Generic filters
FS Logoi

Gelsenwasser-Bilanz 2024: „Stabiles Ergebnis erzielt“

Gelsenwasser-Vorstandvorsitzender Henning R. Deters bezeichnet das Gesamtergebnis für 2024 als stabil. Im Rahmen des optimierten Energieangebotes habe man Neukunden gewinnen können. Im Bereich Wasser lag der Schwerpunkt auf Qualität und Klimaresilienz sowie mehr Effizienz durch Digitalisierung. Auch Investitionen in die Kreislaufwirtschaft sowie die Stärkung der kommunalen Zusammenarbeit standen laut Konzern im Fokus des Vorjahres.

von | 01.04.25

Gelsenwasser zieht Bilanz zu den Vorjahresergebnissen
Quelle: pixabay

Der Konzernjahresüberschuss betrug 2024 117,3 Mio. Euro und lag damit 11,5 % niedriger als der Vorjahreswert (132,6 Mio. Euro). Der geplante Konzernjahresüberschuss in Höhe von 87,3 Mio. Euro wurde jedoch um 34,4 % übertroffen. Der Rückgang des Ergebnisses im Vergleich zu 2023 sei vor allem auf niedrigere Beiträge aus dem Beschaffungs- und Speichergeschäft sowie auf gestiegene Personalaufwendungen durch Tarifanpassungen und Neueinstellungen zurückzuführen.

Die Wasserabgabe im Jahr 2024 blieb laut Gelsenwasser mit 217,3 Mio. m³ nahezu unverändert zum Vorjahr (-0,1 %). Innerhalb der verschiedenen Kundengruppen habe man unterschiedliche Entwicklungen verzeichnet: Bei benachbarten Versorgungsunternehmen stieg die Abgabe um 1,4 Mio. m³, die Haushaltsabgabe erhöhte sich leicht um 0,6 % auf 54,4 Mio. m³. Im Industriesektor gab es jedoch einen Rückgang von 1,9 Mio. m³.

Im Wasserbereich legt Gelsenwasser eigenen Angaben zufolge besonderen Wert auf Qualitätssicherung und die Resilienz der Wasserversorgung, auch im Hinblick auf den Klimawandel. Ein wichtiger Schritt zur Qualitätssicherung sei die Erweiterung der Trinkwasseraufbereitung in den Ruhr-Wasserwerken, für die über 200 Mio. € investiert werden. Dieses 16-jährige Projekt soll voraussichtlich Ende 2025 mit der Fertigstellung des Wasserwerks in Halingen abgeschlossen sein.

Wasser und Abwasser: Resilienz und Kreislaufwirtschaft im Fokus

Dr. Dirk Waider, Vorstand von Gelsenwasser, erklärte, dass das Unternehmen gezielt in die Resilienz der Wasserversorgung – wie beispielweise in den Netzausbau für eine nachhaltige Trinkwasserversorgung – investiere. Gelsenwasser-Vorstandvorsitzende Henning R. Deters betonte unter anderem, dass der Ausbau der Kreislaufwirtschaft bei Gelsenwasser immer wichtiger werde.

Besonders im Wasserkreislauf, der sowohl den Wasser- als auch den Abwasserbereich umfasse, sehe man große Chancen, nachhaltige und wirtschaftliche Prozesse zu etablieren und Wertstoffkreisläufe zu schließen – wie mit der Klärschlammverwertung und dem Phosphor-Recycling. Bereits seit 2016 ist Gelsenwasser im Bereich der Klärschlammverwertung aktiv, wie seit 2022 mit der ersten Anlage in Bitterfeld-Wolfen im Regelbetrieb.

Gelsenwasser hat bereits 2016 mit der Planung eigener Anlagenprojekte zur thermischen Klärschlammverwertung begonnen, 2022 ging die Anlage in Bitterfeld-Wolfen in den Regelbetrieb, in diesem Jahr nimmt die neue Anlage in Bremen den kontinuierlichen Betrieb auf. Gelsenwasser arbeitet daran, für die gesetzliche Pflicht zum Phosphorrecycling aus Klärschlamm spätestens ab 2029 bundesweit Lösungen anbieten zu können.

Gas- und Stromabsatz

Der Gasabsatz verringte sich 2024 laut Gelsenwasser im Konzern „um 12,3 % auf 49,2 TWh, was in erster Linie auf rückläufige Gashandelsaktivitäten zurückzuführen ist. Ohne die Berücksichtigung dieser Mengen ist der Gesamtabsatz um 0,3 TWh gesunken, das betraf größtenteils die Abgabe an Tarifkund*innen“, wie es weiter heißt. Beim Stromabsatz sei eine Erhöhung um 2,1 % auf 6,2 TWh zu verzeichnen, „die Mehrabgabe entfiel größtenteils auf die Strombeschaffung (+0,1 TWh)“. Den „Anstieg im klassischen Vertriebsgeschäft (+ 10,9 %)“ führt Gelsenwasser auf die „gestiegene Kund*innenzahlen im Tarifbereich“ zurück.

