Die Initiative reagiert auf eine Entwicklung, die viele Akteure zunehmend unter Druck setzt: Projekte in der Wasser- und Abwasserinfrastruktur werden komplexer, während gleichzeitig erfahrene Fachkräfte ausscheiden und Wissen verloren geht. Entscheidungen in Planung, Bau und Betrieb haben oft Auswirkungen über Jahrzehnte hinweg und müssen dennoch unter Zeitdruck und Unsicherheit getroffen werden.
In vielen Projekten fehlt heute genau das Wissen, das früher über Jahre in den Teams gewachsen ist“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Robert Stein, Initiator der Brancheninitiative. „Wir wollten einen Weg finden, dieses Wissen nicht nur zu sichern, sondern so aufzubereiten, dass es im entscheidenden Moment auch wirklich genutzt werden kann.“
Vor diesem Hintergrund haben sich Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen der Wasserinfrastruktur zusammengeschlossen, um ihr Praxiswissen zu bündeln und jederzeit zugänglich zu machen. Das Ergebnis ist die neue Plattform PIPEWISE, die im Mai auf der Weltleitmesse IFAT, dem wichtigsten Branchentreff für Wasser- und Umwelttechnologien, erstmals vorgestellt wurde.
PIPEWISE ist als digitale Weiterbildungsplattform konzipiert, die gezielt auf die Anforderungen des Projektalltags ausgerichtet ist. Im Fokus stehen Bau- und Sanierungsverfahren, Verfahrensprozesse sowie deren praktische Anwendung. Gerade diese Verfahrensapplikationen werden anhand konkreter Bau- und Sanierungsmaßnahmen aufwendig visualisiert und didaktisch aufbereitet.
Dadurch erhalten Nutzer die Möglichkeit, Bau- und Sanierungsverfahren in einem Detaillierungsgrad nachzuvollziehen, der selbst vielen Bauleitern im realen Projektgeschehen häufig nicht zugänglich ist. So schafft PIPEWISE einen einzigartigen Zugang zu prozessbezogenem Erfahrungs- und Anwendungswissen. Die Inhalte basieren auf Erfahrungen aus der Branche selbst und werden aus unterschiedlichen Perspektiven zusammengeführt. So entsteht ein gemeinsamer Wissensraum, der über einzelne Organisationen hinausgeht und unterschiedliche Blickwinkel integriert.
„Gerade in einer Branche, in der Fehlentscheidungen langfristige Folgen haben können, ist es entscheidend, Wissen schnell und verlässlich verfügbar zu machen“, so Stein. „Unser Anspruch ist es, praxisnahe Weiterbildung neu zu denken und damit einen Beitrag zur Qualität von Infrastrukturprojekten zu leisten.“






