Ziel der Kooperation von Thyssengas und Cogas ist es, der grenznahen Region Twente im Osten der Niederlande frühzeitig eine Perspektive für die Versorgung von Industrie und Mittelstand mit Wasserstoff zu eröffnen. Das Vorhaben wird von einem deutsch-niederländischen Konsortium unterstützt, dem unter anderem die Province of Overijssel, H2Hub Twente und Techland angehören.
„Gemeinsam mit Cogas haben wir erkannt, welche Potenziale grenzübergreifende Partnerschaften für den Wasserstoff-Hochlauf schaffen, und diese konkret nutzbar gemacht“, erklärt Dr. Stefanie Kesting, CEO von Thyssengas. „Über das T-Stück bringen wir regionale Bedarfe mit europäischer Infrastruktur zusammen. So erschließt unsere H2-Leitung Vlieghuis-Ochtrup den Zugang zum niederländischen Importmarkt und stärkt über die Anbindung des T-Stücks an das deutsche Wasserstoff-Kernnetz die Versorgungsperspektive für Industrie und Mittelstand in der Region Twente.”
Regionale Bedeutung des Projekts
Das T-Stück soll im Jahr 2027 an der H2-Leitung Vlieghuis-Ochtrup in der Nähe von Nordhorn errichtet werden. Es bildet die technische Verbindung zu einer bislang ungenutzten Erdgasleitung des niederländischen Netzbetreibers Cogas, die künftig auf den Transport von Wasserstoff umgestellt wird. Die Leitung verläuft von der deutsch-niederländischen Grenze bis südlich von Denekamp in der Provinz Overijssel. Damit erhält die Region Twente Zugang zum deutschen Wasserstoff-Kernnetz, um langfristig die Industriezentren in Enschede, Hengelo und Almelo zu versorgen.
Die Anbindung eines niederländischen Verteilnetzbetreibers über einen deutschen Fernleitungsnetzbetreiber an das H2-Kernnetz ist in dieser Form bislang einzigartig. Thyssengas verbindet damit seine regionale Präsenz in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit einer europäischen Perspektive für den Wasserstoffhochlauf.
Ausbau der H2-Infrastruktur in Twente
Das geplante T-Stück schafft den Anschluss an die Thyssengas-Leitung Vlieghuis-Ochtrup, deren Inbetriebnahme laut Entwurf des Netzentwicklungsplans 2025 für Ende 2027 vorgesehen ist. Die 53 km lange Pipeline wird derzeit für den Transport von Wasserstoff umgerüstet und gilt als erste grenzüberschreitende Wasserstoffleitung zwischen den Niederlanden und Deutschland. Sie ist Teil des deutschlandweiten Wasserstoff-Kernnetzes sowie der Initiative GET H2 und ermöglicht den Zugang zum niederländischen Importmarkt.
Durch die Nähe zur Grenze kann die Verbindung in der Region Denekamp über eine rund 300 m lange Leitung an das T-Stück realisiert werden. Dadurch soll Twente frühzeitig den erwarteten Wasserstoffbedarf von Industrie und Mittelstand decken und seine Klimaziele erreichen.

Ein deutsch-niederländisches Konsortium aus 13 Partnern möchte den Aufbau der H2-Infrastruktur in Twente vorantreiben. Quelle: Thyssengas
Länderübergreifende Partnerschaft
Darüber hinaus hat ein Konsortium aus 13 deutschen und niederländischen Partnern eine Vereinbarung unterzeichnet, die über die Realisierung des T-Stücks hinausgeht. Ziel der Zusammenarbeit ist der Aufbau einer regionalen Wasserstoffinfrastruktur in Twente sowie die Stärkung der grenzüberschreitenden Kooperation. Die Unterzeichnung fand auf dem Twente Safety Campus in Enschede statt. Dort entsteht unter dem Namen „HyField“ in Kooperation mit Cogas ein neuer Test- und Ausbildungsstandort für Wasserstoff, der im Sommer 2026 den Betrieb aufnehmen soll.
Dem Konsortium gehören neben Thyssengas und Cogas folgende Partner an: die Gemeinden Enschede, Almelo, Hengelo und Oldenzaal, die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, Oost NL, Techland, H2Hub Twente, Twenteboard, Energy Strategy Twente (RES Twente) sowie die Provinz Overijssel.
(Quelle: Thyssengas)









