Generic filters
FS Logoi

Gasunie und Thyssengas schaffen Nord-Süd-Korridor für Wasserstoff

Schnelle Umsetzung der rund 400 km langen Transportverbindung bis 2028 durch Umwidmung bestehender Leitungen sowie ergänzenden Neubau Die Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie und Thyssengas legen konkrete Pläne für eine Wasserstoffleitung zwischen Wilhelmshaven und Wesseling bei Köln vor. Über die Nord-Süd-Verbindung sollen bereits ab 2028 Wasserstoffmengen, die in der Küstenregion Wilhelmshaven produziert oder u. a. aus Norwegen importiert […]

von | 23.02.23

Schnelle Umsetzung der rund 400 km langen Transportverbindung bis 2028 durch Umwidmung bestehender Leitungen sowie ergänzenden Neubau

Die Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie und Thyssengas legen konkrete Pläne für eine Wasserstoffleitung zwischen Wilhelmshaven und Wesseling bei Köln vor. Über die Nord-Süd-Verbindung sollen bereits ab 2028 Wasserstoffmengen, die in der Küstenregion Wilhelmshaven produziert oder u. a. aus Norwegen importiert werden, auf direktem Weg zu den Verbrauchszentren an Rhein und Ruhr transportiert werden. Möglich wird der leistungsfähige H2-Korridor, indem bestehende Transportleitungen der Projektpartner umgewidmet sowie Teilabschnitte neu gebaut werden. Aufgrund der herausgehobenen Bedeutung des Infrastrukturprojekts haben sowohl Gasunie als auch Thyssengas für die beiden Teilabschnitte PCI-Anträge (Projects of common interest) bei der Europäischen Kommission eingereicht.

Der große Nutzen der Transportroute liegt darin, dass sie bestehende Wasserstoff-Cluster und -projekte miteinander verbindet. Im Norden schließt sie an das durch Gasunie geplante Wasserstoffnetzwerk Hyperlink an, im Süden an die von Thyssengas verantworteten Teilprojekte der Wasserstoff-Initiative GETH2. Darüber hinaus lassen sich im Zusammenspiel mit weiteren geplanten Leitungsprojekten die wichtigen Verbrauchszentren vom Münsterland über das Ruhrgebiet bis ins Rheinland mit Wasserstoff versorgen. Damit trägt der geplante Nord-Süd-Korridor maßgeblich zum Aufbau eines integrierten Wasserstoffnetzes in Deutschland und zum Wasserstoff-Markthochlauf in Europa bei.

Von der Nordsee bis in die Region Rhein-Ruhr

Hans Jonk, Geschäftsführer Gasunie Energy Development: „Mit diesem Projekt schaffen wir die Möglichkeit einer schnell verfügbaren und kostengünstigen Wasserstoff-Transportroute vom entstehenden Wasserstoff-Hub Wilhelmshaven bis tief in das Ruhrgebiet. Wir freuen uns darauf, zusammen mit unserem Partner Thyssengas dem Markt dieses attraktive Angebot machen zu können.”

Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Thyssengas-Geschäftsführung:„Beim Aufbau des künftigen Wasserstoff-Netzes gab es bislang vor allem regionale Planungen. Mit der H2-Transportleitung von Wilhelmshaven bis in die Chemieregion Köln lösen wir gleich mehrere Herausforderungen: Einerseits verbinden wir regionale Wasserstoff-Infrastrukturvorhaben zwischen Nordseeküste und Nordrhein-Westfalen, anderseits ermöglichen wir einen leistungsstarken H2-Korridor zwischen den Produktions- und Importpunkten im Norden und den Unternehmen an Rhein und Ruhr. Damit schafft unser Projekt ab 2028 eine wesentliche Voraussetzung dafür, den Wasserstoff-Bedarf von Mittelstand und Industrie zu decken.“

Das Vorhaben untergliedert sich in zwei Abschnitte: nördlicher Teilabschnitt und südlicher Teilabschnitt.

Nördlicher Teilabschnitt: Anschluss an Wasserstoff-Produktion und -Import an der Nordseeküste

Der nördliche Teil besteht aus dem Abschnitt Wilhelmshaven-Hyperlink-Connection, für den Gasunie einen PCI-Antrag eingereicht hat. „Dieses Teilprojekt hat für die künftige Wasserstoffwirtschaft ein hohes Potenzial, indem es den Energy Hub Wilhelmshaven und die geplante Wasserstoff-Export-Pipeline von Norwegen nach Deutschland mit unserem Hyperlink-Wasserstoff-Transportnetz und den Wasserstoffkavernen des Speichers Etzel verbindet“, erklärt die für das Projekt verantwortliche Business Development Managerin Xenia Papst.

Die Verbindung mit Hyperlink bringt folgende Vorteile für Wasserstoff-Einspeiser in Wilhelmshaven: Das ist zum einen die direkte Anbindung an das niederländische Wasserstoffnetzwerk der Gasunie („HyNetwork Services“) sowie an das dänische Hydrogen-Backbone der Energinet. Zum anderen die direkte Anbindung an das Wasserstoffnetz im Raum Salzgitter, wodurch ein Wasserstofftransport bis nach Berlin ermöglicht wird.

