Generic filters
FS Logoi

Forschung an günstigen Kunststoffleitungen für grünen H2

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) untersucht im Rahmen aktueller Forschungsaktivitäten den Einsatz glasfaserverstärkter Kunststoffrohre als Alternative zu herkömmlichen Stahlleitungen bei der H2-Produktion. Ziel ist es, neue Leitungssysteme zu entwickeln, die auch unter hohen Drücken leistungsfähig bleiben und dabei Kosten im Vergleich zu bisherigen Lösungen senken.

von | 17.10.25

H2-Produktion: Das BAM forscht zum Einsatz glasfaserverstärkter Kunststoffrohre als Alternative zu Stahlleitungen
Quelle: Pixabay/akitada31

Im Fokus stehen Rohrsysteme, die in der sogenannten Peripherie von Elektrolyseuren eingesetzt werden. Diese sind notwendig, um zentrale Abläufe wie Steuerung, Reinigung, Kompression und die Einspeisung von Wasserstoff in bestehende Versorgungsnetze zu ermöglichen. Laut BAM entfallen derzeit etwa die Hälfte der Elektrolyseur-Gesamtkosten auf diese Komponenten, vor allem durch den Einsatz hochbelastbarer Stahlwerkstoffe.

Kunststoffrohrsysteme, wie sie bereits in anderen industriellen Bereichen zum Einsatz kommen und dort Drücken bis zu 15 bar standhalten, werden hinsichtlich ihrer Eignung für deutlich höhere Anforderungen bei der H2-Anwendung geprüft. In dem Forschungsprojekt werden verschiedene Rohrtypen und Fertigungsverfahren getestet. Ziel ist es, eine Druckfestigkeit bis zu 50 bar im Betrieb sowie einen Berstdruck von mehr als 150 bar zu gewährleisten.

Spezielle Beschichtung, Dichtigkeit und Stabilität

Zusätzlich arbeitet das Projektteam an speziellen Beschichtungslösungen. Mit diesen soll die Durchlässigkeit von Wasserstoff durch die Kunststoffstrukturen minimiert werden. Der Entwicklungsprozess erfolgt in enger Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Diesen soll so der Zugang zu innovativen Technologien im Bereich Wasserstoffinfrastruktur ermöglicht werden.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung geeigneter Verbindungstechniken für Kunststoffrohre. Sie sollen dauerhafte Dichtigkeit und mechanische Stabilität auch bei hoher Belastung sicherstellen. Die Erprobung der neuen Komponenten erfolgt im Forschungsverbund PolyH2Pipe. Dieser wird im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Das Projekt soll dazu beitragen, den Wissensaustausch zwischen Forschung, Industrie und KMU zu fördern und die Entwicklung einer leistungsfähigen H2-Wirtschaft in Deutschland aktiv zu unterstützen.

 

Weitere Infos

 

(Quelle: BAM)

 


 

Lesen Sie auch:

Starkes Signal für den Wasserstoffhochlauf in Deutschland und Europa

Spessart-Odenwald-Leitung: Terranets BW reicht ersten Teilplanfeststellungsantrag ein

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Korrosionsgeschütztes Kanalrohr gewinnt Wärme aus Abwasser
Korrosionsgeschütztes Kanalrohr gewinnt Wärme aus Abwasser

Die Bernhard Müller Betonsteinwerk GmbH hat ein korrosionsgeschütztes Kanalrohr mit integriertem Wärmetauscher auf den Markt gebracht. Das Rohr gewinnt Wärme direkt aus dem durchfließenden Abwasser, ohne den Kanalbetrieb einzuschränken. Städte und Gemeinden erhalten damit eine zusätzliche Option für die kommunale Wärmeplanung.

mehr lesen
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein

Die RWE Power AG hat am 6. Juli mit dem Bau eines Verteilbauwerk für eine Rheinwassertransportleitung in Grevenbroich-Allrath gestartet. Ab 2030 soll das Bauwerk eine Bündelungsleitung vom Rhein mit zwei Trassen zu den künftigen Tagebauseen Hambach und Garzweiler verbinden. So soll Rheinwasser in die beiden Tagebauseen geleitet werden und damit die geplante Flutung der Restlöcher ermöglichen.

mehr lesen
Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten
Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten

Mit dem symbolischen Spatenstich für „H₂Coastlink 1“ startet EWE NETZ den Bau einer 24 Kilometer langen Wasserstoffleitung zwischen Emden und Leer. Sie verbindet künftig den Elektrolyseur in Emden mit dem Wasserstoff-Kernnetz. An die Leitung sollen weitere Leitungen des Wasserstoff-Kernnetzes angeschlossen werden.

mehr lesen
INES-Gas-Szenarien: Marktbedingungen gefährden Wiederbefüllung der Gasspeicher
INES-Gas-Szenarien: Marktbedingungen gefährden Wiederbefüllung der Gasspeicher

Die Initiative Energien Speichern e.V. (INES) hat am 7. Juli ihr aktuelles Juli-Update der Gas-Szenarien veröffentlicht. Die Modellanalysen zeigen: Technisch ist eine Befüllung der deutschen Gasspeicher bis zum 1. November 2026 auf den gebuchten Stand* von 76 % weiterhin möglich. Ob dieses Niveau tatsächlich erreicht wird, hängt jedoch entscheidend von den Marktbedingungen ab. Die derzeitigen Preisentwicklungen setzen kaum Anreize zur Einspeicherung von Gas und gefährden damit die Versorgungssicherheit für den kommenden Winter.

mehr lesen
OOWV: Rekordinvestitionen stärken Infrastruktur im Nordwesten
OOWV: Rekordinvestitionen stärken Infrastruktur im Nordwesten

Erneut kräftig investiert hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband im vergangenen Jahr in seine Infrastruktur: 107 Mio. Euro für die Wasserversorgung und 58 Mio. Euro im Bereich der Abwasserbeseitigung. Die Zahlen gehen aus dem Jahresabschluss hervor, den die Verbandsversammlung am 30. Juni beschlossen hat. Gegenüber 2024 entspricht dies nochmals einer leichten Steigerung.

mehr lesen

Publikationen zum Thema