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Gasnetz in Unterfranken: Erste elektromagnetische Untersuchung

In Marktheidenfeld, Volkach, Ebern und Gerolzhofen wird dieser Tage mit elektromagnetischer Messtechnik der Zustand des Gasnetzes untersucht, wie Bayernwerk am 26. März mitgeteilt hat. Die Netze sind Eigentum der Gasversorgung Unterfranken GmbH (gasuf). Betriebsführerin ist die Bayernwerk Netz GmbH, die für den zuverlässigen Netzbetrieb sorgt.

von | 01.04.25

Das Gasnetz in Marktheidenfeld, Volkach, Ebern und Gerolzhofen wird derzeit elektromagnetisch untersucht
Bild: Bayernwerk

„Daher machen wir uns aktuell ein Bild vom Zustand der Netze, wollen mögliche Defekte wie etwa Korrosionsschäden frühzeitig erkennen“, erläutert Johannes Schneeberger, Technischer Anlagenmanager Rohrleitungstechnik bei der Bayernwerk Netz.

In der Regel werden unterirdische Rohrleitungen aus Stahl durch eine äußere Beschichtung vor Korrosion geschützt und deren Korrosionszustand mittels Freilegung der Leitungen direkt geprüft werden. Aufgrabungen von Gehwegen sind jedoch kostspielig und beeinträchtigt das Stadtbild, so Bayernwerk.

Analyse mittels Künstlicher Intelligenz

Die Electromagnetic Pipeline Testing GmbH (EMPIT) aus Berlin wurde erstmals von der Bayernwerk Netz mit der elektromagnetischen Inspektion beauftragt. Ziel ist es, „präzisere Daten und tiefere Erkenntnisse, insbesondere beim Korrosionsschutz“ zu erhalten als bei „herkömmlichen Verfahren wie der Freilegung“, so Johannes Schneeberger von der Bayernwerk Netz GmbH.

Die hochmoderne, elektromagnetische Vermessungstechnik wird von der Erdoberfläche aus bedient. Dabei entsteht durch das Anlegen einer elektrischen Spannung an die Rohrleitung ein kreisförmiges Magnetfeld. Durch den Stromfluss wird eine genaue Identifizierung des elektromagnetischen Feldes der Rohrleitung möglich, und Anomalien in der Rohrwand werden aufgedeckt. Diese führen nämlich zu messbaren Abweichungen im Magnetfeld.

Zur Analyse der elektromagnetischen Daten nutzt EMPIT progressive Algorithmen sowie Künstliche Intelligenz, was in aussagekräftige Ergebnisse „übersetzt“ wird und somit dem Netzbetreiber Bayernwerk wertvolle Einblicke in die Integritätsbewertung und Instandhaltung der Rohrleitungen bietet.

Künftige Umstellung auf Wasserstoff im Blick behalten

„Wir benötigen diese Ergebnisse zum Beispiel, um einen Plan für die Netze bei einem möglichen Umstieg von Erdgas auf grüne Gase wie Wasserstoff zu entwickeln“, so Schneeberger weiter.

Präzise Daten seien im Hinblick auf eine mögliche künftige Umstellung auf Wasserstoff für die Planung von großem Vorteil, was „unnötiges Aufgraben von Straßen oder Gehwegen, unter denen sich Gasleitungen befinden“ obsolet mache. Grund für die Prüfungen seien „die hohen sicherheitstechnischen Anforderungen zum Transport von Gasen“.

Die Begehung der Leitungen soll insgesamt vier Wochen dauern, in denen der Mitarbeiter der Firma EMPIT von Kollegen aus dem Gasservice Unterfranken der Bayernwerk Netz GmbH unterstützt wird.

(Quelle: Bayernwerk)

Veranstaltungen: mehr zum Thema Korrosionsschutz und Zustandserfassung

Mark Glinka von der EMPIT GmbH ist am 2. Juli bei unserem Praxistag Korrosionsschutz  als Referent mit dem Thema „Korrosionsschutz neu: Verfahren und Ergebnisse aus dem DVGW-Forschungsprojekt NEMEK“ sowie am 3. Juli beim Symposium Pipelinetechnik mit „Effektives Risikomanagement durch präzise Dükerpeilung mittels CMI“ mit von der Partie!

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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