Durchgeführt hatte die Online-Befragung zum H2-Marktindex 2025 das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln gGmbH (EWI) im Auftrag der folgenden Verbände:
- Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK (AGFW)
- Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW)
- H2Global Stiftung, Verband der Automobilindustrie (VDA)
- Verband der Chemischen Industrie (VCI)
- Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK)
- VDMA
- Verband kommunaler Unternehmen (VKU).
Zentrale Ergebnisse der Umfrage
- Rund 70 % der befragten Marktteilnehmer erwarten einen breiten Einsatz von grünem Wasserstoff in der Energieversorgung.
- Der H2-Marktindex sinkt leicht auf 41 von 100 Punkten – nach 44 Punkten im Jahr 2024.
- Während der Infrastrukturbereich leicht zulegt, verlieren andere Kategorien an Dynamik.
- Hauptgründe für die gedämpfte Stimmung sind hohe Investitionskosten, unklare Rahmenbedingungen und ein langsamer Infrastrukturausbau.
Bewertung der vier zentralen Untersuchungskategorien
- Infrastruktur:
Der einzige Bereich mit positivem Trend. Der Indexwert steigt auf 35 Punkte (2024: 31). Fortschritte beim geplanten Wasserstoff-Kernnetz sorgen für Aufwind. Allerdings hemmen fehlende rechtliche Regelungen für Verteilnetze und Speicherprojekte den weiteren Ausbau. - Innovationsumfeld:
Mit 55 Punkten bleibt das Innovationsumfeld auf hohem Niveau stabil. Hervorzuheben sind die Zunahme von Patentanmeldungen und die Weiterentwicklung technischer Standards, die auf eine starke Forschungsdynamik hindeuten. Damit zeigt die Branche Innovationskraft und Zukunftspotenzial. - Politisch-regulatorischer Rahmen:
Hier verschlechtert sich die Bewertung auf 38 Punkte (2024: 41). Überregulierung, komplexe Genehmigungsprozesse und mangelnde Kohärenz der europäischen Vorgaben gelten laut Befragten als größte Hindernisse. Auch die Förderkulisse wird nur als bedingt überzeugend beurteilt, da Förderzugänge und -bedingungen oft zu kompliziert sind. - Marktentwicklung:
Die schwächste Kategorie im aktuellen H2-Marktindex. Mit 37 Punkten (2024: 45) fällt die Bewertung deutlich. Fehlende Nachfrageimpulse, hohe Strompreise und ein Mangel an langfristiger Investitionssicherheit bremsen die wirtschaftliche Entwicklung des Marktes.
Treiber und Hemmnisse des Markthochlaufs
- Wichtigste Markttreiber:
o Politische Zielsetzungen, die klare Ausbauziele für Wasserstoff festlegen (52 %)
o Größere Investitionssicherheit durch langfristige Strategien (44 %)
o Öffentliche Förderprogramme und finanzielle Unterstützung (43 %) - Größte Hemmnisse:
o Hohe Investitionskosten für Produktion, Transport und Speicherung (52 %)
o Hohe Projektrisiken und fehlende Planungssicherheit (52 %)
o Begrenzte Wasserstoffverfügbarkeit, insbesondere in der frühen Markthochlaufphase (47 %)
Fazit
Der H2-Marktindex 2025 zeigt: Die Wasserstoffbranche in Deutschland blickt verhaltener in die Zukunft. Zwar rechnet die große Mehrheit weiterhin mit einer Schlüsselrolle von klimaneutral erzeugtem Wasserstoff im Energiesektor, doch die Gesamtbewertung des Markthochlaufs fällt schwächer aus als im Vorjahr.
Branchenvertreter fordern übereinstimmend verlässliche politische Weichenstellungen, klare rechtliche Rahmenbedingungen und technologieoffene Förderung, um den Wasserstoffmarkt wettbewerbsfähig zu machen und die Energiewende voranzubringen.
Weitere Informationen und Gesamtgutachten unter: www.h2-marktindex.de.
(Quelle: DVGW)









