Sie ist Teil eines Projekts mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von bis zu 200 Mio. Euro. Das Projekt wurde EU-weit ausgeschrieben und erhält Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW). Die geplante Wärmepumpe wird eine thermische Leistung von bis zu 165 MWt bereitstellen. Damit wird sie aus heutiger Sicht die weltweit größte Anlage dieser Art sein.
„Mit der neuen Flusswärmepumpe investieren wir in die Energiezukunft Mannheims und der Metropolregion Rhein-Neckar. Sie ist ein weiterer Meilenstein, um die angestrebte vollständige Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung in Mannheim und Umgebung 2030 zu erreichen“, sagt Dr. Gabriël Clemens, Vorstandsvorsitzender der MVV.
Die Großwärmepumpe besteht aus zwei Einzelmodulen mit jeweils 82,5 MW Leistung. Sie nutzen das Wasser des Rheins als Wärmequelle. Aus dieser Wärme erzeugen sie mithilfe des natürlichen Kältemittels Isobutan Fernwärme mit Temperaturen von bis zu 130 °C. Die Bauarbeiten für die Anlagen sollen Mitte 2026 beginnen.
Wärme für bis zu 40.000 Haushalte in der Metropolregion Rhein-Neckar
„Dank der Energie aus der thermischen Abfallbehandlung, dem Biomasseheizkraftwerk und der ersten Flusswärmepumpe können wir heute bereits fast 50 % des Fernwärmebedarfs aus grünen Quellen bereitstellen. Die neue Flusswärmepumpe soll im Winter 2028 in Betrieb gehen und dann klimafreundliche Wärme für bis zu weitere 40.000 Haushalte bereitstellen. Für die vollständige Dekarbonisierung planen wir eine weitere Flusswärmepumpe sowie die Nutzung der regional vorhandenen Geothermiepotenziale“, sagt Dr. Hansjörg Roll, Technikvorstand der MVV.
Rund 200 Mio. Euro Investition in klimafreundliche Zukunft der Fernwärme
„Der Auftrag in Mannheim stärkt unsere Rolle als Partnerin für zukunftsfähige und klimaneutrale Wasser- und Energieinfrastruktur. Es macht uns stolz, gemeinsam mit MVV einen aktiven Beitrag zur Dekarbonisierung urbaner Wärme- und Energieversorgung zu leisten. Die Kombination aus technischem Know-how in Verbindung mit nachhaltiger Innovation macht STRABAG zum verlässlichen Partner für die Energiewende“, sagt Stefan Kratochwill, CEO der STRABAG SE.
Das Unternehmen bringt mit unterschiedlichen Konzerngesellschaften seine Kompetenz aus dem Anlagenbau in das Projekt ein. Die Technologie basiert auf dem Konzept der HEAT PUMP ALLIANCE®, einer strategischen Partnerschaft zwischen STRABAG und Atlas Copco Energas im Bereich Industrie- und Hochleistungswärmepumpen. Herzstück der Anlage sind bewährte Turbokompressoren von Atlas Copco, die seit über 40 Jahren in mehr als 7.000 Anwendungen weltweit erfolgreich eingesetzt werden. Bereits im vergangenen Jahr erhielt das Unternehmen im schwedischen Göteborg den Auftrag, zwei ältere Module einer Großwärmpumpe durch ein leistungsstarkes 50 MW-Wärmepumpenmodul zu ersetzen.
„Die Realisierung der zweiten Flusswärmepumpe auf dem Gelände des Grosskraftwerks Mannheim ist ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Energiestandorts. Das GKM ist Teil des Transformationsprozesses hin zu einer klimafreundlichen und zukunftsfähigen Energieversorgung für die Region. Die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur für neue Energien und unsere technische Projektsteuerung sind ein Musterbeispiel nachhaltiger, gemeinsamer Planung“, sagt GKM-Technikvorstand Thomas Hörtinger.
Darüber hinaus plant MVV auf dem GKM-Gelände den Bau eines wasserstofffähigen Fernwärmenachheizers. Diese Anlage dient dazu, in der Heizperiode das Fernwärmewasser auf die dann benötigten Temperaturen im Fernwärmenetz aufzuheizen. Die Betriebsführung beider Anlagen wird – wie schon bei der ersten Flusswärmepumpe – vom GKM übernommen. Die Bauarbeiten für beide Projekte sollen im kommenden Jahr beginnen.
(Quelle: MVV Energie AG)









