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EWE und ArcelorMittal Bremen beschließen nächste Wasserstoff-Kooperation

Der Stahlhersteller ArcelorMittal Bremen und der Energiedienstleister EWE wollen gemeinsam weitere Wasserstoffprojekte umsetzen und damit die Transformation der Region auf dem Weg in die Klimaneutralität voranbringen. Bereits im April 2023 haben ArcelorMittal Bremen, EWE und die EWE-Tochter swb den Grundstein für den Bau einer 10-MW-Wasserstofferzeugungsanlage in Bremen gelegt. Die Elektrolyseanlage bildet die Basis für die […]

von | 25.01.24

Bei der Stahlherstellung in Bremen will ArcelorMittal grünen Wasserstoff einsetzen - geliefert von EWE aus Erzeugungsanlagen in Emden und Bremen
Copyright: Kerstin Rolfes

Der Stahlhersteller ArcelorMittal Bremen und der Energiedienstleister EWE wollen gemeinsam weitere Wasserstoffprojekte umsetzen und damit die Transformation der Region auf dem Weg in die Klimaneutralität voranbringen. Bereits im April 2023 haben ArcelorMittal Bremen, EWE und die EWE-Tochter swb den Grundstein für den Bau einer 10-MW-Wasserstofferzeugungsanlage in Bremen gelegt. Die Elektrolyseanlage bildet die Basis für die grüne Stahlproduktion im deutschen Nordwesten. Sie soll dieses Jahr in Betrieb gehen. Mitte Januar haben ArcelorMittal Bremen und EWE eine Absichtserklärung zur Lieferung von grünem Wasserstoff in großen Mengen unterzeichnet. Ziel ist es, die CO2-Emissionen bei der Stahlherstellung deutlich zu reduzieren. Das Vorhaben stellt einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer vollständig dekarbonisierten Stahlindustrie in Bremen dar. Ab voraussichtlich 2028 soll grüner Wasserstoff aus einer 320-MW-Erzeugungsanlage in Emden nach Bremen geliefert werden.

Stefan Dohler, EWE-Vorstandsvorsitzender, kommentiert: „Die Energiewende wird nur mit dem Einsatz von Wasserstoff gelingen. Davon bin ich überzeugt. Durch die Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien wird die Voraussetzung geschaffen, industrielle Prozesse wie z.B. die Stahlherstellung klimaneutral zu gestalten. Wasserstoff ist damit eine unverzichtbare Komponente, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen und um die drei Sektoren Energie, Mobilität und Industrie zu koppeln“. Entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette plant EWE daher gemeinsam mit Partnern Projekte und setzt diese nach und nach um – von der Erzeugung aus Erneuerbaren, über die Speicherung und den Transport bis zur Anwendung, vor allem in der Industrie und im Schwerlastverkehr.

Frank Hohlweg, Chief Operating Officer und Vorstandsmitglied von ArcelorMittal Bremen, sagt: „Grüner Wasserstoff ist für unsere zukünftige Stahlerzeugung ein wesentlicher Bestandteil, um unsere Produktion zu dekarbonisieren. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den kompletten Technologiewechsel möglich zu machen. Dafür sollen in Zukunft unsere Hochöfen durch neue Elektrolichtbogenöfen und eine Direktreduktionsanlage ersetzt werden. Dort wollen wir zukünftig Wasserstoff anstelle von Kohle als chemisches Reduktionsmittel einsetzen und damit die CO2-Emissionen weiter in Richtung Net-zero senken. Bis grüner Wasserstoff in ausreichender Menge und zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar ist, planen wir in der Übergangsphase den Einsatz von Erdgas, womit die Emissionen bereits um mehr als 60 % reduziert werden. Mit dem Einsatz von grünem Wasserstoff werden wir dann den entscheidenden Schritt in Richtung CO2-freier Produktion gehen.“

Verbindendes Großprojekt „Clean Hydrogen Coastline“ als Basis

Ausgangspunkt der großtechnischen Herstellung des grünen Wasserstoffs für ArcelorMittal Bremen ist Stefan Dohler zufolge das verbindende Großprojekt „Clean Hydrogen Coastline“. Dieses bringt Erzeugung, Speicherung, Transport und Nutzung in der Industrie zusammen und setzt damit die politischen Forderungen um. Mit dem Großprojekt hatte sich EWE im Februar 2021 im Rahmen des europäischen IPCEI-Programmes (Important Projects of Common European Interest) für eine Förderung beworben und im Mai 2021 die zweite Stufe des Verfahrens erreicht. Aktuell wird die Förderung auf europäischer Ebene immer noch geprüft.

