Im Fokus stehen Rohrsysteme, die in der sogenannten Peripherie von Elektrolyseuren eingesetzt werden. Diese sind notwendig, um zentrale Abläufe wie Steuerung, Reinigung, Kompression und die Einspeisung von Wasserstoff in bestehende Versorgungsnetze zu ermöglichen. Laut BAM entfallen derzeit etwa die Hälfte der Elektrolyseur-Gesamtkosten auf diese Komponenten, vor allem durch den Einsatz hochbelastbarer Stahlwerkstoffe.
Kunststoffrohrsysteme, wie sie bereits in anderen industriellen Bereichen zum Einsatz kommen und dort Drücken bis zu 15 bar standhalten, werden hinsichtlich ihrer Eignung für deutlich höhere Anforderungen bei der H2-Anwendung geprüft. In dem Forschungsprojekt werden verschiedene Rohrtypen und Fertigungsverfahren getestet. Ziel ist es, eine Druckfestigkeit bis zu 50 bar im Betrieb sowie einen Berstdruck von mehr als 150 bar zu gewährleisten.
Spezielle Beschichtung, Dichtigkeit und Stabilität
Zusätzlich arbeitet das Projektteam an speziellen Beschichtungslösungen. Mit diesen soll die Durchlässigkeit von Wasserstoff durch die Kunststoffstrukturen minimiert werden. Der Entwicklungsprozess erfolgt in enger Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Diesen soll so der Zugang zu innovativen Technologien im Bereich Wasserstoffinfrastruktur ermöglicht werden.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung geeigneter Verbindungstechniken für Kunststoffrohre. Sie sollen dauerhafte Dichtigkeit und mechanische Stabilität auch bei hoher Belastung sicherstellen. Die Erprobung der neuen Komponenten erfolgt im Forschungsverbund PolyH2Pipe. Dieser wird im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.
Das Projekt soll dazu beitragen, den Wissensaustausch zwischen Forschung, Industrie und KMU zu fördern und die Entwicklung einer leistungsfähigen H2-Wirtschaft in Deutschland aktiv zu unterstützen.
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(Quelle: BAM)
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