Der Netzbetreiber Avacon treibt den Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter voran. Im Netzgebiet, das sich von Niedersachsen über Sachsen-Anhalt bis nach Nordrhein-Westfalen und Hessen erstreckt, waren Stand 01.01.2026 mehr als 155.000 Anlagen aus Wind-, Solar- und anderen erneuerbaren Energiequellen angeschlossen. Zusammen stellten sie rund 15 GW installierte Leistung bereit – das entspricht etwa einem Fünftel der zu Spitzenzeiten in Deutschland nachgefragten elektrischen Leistung. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten Erneuerbaren-Energien-Report des in Helmstedt ansässigen Netzbetreibers hervor.
„Die zweite Halbzeit der Energiewende findet im Verteilnetz statt“, sagt Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender von Avacon. „Die Zahl der angeschlossenen Anlagen und die installierte Leistung zeigen, welche zentrale Rolle Verteilnetzbetreiber dabei spielen. Durch die Digitalisierung unserer Netze, einen zielstrebigen Smart-Meter‑Rollout sowie konsequenten Netzausbau sorgen wir dafür, dass das Tempo der Energiewende hoch bleibt.“
Großer Anteil der Windenergie in Niedersachsen und Sachsen‑Anhalt
Vor allem in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ist ein erheblicher Teil der Windenergie an das Avacon-Netz angeschlossen. In Niedersachsen waren Anfang des Jahres rund 2.500 Windenergieanlagen mit dem Netz des Unternehmens verbunden, das entspricht etwa 40 % aller Onshore-Anlagen im Bundesland. In Sachsen-Anhalt stellten etwa 1.400 Anlagen rund die Hälfte des gesamten Anlagenbestands dar.
Auch bei der installierten Leistung zeigt sich die Bedeutung des Netzes: In Niedersachsen entfielen rund 6,5 GW und damit etwa 46 % der Onshore-Windleistung auf das Avacon-Netz. In Sachsen-Anhalt waren es mit rund 3 GW mehr als die Hälfte der installierten Windleistung an Land.
Dynamischer Zubau bei Wind- und Solarenergie
Wie stark das Tempo der Energiewende zuletzt angezogen hat, zeigt der Blick auf die vergangenen Jahre. Lag die installierte Erneuerbaren-Leistung im Avacon-Netzgebiet vor zehn Jahren noch bei etwas mehr als 9 GW, ist sie bis Anfang 2026 auf etwa 15 GW gestiegen. Der Zuwachs geht sowohl auf den Ausbau der Wind- als auch der Solarenergie zurück.
Besonders deutlich ist die Entwicklung bei Solarstrom: Die Zahl der angeschlossenen Photovoltaik-Anlagen hat sich im gleichen Zeitraum von rund 30.000 auf mehr als 150.000 nahezu verfünffacht. Rund 35.000 neue Erzeugungsanlagen wurden 2025 insgesamt angeschlossen – rechnerisch drei bis vier Anlagen pro Stunde.
Digitalisierung als Lösungsansatz
Analog zum Netzausbau treibt Avacon die Digitalisierung der Infrastruktur konsequent voran. Mithilfe eines systematischen Auslastungsmonitorings lassen sich insbesondere in der Hochspannung Übertragungskapazitäten von Leitungen um bis zu 60 % temporär erhöhen – abhängig von der Witterung.
„Der konsequente Einsatz digitaler Technologien ist für uns ein wesentlicher Baustein, um die vorhandenen Netze leistungsfähiger, flexibler und zukunftssicher aufzustellen“, betont Matthias Boxberger.
Bereits heute sind im Netzgebiet von Avacon eine große Anzahl digitaler Ortsnetzstationen im Einsatz. Sie ermöglichen eine gezielte Steuerung der Stromflüsse, die Erschließung zusätzlicher Netzkapazitäten, eine schnellere Behebung von Versorgungsstörungen sowie die Vermeidung kostenintensiver Baumaßnahmen.
Ein weiterer wesentlicher Faktor für die effiziente Auslastung der Netze ist der umfassende Einsatz intelligenter Messsysteme. Mit einer Rolloutquote von rund 30 % liegt Avacon deutlich über den gesetzlichen Vorgaben.
(Quelle: Avacon)






