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Dommel setzt auf gute Ausbildung und Arbeitssicherheit

Auf der Suche nach Lösungsansätzen wurde man auf das Forschungsprojekt "Mentorenprogramm zur Verbesserung der Ausbildungsqualität und des gelebten Arbeitsschutzes auf Baustellen" der Bergischen Universität Wuppertal aufmerksam.

von | 16.02.17

Bundesweit sind die Mitarbeiter der Sanierungstechnik Dommel GmbH aus Hamm im Einsatz, um für ihre Kunden ein breites Spektrum an Kanalsanierungsleistungen zu erbringen. Das Unternehmen ist Teil der Unternehmensfamilie um die Bauunternehmung Bernhard Heckmann GmbH & Co. KG, die derzeit in zehn verschiedenen Ausbildungsberufen insgesamt ca. 60 junge Menschen ausbildet. Dommel bietet grabenlose Reparatur-, Renovierungs- und Erneuerungs-Verfahren für Abwassersysteme an, betreibt eine eigene Kanaldienstleitung und ist im „sanierungsbegleitenden“ Tiefbau gut aufgestellt. Auch durch dieses umfassende Leistungsportfolio sind die Sanierungsprofis auf kompetente Fachkräfte angewiesen. Ein wichtiger Grund für das Sanierungsunternehmen, das derzeit sieben junge Männer zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice ausbildet, die Ausbildung des Nachwuchses auf einer soliden Basis aufzubauen. Um möglichst frühzeitig in Kontakt mit möglichen Kandidaten für eine Ausbildung zu kommen, betreibt die Unternehmensfamilie Heckmann ein intensives Azubi-Marketing. Hierzu greift man u. a. auf die Möglichkeiten des Bauindustrieverbandes zurück. Angepasst auf die Unternehmensphilosophie hat man bei Heckmann zusätzlich eine eigene Ausbildungsbroschüre erarbeitet, die einen Überblick über die verschiedenen Ausbildungsberufe bietet. Die Kanalspezialisten von Dommel profitieren zusätzlich von der Image-Werbung u. a. durch den VDRK – Verband der Rohr- und Kanal-Technik-Unternehmen e.V., dessen gezielt auf die Abwasserbranche abgestimmte Azubi-Broschüre einen ersten Einblick in den Ausbildungsberuf „Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice“ vermitteln soll. Der jährliche Auftritt auf einer regionalen Bildungsmesse gehört ebenfalls zur selbst ernannten Pflicht. Aufmerksamkeit erreicht Dommel auch durch gezielte, teils provokante Stellenanzeigen und einen eigenen Ausbildungsbereich auf der Internetseite des Unternehmens. Durch Kooperationen mit Schulen, Praktikumsangebote, bezahlte Ferienjobs und geförderte Einstiegsqualifizierungsprogramme (EQJ) der Arbeitsagentur bewegt sich das Unternehmen direkt auf Jugendliche als potentielle Bewerber zu.
Hohe Kundenanforderungen als Auslöser
Es ist der Firma Dommel außerdem ein großes Anliegen, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten. Daher führte der Fachbetrieb schon 2010 das Arbeitsschutzmanagementsystem AMS BAU der BG Bau ein und bewältigte auch das zweite Wiederholungsaudit vor kurzem erfolgreich. Die Unfallhäufigkeit und die 1000-Mann-Quote als Messgrößen für das Unfallgeschehen lagen auf den Dommel-Baustellen in den zurückliegenden Jahren in etwa auf dem Wert, der auch den Mittelwert der gesamten Bauindustrie darstellte. „Das hat uns und vor allem unseren Kunden nicht gereicht.“ so Dommel-Geschäftsführer Benedikt Stentrup über die Motivation, die Bemühungen um den Arbeitsschutz zu intensivieren. „Wir sanieren auch die Abwasserkanäle namhafter Industriebetriebe in der Chemiebranche. Hier gilt es eine Unfallhäufigkeit von Null zu erreichen und genau das haben wir uns als wichtiges Ziel gesetzt.“ Bei der Auswertung des Unfallgeschehens in der Vergangenheit ließen sich zwei Schwerpunkte ausmachen: Zum einen stellten die meisten Arbeitsunfälle „Bagatellunfälle“ ohne größere gesundheitliche Folgen (z. B. oberflächliche Schnittverletzung mit Cuttermessern) dar; zum anderen war die Altersgruppe der unter 25-jährigen Mitarbeiter überproportional betroffen. Auf der Suche nach Lösungsansätzen wurde man im August 2015 auf das Forschungsprojekt “Mentorenprogramm zur Verbesserung der Ausbildungsqualität und des gelebten Arbeitsschutzes auf Baustellen” der Bergischen Universität Wuppertal aufmerksam. Basierend auf der allgemeinen Beobachtung, dass in Handwerksbetrieben verschiedener Ausbaugewerke die Abbrecher-, Durchfall- und Unfallquote der Auszubildenden überdurchschnittlich hoch liegt, wurde ein Patenschaftsprogramm entwickelt, bei dem jedem Azubi ein Mentor in Form eines Gesellen zugeordnet wird. Der jeweilige Geselle ist für den ihm zugeordneten Azubi sowohl Ansprechpartner für alle ausbildungsrelevanten Belange als auch für die Vermittlung und Überprüfung der Rahmenplaninhalte zuständig. Die bisherigen Erfahrungen in den kleinen Betrieben lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Azubis fühlen sich ernst genommen und haben ein gesteigertes Interesse am Unternehmen und ihren Aufgaben. Die Kommunikation zwischen Meister, Gesellen und Azubis hat sich deutlich verbessert, in Feedbackgesprächen wurde eine höhere Motivation der Azubis, aber auch der Gesellen festgestellt, insbesondere, weil letzteren das Gefühl einer Wertschätzung für ihren Einsatz bei der Ausbildung vermittelt wurde. Auf Seiten der Meister gab es eine deutliche Entlastung und insgesamt stellte sich ein familiäreres Zusammengehörigkeitsgefühl ein.
Erste Erfolge schon messbar?
Auch wenn die Umsetzung des Patenprogrammes gerade erst begonnen hat, scheinen sich bereits die ersten Erfolge einzustellen: Seitdem das Thema Arbeitssicherheit auch im Rahmen des Mentorenprojekts bei Dommel noch intensiver diskutiert wurde und gleichzeitig die aktuellen Unfallzahlen über eine Infotafel bei der morgendlichen Abfahrt der Kolonnen am Bauhof visualisiert wurden, haben sich die Unfallzahlen bereits reduziert: Die Unfallhäufigkeit und die 1000-Mann-Quote konnten im Kalenderjahr 2016 bereits signifikant gegenüber den Vorjahren gesenkt werden. Bei diesen Kennzahlen liegt das Hammer Kanalsanierungsunternehmen nun deutlich unter den Vergleichswerten der Bauindustrie. Grundsätzlich ist man bei der Sanierungstechnik Dommel und in der gesamten Unternehmensfamilie Heckmann aus eigener Erfahrung überzeugt, dass das Engagement als aktiver Ausbildungsbetrieb ein sehr gutes Mittel ist, um dem vielzitierten Fachkräftemangel auch in der Baubranche und speziell in der Kanalsanierung entgegenzuwirken.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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