Stärkung kommunaler Partnerschaften

Weiteren Angaben zufolge konnte der Konzern auch 2024 seine kommunalen Partnerschaften weiter ausbauen wie mit

Neue Beteiligungen: Digitalisierung, Pharma und Biotech

Auch das Beteiligungsportfolio hat Gelsenwasser weiter ausgebaut. Im Mai 2024 erwarb das Unternehmen rückwirkend zum Jahresbeginn 2024 20 % an der in Fürth ansässigen Ing Plus AG. Die Gesellschaft ist in der Entwicklung automatischer Datenverarbeitung und digitaler Dienstleistungen tätig und erbringt Dienstleistungen in den Bereichen kommunale Infrastruktur, Tiefbau und Geoinformatik. Mit diesem starken Partner will Gelsenwasser im Abwassersektor den wachsenden Herausforderungen bei der Instandhaltung kritischer Infrastrukturen noch effizienter und effektiver begegnen.

Die Gelsenwasser-Beteiligungsgesellschaft Infrareal Holding GmbH & Co. KG setzt ihre Strategie weiter um, einer der führenden Betreiber von Pharma- und Biotech-Standorten im deutschsprachigen Raum zu werden. Infrareal hat im österreichischen Orth einen Pharma- und Biotech-Standort von der Takeda Manufacturing Austria AG übernommen. Der Vertrag beinhaltet das Grundstück mit Gebäuden, Infrastruktureinrichtungen und einigen pharmazeutischen Produktionsanlagen. Infrareal ist über eine Tochtergesellschaft für alle Dienstleistungen am Standort zuständig.

Bildung im Blick: 10 Jahre Gelsenwasser-Stiftung

2025 feiert die Gelsenwasser-Stiftung ihr 10-jähriges Jubiläum. Sie hat seit ihrer Gründung 2016 über 9,4 Mio. Euro in nachhaltige Förderprojekte mit den Schwerpunkten Bildung, Kultur und internationale Wasserprojekte investiert. Ein Schwerpunkt des Bildungsbereichs liegt auf dem Projekt „von klein auf“ mit einer jährlichen Fördersumme von über 500.000 euro. Dabei können Kindergärten und Schulen in 77 Kommunen im Gelsenwasser-Konzern-Versorgungsgebiet jedes Jahr ein Vorhaben mit bis zu 2.500 Euro fördern lassen.  Von 2016 bis heute habe die Stiftung 4 Mio. Euro im Rahmen des Bildungsprojekts an die Bildungseinrichtungen ausgezahlt, so das Unternehmen.

(Quelle: Gelsenwasser)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Horizontalspülbohrung schließt Lücke in Wasserstoff-Pipeline unter dem Dortmund-Ems-Kanal
Horizontalspülbohrung schließt Lücke in Wasserstoff-Pipeline unter dem Dortmund-Ems-Kanal

Thyssengas stellt für eine Wasserstoff-Pipeline im Münsterland eine 2009 unterbrochene Kanalquerung wieder her. Das neue Stück der Coesfeld-Rinkerode Leitung entsteht im Horizontalspülbohrverfahren unter dem Dortmund-Ems-Kanal. Bei einer Baustellenbesichtigung haben sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft am 16. Juli über den Fortschritt der Arbeiten informiert. Insgesamt rüstet der Netzbetreiber eine 45 Kilometer lange ehemalige Mineralölleitung auf den Transport von Wasserstoff um.

mehr lesen
IKT sucht kommunale Vorbilder:  „Goldener Kanaldeckel 2026“ – jetzt bewerben
IKT sucht kommunale Vorbilder: „Goldener Kanaldeckel 2026“ – jetzt bewerben

Das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur schreibt zum 19. Mal den Preis „Goldener Kanaldeckel“ aus. Ausgezeichnet werden Mitarbeiter:innen von Stadtentwässerungen, Tiefbauämtern und Stadtwerken, die mit einem konkreten Projekt die kommunale Abwasserwirtschaft vorangebracht haben. Bewerbungen und Vorschläge können bis zum 31. August 2026 eingereicht werden.

mehr lesen
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre

Zahlreiche Kunststoffrohrleitungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren haben ihre ursprünglich auf 50 Jahre veranschlagte Mindestlebensdauer erreicht. Netzbetreiber stehen deshalb vor der Entscheidung, ob sie ihre Rohrsysteme weiter nutzen oder sanieren. Um Betreiber bei der Frage zu unterstützen, hat das Kunststoff-Zentrum SKZ ein Prüf- und Analyseverfahren entwickelt. Mit diesem können Netzbetreiber den tatsächlichen Zustand der Rohrsysteme bewerten und Investitionen gezielter planen. 

mehr lesen
Gasaufbereitung sichert Wasserstoffqualität für den Leitungstransport
Gasaufbereitung sichert Wasserstoffqualität für den Leitungstransport

Die Gasaufbereitungsanlage im Energiepark Bad Lauchstädt hat die H₂-Dichtheitsprüfung des TÜV Thüringen bestanden und ist damit bereit für den stufenweisen Hochlauf. Die Anlage bringt Wasserstoff aus einem 30-MW-Elektrolyseur auf einen Reinheitsgrad von 99,97 Prozent, bevor das Gas über eine rund 25 Kilometer lange Leitung zur TotalEnergies-Raffinerie in Leuna transportiert wird.

mehr lesen

Publikationen zum Thema