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BAM baut europaweit neuartige Testplattform für sichere Wasserstoffpipelines auf

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) errichtet für 3,8 Mio. Euro eine Testplattform für den sicheren Betrieb von Wasserstoff- und Wasserstoff-Erdgas-Pipelines. Die Anlage soll Industrie und Gasnetzbetreibern die Möglichkeit bieten, technische Fragestellungen schnell und praxisnah zu lösen, und insgesamt den Markthochlauf von Wasserstoff in Deutschland deutlich beschleunigen. Erste Teile der aus verschiedenen Modulen bestehenden […]

von | 29.04.22

vor BLEVE-Unterfeuerungsversuch von vakuumisolierten kryogenem Flüssigwasserstofftank lH2 auf dem Sprengplatz 2 auf dem TTS in Horstwalde; Schwerpunkt Wasserstoff

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) errichtet für 3,8 Mio. Euro eine Testplattform für den sicheren Betrieb von Wasserstoff- und Wasserstoff-Erdgas-Pipelines. Die Anlage soll Industrie und Gasnetzbetreibern die Möglichkeit bieten, technische Fragestellungen schnell und praxisnah zu lösen, und insgesamt den Markthochlauf von Wasserstoff in Deutschland deutlich beschleunigen. Erste Teile der aus verschiedenen Modulen bestehenden Testplattform, die ein in Europa bisher einzigartiges Spektrum an Prüfmöglichkeiten umfasst, sollen Anfang 2023 in Betrieb gehen.

Um die Klimaziele zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren, kommt grünem Wasserstoff eine entscheidende Rolle zu. Für die Speicherung und den Transport des Gases ist wiederum ein sicheres Pipelinenetz unabdingbar. Neben dem Aufbau einer neuen Gasnetz-Infrastruktur für reinen Wasserstoff wird aktuell auch die Umwidmung der vorhandenen Erdgasnetze diskutiert. In sie soll Wasserstoff zu einem bestimmten Prozentsatz eingeleitet werden.

Vorher sind jedoch eine Reihe sicherheitstechnischer Fragestellungen zu klären, damit der sichere und dauerhafte Betrieb der vorhandenen Infrastruktur gewährleistet werden kann. Dazu zählen etwa die Eignung der Materialien in dem historisch gewachsenen und mehrere tausend Kilometer langen Pipelinenetz sowie hunderttausende Schnittstellen zu Haushalten und Betrieben. Wasserstoffmoleküle, die besonders klein sind, können in Werkstoffe diffundieren und zu Rissen und anderen Defekten führen.

Die Klärung dieser Fragen sowie die Ableitung geeigneter Sicherheitsmaßnahmen sind nur durch Tests unter Realbedingungen möglich. Sie stehen im Fokus der ganzheitlichen Testplattform der BAM. Sie wird u.a. Module zur Prüfung der Absorption, Permeation oder Akkumulation von Wasserstoff in Werkstoffen und Bauteilen enthalten sowie eine Online-Präzisionsanalytik.

Neben der Errichtung der Testplattform baut die BAM auf ihrem zwölf Quadratkilometer großen Testgelände Technische Sicherheit in Brandenburg weitere umfassende Prüfmöglichkeiten für moderne Wasserstofftechnologien auf. Geplant sind u.a. ein Hochdruckprüfstand bis 1000 bar, ein Prüffeld für Flüssigwasserstoff sowie eine weitere Testplattform zur Untersuchung aller technischen Vorgänge rund um eine Wasserstofftankstelle. Das Testareal ist Teil des Wasserstoff-Kompetenzzentrums H2Safety@BAM, in dem bereits heute rund 130 Mitarbeiter*innen der BAM tätig sind.

(Quelle. BAM/2022)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Grüner Wasserstoff soll immer mehr fossile Energieträger ersetzen. Das Foto zeigt einen vakuumisolierten kryogenen Flüssigwasserstofftank vor einem Test auf dem Testgelände Technische Sicherheit der BAM (TTS). Quelle: BAM

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