Möglich macht das eine neue Einspeiseanlage mit Anschlussleitung Richtung Rull, die nach knapp drei Jahren Projektlaufzeit in Betrieb genommen wurde. Das Gesamtinvestitionsvolumen betrug rund 9 Mio. Euro. Mit einer Einspeiseleistung von bis zu 700 Nm³ Biogas pro Stunde liefert die Anlage jährlich bis zu 35 Mio. kWh Gas. Das eingespeiste Biogas stammt aus nachwachsenden Rohstoffen der Landwirtschaft, sowie Reststoffen wie Mist und Gülle und wird direkt in der Region aufbereitet. So wird nicht nur die Umwelt entlastet, sondern auch die regionale Energieunabhängigkeit gestärkt.
Nachhaltige Kreislaufwirtschaft vor Ort
Die Biogasanlage verarbeitet nachwachsende Rohstoffe aus der landwirtschaftlichen Produktion – hinzu kommen Gülle und Mist. Diese werden im Biogasprozess vergoren und als erneuerbare Energie nutzbar gemacht. Die dabei entstehenden Gärreste werden als hochwertiger Dünger in der Landwirtschaft weiterverwendet. So schließt sich der regionale Nährstoffkreislauf, und Emissionen aus unkontrollierter Ausbringung oder Lagerung werden zusätzlich reduziert.
Durch die Einspeisung von Biogas anstelle fossiler Erdgasquellen werden mehrere tausend Tonnen CO₂ jährlich vermieden. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz auf kommunaler Ebene und unterstreicht die Bedeutung solcher Projekte für das Erreichen nationaler und europäischer Klimaziele.
Ein weiterer Vorteil: Biogas ist speicherbar. Im Gegensatz zu Wind- oder Sonnenenergie lässt sich das erzeugte Biomethan in bestehenden Untergrundspeichern über Monate hinweg lagern und bedarfsgerecht abrufen. So ergänzt die Anlage wetterabhängige Stromerzeugung durch erneuerbare Energien optimal – besonders in den energieintensiven Wintermonaten. Diese Speicherfähigkeit macht Biogas zu einem verlässlichen Baustein für eine stabile Energieversorgung in der Zukunft.
Anbindung an das öffentliche Gasnetz
Das aufbereitete Biogas wird über eine rund 2,75 km lange Anschlussleitung zur Station Rull geleitet. Dort erfolgt die nahtlose Einspeisung in das bestehende Erdgasnetz. Die technische Infrastruktur sorgt für eine sichere Übergabe und erfüllt höchste Anforderungen an Netzqualität, Druckregelung und Überwachung. Die hochverfügbare Verdichteranlage mit redundanter Auslegung gewährleistet eine zuverlässige Einspeisung.
In enger Zusammenarbeit mit zahlreichen regionalen Partnern und den Betreibern konnte das anspruchsvolle Infrastrukturprojekt für die Biomethan Groß-Hesepe GmbH & Co. KG erfolgreich realisiert werden. Die Anlage wurde heute mit Blick auf die Energieversorgung von morgen geplant. Technische Redundanzen, moderne Messtechnik und eine leistungsfähige Netzanbindung stellen sicher, dass die Biogaseinspeisung auch im zukünftigen H-Gas-Netz, ab 2028 stabil und flexibel bleibt.
Im Rahmen der Inbetriebnahme feierten alle Projektbeteiligten gemeinsam am 28. August 2025 diesen Meilenstein: Bei einer Besichtigung der Biogasanlage und der neuen Einspeiseeinheit konnten sich Gäste vor Ort ein Bild vom Umfang und der Bedeutung des Projekts machen.
(Quelle: Nowega)









