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Baustart für Power-to-Heat-Anlage in Berlin-Mitte

Die BEW Berliner Energie und Wärme, der Strom-Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und Stromnetz Berlin realisieren zusammen den Bau einer Power-to-Heat-Anlage (PtH-Anlage) am Heizkraftwerk (HKW) Berlin Mitte. Die Inbetriebnahme der 120-MW-Anlage ist bis Ende 2028 geplant.

von | 06.05.26

Erster Spatenstich am 4. Mai: (v.l.n.r.) Staatssekretär Dr. Severin Fischer (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe), Dr. Kerstin Busch (Geschäftsführerin Technik BEW), Dr. Dirk Biermann (COO 50Hertz) und Bernhard Büllmann (Geschäftsführer Personal und Finanzen Stromnetz Berlin GmbH)
Foto: BEW/Julian Miller

„Für ein Stromsystem mit immer mehr Wind und Solarenergie brauchen wir flexible Verbraucher, die kurzfristig Leistung aufnehmen, wenn Strom im Überfluss vorhanden ist“, so Dr. Dirk Biermann, Chief Operations Officer (COO) von 50Hertz. „Power-to-Heat am HKW Mitte ist genauso ein Baustein: Er hilft unserer Systemführung, Netzengpässe zu entschärfen und macht erneuerbaren Strom dort nutzbar, wo er gebraucht wird – für die Wärmeversorgung der Hauptstadt.“

Die geplante PtH-Anlage soll Strom aus Wind- und Solaranlagen bei hoher Netz-Einspeisung und damit drohenden Stromnetzengpässen im Nordosten Deutschlands innerhalb weniger Minuten in Fernwärme für das Berliner Fernwärmenetz umwandeln. 50Hertz finanziert maßgeblich das Projekt mit bis zu 75 Mio. Euro, die BEW übernimmt als Bauherr und Betreiber der Anlage deren Bau. Der Netzanschluss soll über das Hochspannungsnetz von Stromnetz Berlin erfolgen.

Nutzen statt Abregeln

Die Anlage kommt im Engpassmanagement von 50Hertz zum Einsatz, wenn im Osten Deutschlands mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, als aktuell verbraucht werden kann. Statt Windkraft- oder Photovoltaikanlagen abzuregeln, nimmt die neue Power-to-Heat-Anlage den überschüssigen Strom auf und speist ihn als Wärme in das Berliner Fernwärmenetz ein. Dadurch wird ein geringerer Gaseinsatz im Heizkraftwerke Berlin-Mitte nötig, CO2-Emissionen werden reduziert und die Wärmeversorgung der Kunden wird vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt.

Erzeugung erneuerbarer Wärme

Bereits in den ersten fünf Betriebsjahren soll die PtH-Anlage durch den geringeren Einsatz von Erdgas im Heizkraftwerk Berlin-Mitte sowie durch die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien jährlich rund 76.000 Tonnen CO2 vermeiden. Im Vollbetrieb soll die Anlage im Winter mehr als 30.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen und im Sommer ausreichend Warmwasser für etwa 360.000 Haushalte bereitstellen können. Zusätzlich ist auf dem neu entstehenden Gebäude ein Retentionsdach in Kombination mit einer Photovoltaikanlage vorgesehen. Die Dachfläche wird somit doppelt genutzt – zur Entlastung der Kanalisation und zur Erzeugung von erneuerbarem Strom.

„Mit der Power-to-Heat-Anlage am HKW Mitte wird der Strom aus Wind- und Solaranlagen direkt für rund 30.000 Fernwärmekund:innen nutzbar und hilft die CO2-Emissionen zu senken“, sagt Dr. Kerstin Busch, Geschäftsführerin Technik der BEW. „So setzen wir die Wärmewende in Berlin im laufenden Betrieb um – auf dem Weg zur klimaneutralen Fernwärme bis 2045.“

Projektdetails

Das Vorhaben soll den Neubau eines Gebäudes für die Anlagentechnik, drei Elektrodenkessel mit jeweils 40 MW thermischer Leistung, zwei Netztransformatoren (110/22 kV) sowie eine Schaltanlage umfassen. Weiter soll von der BEW die bestehende Fernwärmepumpstation zur Erhöhung der hydraulischen Kapazitäten im Fernwärmenetz erneuert werden. Außerdem ist am Standort Mitte perspektivisch eine Flusswasserwärmepumpe geplant.

(Quelle: 50Hertz)

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