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Erster Erdgasspeicher wird vollständig auf H-Gas umgestellt

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Autor: Kathrin Mundt

Erster Erdgasspeicher wird vollständig auf H-Gas umgestellt

Die Storengy Deutschland stellt ihren Erdgasspeicher Lesum (Bremen) im Rahmen der Marktraumumstellung gemeinsam mit dem Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie Deutschland auf hochkalorisches Gas (H-Gas) um. Mit der Umstellung des Erdgasspeichers Lesum auf H-Gas wird ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit in Deutschland geleistet. Kunden können seit dem 1. April 2021 kommerzielles H-Gas am Speicher einspeisen.

Marktraumumstellung in Deutschland

Die Reserven des traditionell in der Niederlande und in Deutschland geförderten niederkalorischen Erdgases (L-Gas) verknappen sich zunehmend, so dass der deutsche Erdgasmarkt, der zu rund einem Viertel mit L-Gas versorgt wird, bis 2030 auf H-Gas umgestellt werden muss. H-Gas enthält einen höheren Methananteil und weist daher im Vergleich zu L-Gas einen höheren Brennwert auf. Der Erdgasspeicher Lesum ist an das Erdgasnetz der Gasunie angeschlossen; bei der Planung und Koordination der Umstellung haben der Fernleitungsnetzbetreiber und der Speicherbetreiber eng kooperiert.

Umstellung erfolgt in vier Phasen

Um für die Kunden einen optimalen Übergang beim Umstellungsprozess zu gewährleisten, erfolgt die H-Gas-Umstellung in vier Phasen. Bis zum 31. März 2021 haben die Speicherkunden ihr Arbeitsgasvolumen in Form von L-Gas regulär ein- und ausspeichern können mit der Maßgabe ihr Arbeitsgasvolumen zum 1. April 2021 vollständig ausgelagert zu haben.

  • Phase 1: Ab dem 1. April 2021 erfolgt die kommerzielle Umstellung auf H-Gas. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Auslagerung der erforderlichen L-Gasmengen, in Form von Anteilen des Kissengases bis unter den üblichen minimalen Kavernendruck.
  • Phase 2: Am 29. Juni 2021 erfolgt die Umstellung des Netzabschnittes und der obertägigen Anlagen, wobei der Großteil der notwendigen Anpassung an verfahrenstechnischen Anlagenkomponenten bereits im Vorfeld und die Anpassungen an brenntechnischen Anlagenkomponenten nach der Umstellung, jeweils im laufenden Betrieb, erfolgen.
  • Phase 3: Ab Juli 2021 beginnt die Wiederbefüllung der Kavernen mit H-Gas bis zu einem maximalen Füllstand. Ziel ist es, das neu eingefüllte H-Gas mit dem verbliebenen Anteil von L-Gas in Form von Kissengas in ein angemessenes Verhältnis zu bringen, damit sich das in der Mischung ergebende Gas den marktüblichen Spezifikationsanforderungen an H-Gas entspricht.
  • Phase 4: Ab Oktober 2021 steht der Speicher zur Auslagerung für den Winter 2021/22 bereit.

„Bei diesem Großprojekt der deutschen Erdgaswirtschaft legen wir sehr großen Wert darauf, die Verfügbarkeit für unsere Kunden auf kommerzieller sowie auch auf technischer Ebene zu 100 % sicherzustellen“, so Alexander Eichhorn, Performance Ingenieur Asset Management und Projektverantwortlicher bei Storengy Deutschland. „Gemeinsam mit der Gasunie Deutschland arbeiten wir bereits seit insgesamt vier Jahren in sehr enger Abstimmung und nach höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards an diesem Projekt, um die Versorgungssicherheit sicherzustellen.“

Dennis Schulle, Referent technisches Asset Management und Projektverantwortlicher bei Gasunie Deutschland zeigt sich mit dem Verlauf der Umstellung sehr zufrieden: „Als Fernleitungsnetzbetreiber nehmen wir unsere Verantwortung bei diesem technisch hochkomplexen Projekt sehr ernst und begleiten unsere Partner in allen notwendigen Prozessen. Nur durch ein gemeinsames Handeln und Planen kann die Marktraumumstellung gelingen und liefert einen langfristigen Beitrag zu einer sicheren und wirtschaftlichen Versorgung mit Energie.“

Hintergrund: Erdgasspeicher Lesum

Der Erdgasspeicher Lesum liegt nördlich von Bremen an der Lesum und wurde im Jahre 2000 in Betrieb genommen. Der Kavernenspeicher verfügt über zwei Kavernen in einer Tiefe von ca. 1.250 bis 1.800 m in einem Zechstein Salzstock. Er hat ein Arbeitsgasvolumen von rund 143 Mio. Normkubikmetern sowie eine maximale Einspeicherleistung von 105.000 Normkubikmetern pro Stunde bzw. eine Ausspeicherleistung von 220.000 Normkubikmetern pro Stunde. Er gehörte zu den wenigen L-Gasspeichern in Deutschland.

Über Storengy

Die Storengy Deutschland GmbH gehört zu den größten Erdgasspeicherunternehmen Deutschlands. Sie ist ein Tochterunternehmen der Storengy SAS, die im ENGIE-Konzern dessen weltweite Gasspeicheraktivitäten bündelt. In Europa ist Storengy Marktführer für Speicherdienstleistungen – Planung, Bau und Betrieb von Speicheranlagen sowie die Vermarktung von Gasspeicherkapazitäten gehören zum Kerngeschäft. Die Storengy Deutschland GmbH betreibt deutschlandweit sechs Gasspeicher und vermarktet deren Gasspeicherkapazitäten. Die Storengy Deutschland Betrieb GmbH, 100%ige Tochtergesellschaft der Storengy Deutschland GmbH, setzt die technische Betriebsführung für die Erdgasspeicher um und erbringt ebenfalls Dienstleistungen (Betrieb und Wartung) für Standorte Dritter. Mit einer zentralen Leitwarte in Hannover wird ein Remote-Betrieb für technische Anlagen sichergestellt. Firmensitz in Deutschland ist Berlin. Als innovativer Partner für eine CO2-freie Energiewende stellt die Storengy ihre Expertise weltweit zahlreichen Partnern zur Verfügung, um Geothermieprojekte (Wärme- und Stromproduktion) sowie Energiespeicher- und Power-to-X-Lösungen zu entwickeln.

Über Gasunie

Gasunie ist ein führendes europäisches Gasinfrastruktur-Unternehmen. Es dient dem öffentlichen Interesse, bietet integrierte Transport- und Infrastruktur-Dienstleistungen an. Dabei verfolgt Gasunie höchste Sicherheits- und Geschäftsstandards. Rund ein Viertel des europäischen Gasbedarfs werden durch die Pipelines des Gasunie transportiert. Die Hauptaktivitäten von Gasunie erstrecken sich auf zwei Kernbereiche: regulierte Transportdienstleistungen über die Gastransportnetze in den Niederlanden und in Deutschland sowie weitere Infrastrukturdienstleistungen im Energiesektor, die auch gemeinsam mit anderen Partnern angeboten werden.

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