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Green Heat: Größtes NRW-Abwärmeprojekt geht in Betrieb

Die Wärmewende im nördlichen Ruhrgebiet nimmt weiter Fahrt auf. In Gelsenkirchen hat der Fernwärmeanbieter Iqony nun eine Anlage in Betrieb genommen, die industrielle Abwärme erstmals in großem Umfang für die Fernwärme nutzbar macht.

von | 16.12.25

Innenansicht der Wärmetauscherstation: Hier wird die Abwärme aus dem Industrieprozess effizient auf das Fernwärmenetz der Iqony übertragen
Quelle: Steag Iqony

Im Zentrum von „Green Heat“, das als größtes Abwärmeprojekt Nordrhein-Westfalens gilt, steht laut Steag Iqony die „Auskopplung industrieller Abwärme aus Raffinerieanlagen der Ruhr Oel GmbH in Gelsenkirchen-Scholven“. So sollen künftig bis zu 50 MW Wärmeleistung bereitgestellt und rund 30.000 Haushalte im nördlichen Ruhrgebiet mit Fernwärme versorgt werden. Jährlich sollen auf diese Weise bis zu 60.000 Tonnen CO₂ eingespart werden, so das Unternehmen.

Für die Abwärmeauskopplung errichtete man über eine Bauzeit von rund drei Jahren acht Wärmetauscher, eine Übergabestation sowie eine umfangreiche Infrastruktur mit Stahlbau und Rohrleitungen. Die neue, etwa 3 km lange Rohrtrasse verbindet die Abwärmequellen mit einem neuen Pumpenhaus auf dem Gelände des Kraftwerks Scholven. Sie verläuft überwiegend unterirdisch. Vorort wird die Wärme in das Fernwärmenetz von Iqony eingespeist. Seit wenigen Wochen läuft  „der 24/7-Probebetrieb mit 20 MW stabil“, so das Unternehmen. Bis zum Jahr 2026 soll die Gesamtleistung auf über 50 MW gesteigert werden.

Verbindung von Versorgungssicherheit und Klimaschutz

„Green Heat zeigt, wie konsequent wir Versorgungssicherheit und Klimaschutz miteinander verbinden“, sagt Dr. Andreas Reichel, CEO und Arbeitsdirektor der Steag Iqony Group. „Wir heben einen bislang verlorenen Energieschatz – und machen ihn zu einem wichtigen Treiber der Wärmewende.“

Steag Iqony zählt mit 2.186 km Netzlänge und rund 4.500 GWh Wärmeerzeugung pro Jahr zu den führenden Fernwärmeanbietern Deutschlands. Bereits heute stammen laut Unternehmen rund 50 % der erzeugten Wärme aus klimaneutralen Quellen – mit Green Heat steige dieser Anteil weiter.

„Mit Green Heat machen wir die Fernwärme im nördlichen Ruhrgebiet sauberer und widerstandsfähiger”, betont Nikola Feldmann, Geschäftsführerin der für das Projekt verantwortlichen Tochtergesellschaft Iqony Wärme. „Das Vorhaben war technisch anspruchsvoll, ist aber ein wertvoller Gewinn für Zehntausende Haushalte“ ergänzt Geschäftsführer Christian Hillmann.

(Quelle: Steag Iqony)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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