Generic filters
FS Logoi

Erster Kabeleinzug in Bayern: SuedOstLink nimmt Fahrt auf

Im bayerischen Landkreis Hof ist ein bedeutender Meilenstein für das Gleichstromprojekt SuedOstLink erreicht: Der Netzbetreiber TenneT hat mit dem Einzug der ersten Kabel die Realisierungsphase des Vorhabens eingeläutet. Dieses zukunftsweisende Infrastrukturprojekt soll ab 2027 Windenergie aus dem Nordosten Deutschlands in den Süden und Sonnenstrom aus Bayern in den Norden transportieren, um die Versorgungssicherheit und den Klimaschutz zu stärken.

von | 03.12.24

Die Kabeltrommel des Herstellers Prysmian steht bereit
Quelle: TenneT

Präziser Planungs- und Bauablauf

Die Grundlage für den Start der Bauarbeiten bildete der Planfeststellungsbeschluss der Bundesnetzagentur vom 27. September für den bayerischen Abschnitt C1. Dieser reicht von Münchenreuth im Landkreis Hof bis Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel. Direkt nach der Genehmigung begann TenneT mit den umfassenden Vorbereitungen für diesen zentralen Bauabschnitt.

Tim Meyerjürgens, CEO von TenneT, betonte Anfang November die Bedeutung dieses Fortschritts: „Der erste Kabeleinzug für den SuedOstLink ist ein entscheidender Schritt zu einem modernen und klimafreundlichen Stromnetz. Das Projekt wird Realität und steht sinnbildlich für die Energiewende in Aktion. Wir müssen mit diesem Tempo weitermachen, um Deutschlands Energiewende erfolgreich umzusetzen.“

Zeitplan und Bohrverfahren

Die Umsetzung des Projekts erfolgt nach einem detaillierten und ambitionierten Zeitplan. Zunächst werden Kabelgräben in einer Tiefe von etwa 1,90 Metern ausgehoben und mit Schutzrohren ausgestattet. Diese Rohre dienen später der Aufnahme der Gleichstromkabel. Nachdem die Rohre verlegt sind, werden die Gräben wieder verschlossen.

Besonders anspruchsvoll gestaltet sich die Arbeit an Stellen, an denen der SuedOstLink Straßen, Eisenbahntrassen oder Flüsse kreuzt. Dort kommen spezialisierte Techniken wie das Spülrohr-, Pressbohr- oder Mikrotunnelverfahren zum Einsatz, die lediglich eine Start- und Zielgrube sowie begrenzte Baustellenflächen erfordern.

Logistik und Technik beim Kabeleinzug

Für den eigentlichen Kabeleinzug werden die schweren Kabeltrommeln über den Bayernhafen Regensburg oder den Hafen Kelheim per Schwerlasttransporte zu den Baustellen gebracht. Vor Ort werden Muffengruben ausgehoben, in denen die Kabel mithilfe von Seilwinden in die Schutzrohre eingezogen und anschließend verbunden werden. Eine Kabeltrommel reicht für Abschnitte von bis zu 1,7 Kilometern. Nach dem Einzug wird die Muffengrube wieder geschlossen, und die Kabel sind dauerhaft unterirdisch verlegt.

Das gesamte Bauvorhaben ist auf eine termingerechte Umsetzung ausgerichtet. Der SuedOstLink soll ab 2027 den Betrieb aufnehmen und damit als eine der zentralen Stromautobahnen der Energiewende Wind- und Solarenergie effizient zwischen Nord und Süd Deutschlands transportieren. Das Engagement und die Präzision bei der Umsetzung dieses Projekts zeigen, wie die Energiewende in die Praxis umgesetzt werden kann.

Weitere Informationen 

(Quelle: TenneT)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Zwei Schlauchlining-Verfahren sanieren Bremer Mischwasserkanal
Zwei Schlauchlining-Verfahren sanieren Bremer Mischwasserkanal

Die Swietelsky-Faber GmbH hat in Bremen einen 620 Meter langen Mischwasserkanal saniert und dabei bewusst zwei unterschiedliche Schlauchlining-Verfahren kombiniert: UV-härtendes GFK-Lining und warmhärtendes Synthesefaserlining. Das Bauvorhaben zeigt beispielhaft, warum eine technologieoffene Verfahrensauswahl statt pauschalem Produktlobbyismus über Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit einer Kanalsanierung entscheidet.

mehr lesen
Bilanz nach 25 Jahren: 1.400 Kilometer Druckrohrleitungen saniert
Bilanz nach 25 Jahren: 1.400 Kilometer Druckrohrleitungen saniert

Die Rädlinger primus line GmbH hat innerhalb von 25 Jahren mehr als 1.400 Kilometer Druckrohrleitungen in über 60 Ländern saniert. Aus dem 2001 gegründeten Unternehmen ist ein internationaler Servicepartner für grabenlose Sanierungsverfahren geworden. Rund 1.300 Projekte und 110 Installationspartner belegen diese Entwicklung.

mehr lesen
Talsperren bewahren die Ruhr vor dem Trockenfallen
Talsperren bewahren die Ruhr vor dem Trockenfallen

Im Einzugsgebiet der Ruhr sind im Juli nur 22 Millimeter Niederschlag gefallen, 77 Prozent weniger als üblich, wie der Ruhrverband am 7. August mitgeteilt hat. Ohne den Ausgleich durch das Talsperrensystem wäre der Fluss am Pegel Villigst bei Schwerte an 18 von 31 Tagen streckenweise trockengefallen.

mehr lesen
Wärmewende: Studie bestätigt Rolle von Wärmepumpen und Wärmenetzen
Wärmewende: Studie bestätigt Rolle von Wärmepumpen und Wärmenetzen

Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE und Öko-Institut haben die zweite Ausgabe ihrer Studie zur kommunalen Wärmeplanung vorgelegt. Darin haben sie die Ergebnisse aus rund 380 Wärmeplänen von etwa 940 Kommunen ausgewertet. Die Untersuchung bestätigt, dass Wärmepumpen und Wärmenetze die tragenden Säulen der künftigen Wärmeversorgung in Deutschland bilden, zeigt jedoch weiterhin Lücken bei den Annahmen zu Gebäudesanierung, Biomasseeinsatz und industrieller Prozesswärme.

mehr lesen
Behörde benennt Prüfstelle für Niederschlagswasser an Bahnanlagen
Behörde benennt Prüfstelle für Niederschlagswasser an Bahnanlagen

Das Eisenbahn-Bundesamt hat das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur als Prüfstelle für dezentrale Niederschlagswasserbehandlungsanlagen an Bahnanlagen benannt, wie das Institut am 5. August mitgeteilt hat. Hersteller können die Reinigungsleistung ihrer Systeme damit künftig für den Einsatz an Gleisanlagen nachweisen lassen, wo neben Schwermetallen auch Herbizide im Abfluss auftreten können.

mehr lesen

Publikationen zum Thema