ArcelorMittal hat für die Umstellung der Produktionstechnologie von Hochöfen auf Elektrolichtbogenöfen mit Direktreduktionsanlangen nationale Fördermittel beantragt, die ebenfalls noch von der EU-Kommission genehmigt werden müssen.

EU-Fördergenehmigung und zügige Bundesfinanzierung der Fördermittel notwendig

Beide Manager sind sich einig, dass für die Vorhaben eine baldige Fördergenehmigung auf europäischer Ebene notwendig ist. Ziel der Kooperation ist es, durch frühes und mutiges Engagement einen Hochlauf der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland und in der EU zu verwirklichen. Eine dauerhafte Investitionssicherheit für die Umsetzung von Großprojekten wie „Clean Hydrogen Coastline“ oder die Umstellung von Produktionstechnologien ist dafür essenziell. Wasserstoff in ausreichender Menge und zu wettbewerbsfähigen Preisen ist ebenso notwendig für die Umsetzung wie die zügige Fördermittelgenehmigung der EU-Kommission als rechtliche Voraussetzung für die Investitionen. Ohne wettbewerbsfähige Preise und Mengen, feste Zusicherung der Fördermittel, zügige Fördermittelbereitstellung und schnelle Genehmigungsverfahren können die Unternehmen ihre Projekte voraussichtlich nicht, bzw. nicht im geplanten Zeitrahmen umsetzen.
Hintergrundinformationen

EWE will an systemdienlichen Standorten nahe der deutschen Nordseeküste bis zu 400 MW Elektrolysekapazität aufbauen, aus der je nach Absatzmarkt jährlich bis zu 40.000 t grüner Wasserstoff produziert werden können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Erzeugungskapazitäten bedarfsgerecht bis in den Gigawatt-Maßstab auszubauen. Der grüne Wasserstoff soll auch bei ArcelorMittal Bremen zum Einsatz kommen. Transportiert werden soll der Wasserstoff aus den EWE-Anlagen über Wasserstoffpipelines, die u.a. im Großprojekt „Clean Hydrogen Coastline“ gebaut werden, ebenso wie im geplanten Vorhaben „HyPerLink“ des Ferngasnetzbetreibers Gasunie. Diese Leitungsanbindungen sind Teil des geplanten Wasserstoffkernnetzes. Durch die Positionierung der EWE-Produktionsanlagen an wichtigen Offshore-Anbindungspunkten besteht zudem die Möglichkeit, den Import von grünem Wasserstoff zu integrieren.

Weitere gemeinsame Wasserstoffaktivitäten in Umsetzung

Neben dem geplanten Einsatz von grünem Wasserstoff aus EWE-Erzeugungsanlagen im Nordwesten engagieren sich die Partner EWE und ArcelorMittal Bremen bereits für weitere Wasserstoffprojekte. Im April 2023 haben ArcelorMittal Bremen, EWE und die EWE-Tochter swb den Grundstein für den Bau einer 10-MW-Wasserstofferzeugungsanlage gelegt. Die Elektrolyseanlage bildet die Basis für die grüne Stahlproduktion im deutschen Nordwesten. Sie soll im Jahr 2024 in Betrieb gehen und wird dann zunächst rund 1.500 t Wasserstoff pro Jahr produzieren. Die Produktionsmengen werden in Zukunft stufenweise in den dreistelligen Megawattbereich erhöht. Dadurch werden rund 11.000 t CO2 pro Jahr eingespart. Der Löwenanteil des grünen Wasserstoffs wird an das Stahlwerk von ArcelorMittal in direkter Umgebung des Elektrolyseurs geliefert. Im Stahlwerk werden mit dem Einsatz von grünem Wasserstoff die CO2-Emissionen gesenkt.

ArcelorMittal hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral Stahl zu produzieren. In Europa sollen die CO2-Emissionen bis 2030 bereits um 35 % reduziert werden. Um diese Ziele zu erreichen, ist am Standort von ArcelorMittal Bremen vorgesehen, die beiden Hochöfen in zwei Schritten durch eine Direktreduktionsanlage und zwei Elektrolichtbogenöfen zu ersetzen. Die Direktreduktionsanlage soll nach der Inbetriebnahme zunächst mit Erdgas betrieben und schrittweise auf den Wasserstoffbetrieb umgestellt werden. Abhängig ist dies von der Verfügbarkeit von Erzeugungskapazitäten, Infrastruktur sowie wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen.

(Quelle: EWE AG)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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