Leitungen unter dem Bahnkörper zählen laut Reline zu den komplexesten Einsatzbereichen der grabenlosen Sanierung. Gründe sind dynamische Lasten durch den Zugverkehr, hohe Druckeinwirkungen und die zu berücksichtigenden örtlichen Bedingungen.
Als erster UV-härtender Liner überhaupt soll die neue Sanierungslösung über eine produktspezifische Freigabe der Deutschen Bahn AG verfügen, so der Hersteller. Für die Freigabe durch die Deutsche Bahn AG wurde der Alphaliner RL in einem mehrjährigen Prozess gezielt auf die besonderen Produktanforderungen im Bahnkörper ausgelegt und umfangreichen Materialtests unterzogen. Unter anderem fanden Prüfungen der Materialqualität und der Belastbarkeit unter Schwingungseinwirkungen (Nachweis der Dauerschwingfestigkeit) statt.
„Unser Anspruch war es, ein Produkt zu entwickeln, das die besonderen Bedingungen im Bahnkörper zuverlässig meistert und zugleich alle regulatorischen Hürden überwindet“, erklärt Philipp Bergmann, Head of Sales bei Reline. „Die produktspezifische Freigabe der Deutschen Bahn AG für den Einsatz im Bahnkörper ist ein Meilenstein, der Planenden und Betreibern sowohl bahneigener Anlagen als auch querender Anlagen Dritter neue grabenlose Sanierungsmöglichkeiten und Handlungssicherheit gibt.“
Regulatorische Sicherheit
Die Verwendung von Bauprodukten und die Anwendung von Bauarten im Druckbereich von Eisenbahnverkehrslasten ist in einschlägigen Verordnungen und Verwaltungsvorschriften geregelt und wird vom Eisenbahn-Bundesamt überwacht. Die Kriterien zur Verwendung von Schlauch-Linern sind in Abstimmung mit dem Eisenbahn-Bundesamt in der „Planungshilfe Rohrleitungssanierung“ der DB InfraGO AG (vormals DB Netz AG; Dezember 2022) beschrieben.
Bauprodukte dürfen ohne Zulassung des Eisenbahn-Bundesamtes und ohne Zustimmung im Einzelfall (ZiE) sowie unternehmensinterner Genehmigung (UiG) verwendet werden, wenn sie für die vorgesehene Verwendung geeignet sind und eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des DIBt besitzen.
Eigenschaften des neuen Liners
Mit Nennweiten von DN 200 bis DN 800 und Längen bis zu 280 m deckt der Alphaliner RL bereits heute ein breites Einsatzspektrum ab, wie das Unternehmen erklärt. Ab 2026 soll er zudem für Dimensionen bis DN 1200 verfügbar sein, ergänzt durch eine vollständige Regelstatik und den erfolgreich absolvierten Dauerschwingtest. Diese weisen die Beständigkeit des Liners unter wiederkehrenden Schwingungs- und Druckbelastungen nach.
Der Alphaliner RL soll über eine hohe Festigkeit verfügen, die eine gleichmäßige UV-Aushärtung und eine glatte Innenoberfläche für dauerhaft gute hydraulische Eigenschaften ermöglicht. Darüber hinaus soll er aufgrund seiner Eigenschaften zu kürzeren Bauzeiten, minimalem Querschnittsverlust und einer deutlich geringeren Belastung von Umwelt und Anwohnern führen.
Praxiseinsatz: erste Ausschreibungen
Gemeinsam mit den Projektleitungen der Deutschen Bahn AG wurden laut Hersteller erste Ausschreibungen erstellt und veröffentlicht. Mit dem Einsatz dieser grabenlosen Sanierungstechnologie sollen die Auswirkungen auf den Bahnbetrieb, wie sie bei offener Bauweise entstehen, deutlich reduziert werden.
(Quelle: Reline Europe)
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