden. Das Areal wird damit zu einem echten ökologischen Schwerpunkt im Rahmen des Emscher-Umbaus – denn hier hat die Emschergenossenschaft den Platz, um die Emscher aus ihrem schnurgeraden Bett herauszuholen und in eine neue kurvenreichere und naturnähere Trasse zu legen. „In diesem Bereich wird der EmscherUmbau seinen städtebaulichen Charakter unter Beweis stellen. Für die bislang an der offenen Köttelbecke liegenden Oberhausener Stadtteile geht damit eine erhebliche Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität einher“, betont Uli Paetzel.

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