Generic filters
FS Logoi

Mit Erdgas jetzt den Klimaschutz ankurbeln

Die gesamte Republik blickt dieser Tage gebannt nach Berlin. Während die angehenden Koalitionäre hinter verschlossenen Türen eifrig nach gemeinsamen Schnittmengen suchen, stehen die Leitplanken für eine erfolgreiche Energiewende seit Langem fest: Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit sind – nicht erst seit der Energiewende – die Fixpunkte, nach denen sich der energiepolitische Kompass in Deutschland ausrichten sollte.

von | 14.11.17

Energiepolitischer Dialog 2017: v.l.n.r.: Dr. Carsten Voigtländer, Vaillant GmbH, Christoph Dammermann, Wirtschaftsministerium NRW, Matthias Killing, Moderation, Dr. Jörg Bergmann, Open Grid Europe GmbH, André Stinka, SPD-Landtagsfraktion NRW, Dr. Jens Andersen, Volkswagen AG

Diese energiepolitische Kontinuität in Zeiten politischer Veränderungen war auch eines der Hauptthemen des Energiepolitischen Dialogs der Open Grid Europe am 7. November 2017 in Essen. Im SANAA-Gebäude auf dem Gelände der Zeche Zollverein diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Landespolitik über ihre Erwartungen an die künftige Bundesregierung in Sachen Energiewende und ihre eigenen Vorstellungen, wie die Energiewende in der kommenden Legislaturperiode zum Durchbruch gelangen kann.
Die Diskutanten waren sich einig, dass der bisher eingeschlagene Weg in eine Sackgasse führt. Viel Geld für nur geringe CO2-Reduktion ist kein tragfähiges Konzept, so das übereinstimmende Fazit der Diskussionsteilnehmer.
Gasinfrastruktur ist bereit für die Energiewende
Stattdessen müsse es bei der Energiewende darum gehen, volkswirtschaftlich günstige Lösungen zu finden, und das nicht in 20 oder 30 Jahren, sondern bereits heute. Der stärkere Einsatz von Erdgas ist eine dieser Lösungen. Ob zur Stromerzeugung, im Wärmebereich oder in der Mobilität, Erdgas kann jetzt einen unmittelbaren Beitrag für den Klimaschutz leisten. Eine leistungsfähige Gasinfrastruktur, die sowohl bis zum Haushalt als auch zum Industriekunden reicht, ist bereits vorhanden und kann sich dem steigenden Bedarf weiter anpassen. Dieses wichtige Asset sollte bei der weiteren Ausgestaltung der Energiewende nicht unberücksichtigt bleiben.
Open Grid Europe bekennt sich zur intelligenten Sektorenkopplung
Eines der Schlagworte, das zudem die Diskussion beherrschte, war die intelligente Sektorenkopplung, also die volkswirtschaftlich sinnvolle Verknüpfung der Strom- und Gasinfrastruktur. „Wer noch immer glaubt, wir könnten ausschließlich mit grünem Strom das Klima retten, hat nicht verstanden. Es geht darum, die Energiewende zu einem Erfolg zu machen, ohne dabei den Wirtschaftsstandort und die Versorgungssicherheit aufs Spiel zu setzen. Darüber hinaus muss Energie für die Verbraucher bezahlbar bleiben. Daher müssen wir uns auf volkswirtschaftlich günstige Lösungen konzentrieren. CO2-Vermeidungskosten und die Akzeptanz der Bürger müssen darüber entscheiden, auf welche technischen Möglichkeiten wir setzen.“, appellierte Jörg Bergmann, Sprecher der Geschäftsführung der Open Grid Europe. Dabei sprach er sich zugleich dafür aus, dass die Politik flankierende Rahmenbedingen für die Energiewende schafft. Von der Politik erwarte Bergmann darüber hinaus klare Rahmenbedingungen in Richtung einer intelligenten Sektorenkopplung. „Unser gesamtes Energiesystem auf eine regenerative Grundlage umzustellen, geht nur gemeinsam mit der Politik. Wir werden unsere Hausaufgaben als Gasbranche erledigen und Gas grüner machen. Von der Politik erwarten wir uns hier einen klaren regulatorischen Rahmen, damit Schlüsseltechnologien wie das Power-to- Gas Verfahren Marktreife erlangen und konkurrenzfähig werden.“, betonte Bergmann. Explizit forderte er, die Systemdienlichkeit dieses Verfahrens regulatorisch anzuerkennen und es künftig von Umlagen, Abgaben und Steuern zu befreien.
Der Energiepolitische Dialog ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung der Open Grid Europe GmbH. Unter dem Titel „Mit intelligenter Sektorenkopplung die Energiewende gestalten!“ nahmen in diesem Jahr ca. 140 Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an der Debatte rund um Energiewende, Sektorenkopplung und die Rolle von Gas und Gasinfrastruktur teil.
Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren in diesem Jahr: Dr. Jens Andersen (Volkswagen AG, Konzernbeauftragter Erdgasmobilität), Dr. Jörg Bergmann (Open Grid Europe GmbH, Sprecher der Geschäftsführung), Christoph Dammermann (Staatssekretär im Wirtschaftsministerium NRW), André Stinka (MdL und Sprecher für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz der SPD-Landtagsfraktion), Dr. Carsten Voigtländer (Vaillant GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung) als Moderator Matthias Killing (SAT.1).