Südlicher Teilabschnitt: Integrierte Netzplanung zwischen Barßel (Hyperlink) und der Region Rhein-Ruhr

Für den südlichen Teilabschnitt des Vorhabens zwischen Barßel (Hyperlink) und Köln / Wesseling hat der Fernleitungsnetzbetreiber Thyssengas einen PCI-Antrag bei der EU eingereicht und wird das Teilprojekt in Kooperation mit Gasunie vorantreiben. Durch die konsequente Integration mit weiteren H2-Leitungsprojekten können die Verbrauchszentren in Nordrhein-Westfalen mit dem Nord-Süd-Korridor für Wasserstoff verbunden werden – vom Münsterland über das Ruhrgebiet bis in die Chemieregion Köln. Dazu sind Anschlussverbindungen zum Wasserstoff-Cluster GETH2, zu künftigen Wasserstoff-Speichern sowie zum Grenzübergangspunkt für Wasserstoff in Vlieghuis (Niederlande) vorgesehen.

„Als Thyssengas kennen wir die Gasversorgung in Nordrhein-Westfalen seit mehr als 100 Jahren. Dies machen wir uns jetzt mit Blick auf den Wasserstoffhochlauf zunutze, indem wir mit unserem H2-Startnetz systematisch dort Transportverbindungen schaffen, wo Industrie und Mittelstand dringend auf einen Anschluss warten“, erläutert Dr. Arne Dammer, Leiter Strategie und Innovation bei Thyssengas.

Durch die integrierte Netzplanung der unterschiedlichen Energieinfrastrukturen Strom, Gas und Wasserstoff für NRW ist sichergestellt, dass sowohl mittelständische Unternehmen als auch Großverbraucher wie Chemieparks und Stahlproduzenten in naher Zukunft eine realistische Aussicht auf eine Versorgung mit Wasserstoff haben. Über das in der Wasserstoffvariante des Netzentwicklungsplans Gas 2022-2032 ermittelte H2-Netz für Deutschland (veröffentlicht im Wasserstoffbericht des FNB Gas) wäre zudem eine Weiterleitung der so verfügbar gemachten H2-Mengen bis nach Süddeutschland darstellbar.

Wasserstoff von Wilhelmshaven bis nach Köln: Der Nord-Süd-Korridor der Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie und Thyssengas verbindet Wasserstoff-Erzeugung und -Import im Raum Wilhelmshaven mit Unternehmen aus Industrie und Mittelstand bis in die Region Köln

(Quelle: Thyssengas)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Wasserstoffleitung Wilhelmshaven - Rhein-Ruhr-Region

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Bilanz nach 25 Jahren: 1.400 Kilometer Druckrohrleitungen saniert
Bilanz nach 25 Jahren: 1.400 Kilometer Druckrohrleitungen saniert

Die Rädlinger primus line GmbH hat innerhalb von 25 Jahren mehr als 1.400 Kilometer Druckrohrleitungen in über 60 Ländern saniert. Aus dem 2001 gegründeten Unternehmen ist ein internationaler Servicepartner für grabenlose Sanierungsverfahren geworden. Rund 1.300 Projekte und 110 Installationspartner belegen diese Entwicklung.

mehr lesen
Talsperren bewahren die Ruhr vor dem Trockenfallen
Talsperren bewahren die Ruhr vor dem Trockenfallen

Im Einzugsgebiet der Ruhr sind im Juli nur 22 Millimeter Niederschlag gefallen, 77 Prozent weniger als üblich, wie der Ruhrverband am 7. August mitgeteilt hat. Ohne den Ausgleich durch das Talsperrensystem wäre der Fluss am Pegel Villigst bei Schwerte an 18 von 31 Tagen streckenweise trockengefallen.

mehr lesen
Wärmewende: Studie bestätigt Rolle von Wärmepumpen und Wärmenetzen
Wärmewende: Studie bestätigt Rolle von Wärmepumpen und Wärmenetzen

Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE und Öko-Institut haben die zweite Ausgabe ihrer Studie zur kommunalen Wärmeplanung vorgelegt. Darin haben sie die Ergebnisse aus rund 380 Wärmeplänen von etwa 940 Kommunen ausgewertet. Die Untersuchung bestätigt, dass Wärmepumpen und Wärmenetze die tragenden Säulen der künftigen Wärmeversorgung in Deutschland bilden, zeigt jedoch weiterhin Lücken bei den Annahmen zu Gebäudesanierung, Biomasseeinsatz und industrieller Prozesswärme.

mehr lesen
Behörde benennt Prüfstelle für Niederschlagswasser an Bahnanlagen
Behörde benennt Prüfstelle für Niederschlagswasser an Bahnanlagen

Das Eisenbahn-Bundesamt hat das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur als Prüfstelle für dezentrale Niederschlagswasserbehandlungsanlagen an Bahnanlagen benannt, wie das Institut am 5. August mitgeteilt hat. Hersteller können die Reinigungsleistung ihrer Systeme damit künftig für den Einsatz an Gleisanlagen nachweisen lassen, wo neben Schwermetallen auch Herbizide im Abfluss auftreten können.

mehr lesen
CO2-Bilanzierungsregeln bestimmen Wirtschaftlichkeit von Elektrolyseanlagen
CO2-Bilanzierungsregeln bestimmen Wirtschaftlichkeit von Elektrolyseanlagen

Forschende der Universität Mannheim haben berechnet, wie sich CO₂-Bilanzierungsregeln auf die Wirtschaftlichkeit von Power-to-Gas-Anlagen auswirken. Die im Nature Communications veröffentlichte Studie nimmt dabei die Perspektive gewinnorientierter Unternehmen ein. Die Ergebnisse zeigen: Strenge Regeln bieten ausreichende Investitionsanreize bei Renditen von 8 bis 15 Prozent, garantieren aber keinen kohlenstoffarmen Wasserstoff. Weniger strenge Regeln erhöhen die Renditen auf bis zu 23 Prozent.

mehr lesen

Publikationen zum Thema