Bereits bei der Antragstellung hat das Steinbeis Europa Zentrum mitgewirkt: Es half bei der Ermittlung von Kennzahlen für die Wirkungsanalyse und entwickelte eine vorläufige Strategie für die Markteinführung der Projektlösungen.
Das Projekt trägt den Namen UNCOVER und soll Technologien zur CO₂-Umwandlung näher an den industriellen Einsatz und die Marktreife bringen. Gestartet ist das Vorhaben im September, die Laufzeit beträgt 4 Jahre. Die Gesamtleitung des Projekts liegt beim Instituto Tecnológico de Aragón in Spanien, die technische Koordination übernimmt die University of Valladolid.
Drei Industriestandorte als Emissionsquellen
Das Projekt setzt an drei Emissionsquellen an: einer Biogasaufbereitungsanlage in einem Abfallwirtschaftsbetrieb, einem Biomassekessel in einem holzverarbeitenden Betrieb und einem Klinkerofen in einem Zementwerk. An diesen Standorten demonstrieren die Partner die Umwandlungstechnologien im industriellen Maßstab.
Zum Einsatz kommen 6 CO₂-Umwandlungstechnologien sowie eine sekundäre Umwandlungstechnologie. Daraus entstehen 10 verschiedene Produkte: 3 Pigmente, Mikroalgenbiomasse, Biomethanol, Bioformaldehyd, mikrobielles Protein, Polyhydroxybutyrat und carbonatbasierte Zementstoffe.
Die Produkte durchlaufen anschließend eine Validierung für Anwendungen in Chemie, Kraftstoffen und Bauwesen. Sie sollen fossile und ressourcenintensive Rohstoffe ersetzen. Integrierte Lebenszyklusanalysen und techno-ökonomische Analysen liefern dazu Daten zu Umweltwirkung, Energiebedarf, Kosten und Skalierbarkeit – Aufgaben, die auch in den Verantwortungsbereich des Steinbeis Europa Zentrums fallen.
Ziele bis 2050
Projektkoordinator Pablo González vom Instituto Tecnológico de Aragón erläuterte das Ziel: „UNCOVER soll zeigen, dass CO₂ als Rohstoff genutzt werden kann, um biologisch abbaubare Kunststoffe, Harze für Holzwerkstoffplatten, kohlenstoffarme Kraftstoffe und zementbasierte Materialien herzustellen, die hinsichtlich Kosten, Leistung und Nachhaltigkeit mit fossilen Alternativen konkurrieren können. Durch die Demonstration von sieben CCU-Routen im industriellen Maßstab an drei realen industriellen Emissionsquellen schaffen wir die Evidenzbasis, die die europäische Industrie benötigt, um die CO₂-Nutzung zu skalieren und die industrielle Dekarbonisierung zu beschleunigen.“
Die Projektpartner planen über die 4-jährige Laufzeit hinaus. Bis 2032 soll die Einführung von 3 großskaligen CO₂-Umwandlungstechnologien beginnen. 3 bis 5 CO₂-basierte Produkte sollen dann fossile und ressourcenintensive Rohstoffe ersetzen.
Bis 2040 könnten nach Einschätzung der Projektpartner insgesamt 31 der entwickelten Technologien zum Einsatz kommen. Sie würden rund 0,1 Megatonnen CO₂ abscheiden und schätzungsweise 150 Arbeitsplätze sowie 180 Millionen Euro Gewinn für Technologieentwickler schaffen. Bis 2050 könnte die breitere Einführung der Technologien europaweit bis zu 250 Megatonnen CO₂ abscheiden, davon 1,6 Megatonnen durch die im Projekt entwickelten Technologien. Zugleich könnte Europas Abhängigkeit von importierten fossilen Rohstoffen um bis zu 10 Prozent sinken.
Konsortium aus 19 Partnern
Das Konsortium umfasst 6 Industrieunternehmen, 5 kleine und mittlere Unternehmen, 3 Forschungs- und Technologieorganisationen, 4 Universitäten und einen Branchenverband. Zu den Industrieunternehmen zählen Urbaser, Sonae Arauco España, Holcim Polska, Allmicroalgae Natural Products, Viscofan España und Ercros.
Als kleine und mittlere Unternehmen sind neben dem Steinbeis Europa Zentrum die Unternehmen Energo, Syspro Automation, Biotrend und Chimar beteiligt. Die Forschungspartner Associação Oceano Verde und Holcim Innovation Center ergänzen das Konsortium ebenso wie die Universitäten Zaragoza, Imperial College London und die Silesian University of Technology. CO2 Value Europe vertritt als Branchenverband die Interessen der CO₂-Nutzungsbranche.