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Korrosionsgeschütztes Kanalrohr gewinnt Wärme aus Abwasser
Korrosionsgeschütztes Kanalrohr gewinnt Wärme aus Abwasser

Die Bernhard Müller Betonsteinwerk GmbH hat ein korrosionsgeschütztes Kanalrohr mit integriertem Wärmetauscher auf den Markt gebracht. Das Rohr gewinnt Wärme direkt aus dem durchfließenden Abwasser, ohne den Kanalbetrieb einzuschränken. Städte und Gemeinden erhalten damit eine zusätzliche Option für die kommunale Wärmeplanung.

mehr lesen
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein

Die RWE Power AG hat am 6. Juli mit dem Bau eines Verteilbauwerk für eine Rheinwassertransportleitung in Grevenbroich-Allrath gestartet. Ab 2030 soll das Bauwerk eine Bündelungsleitung vom Rhein mit zwei Trassen zu den künftigen Tagebauseen Hambach und Garzweiler verbinden. So soll Rheinwasser in die beiden Tagebauseen geleitet werden und damit die geplante Flutung der Restlöcher ermöglichen.

mehr lesen
Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten
Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten

Mit dem symbolischen Spatenstich für „H₂Coastlink 1“ startet EWE NETZ den Bau einer 24 Kilometer langen Wasserstoffleitung zwischen Emden und Leer. Sie verbindet künftig den Elektrolyseur in Emden mit dem Wasserstoff-Kernnetz. An die Leitung sollen weitere Leitungen des Wasserstoff-Kernnetzes angeschlossen werden.

mehr lesen
INES-Gas-Szenarien: Marktbedingungen gefährden Wiederbefüllung der Gasspeicher
INES-Gas-Szenarien: Marktbedingungen gefährden Wiederbefüllung der Gasspeicher

Die Initiative Energien Speichern e.V. (INES) hat am 7. Juli ihr aktuelles Juli-Update der Gas-Szenarien veröffentlicht. Die Modellanalysen zeigen: Technisch ist eine Befüllung der deutschen Gasspeicher bis zum 1. November 2026 auf den gebuchten Stand* von 76 % weiterhin möglich. Ob dieses Niveau tatsächlich erreicht wird, hängt jedoch entscheidend von den Marktbedingungen ab. Die derzeitigen Preisentwicklungen setzen kaum Anreize zur Einspeicherung von Gas und gefährden damit die Versorgungssicherheit für den kommenden Winter.

mehr lesen
OOWV: Rekordinvestitionen stärken Infrastruktur im Nordwesten
OOWV: Rekordinvestitionen stärken Infrastruktur im Nordwesten

Erneut kräftig investiert hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband im vergangenen Jahr in seine Infrastruktur: 107 Mio. Euro für die Wasserversorgung und 58 Mio. Euro im Bereich der Abwasserbeseitigung. Die Zahlen gehen aus dem Jahresabschluss hervor, den die Verbandsversammlung am 30. Juni beschlossen hat. Gegenüber 2024 entspricht dies nochmals einer leichten Steigerung.

mehr lesen

Publikationen zum Thema