Der Bau des Wärmespeichers hat gut zwei Jahre gedauert und begann im Frühjahr 2024. Am 08. Juli feierte das Unternehmen die Inbetriebnahme gemeinsam mit Vertreterinnen aus Politik und Kommune.
Der Speicher entkoppelt Wärmeerzeugung und Wärmeverbrauch zeitlich. So kann der Energieversorger Wärme verstärkt zum Zeitpunkt ihrer Entstehung speichern und sie bei höherem Bedarf und knapper Erzeugung bereitstellen. Potenziell versorgt der Speicher das lokale Fernwärmenetz zwei Tage lang mit Wärme. Das erhöht die Flexibilität und die Sicherheit der Wärmeversorgung im Ruhrgebiet.
Der Wärmespeicher misst 57 Meter in der Höhe und 28 Meter im Durchmesser. Er fasst bis zu 31 Millionen Liter Wasser. Das entspricht dem Volumen von rund 200.000 Badewannen. Die Anlage steht neben dem Heizwerk Gelsenkirchen-Schalke.
Thermoskannen-Prinzip hält den Druck im System
Der Speicher funktioniert nach dem Prinzip einer Thermoskanne und bleibt zu jeder Zeit vollständig mit Wasser gefüllt. Im oberen Bereich lagert rund 90 Grad Celsius warmes Wasser. Es erzeugt Druck auf den darunterliegenden Nutzbereich. Dadurch erhitzt sich das Wasser dort auf bis zu 115 Grad Celsius, ohne zu verdampfen.
Im Nutzbereich lagert das Wasser in zwei Schichten. Oben befindet sich der Vorlauf mit heißem Wasser, unten der Rücklauf mit rund 60 Grad Celsius warmem Wasser.
Beim Aufladen pumpt die Anlage kälteres Wasser von unten ab, erhitzt es über Wärmetauscher auf 115 Grad Celsius und speist es oben wieder ein. Gibt der Speicher Energie an das Netz ab, pumpt die Anlage das heiße Wasser von oben ins Netz. Von den Kunden zurückfließendes, kälteres Wasser füllt den unteren Bereich wieder auf.
Land Nordrhein-Westfalen fördert Beitrag zur Wärmewende
Das Investitionsvolumen des Projekts liegt bei rund 30 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Vorhaben über das Programm progres.nrw mit rund 7,1 Millionen Euro. Die Steag Iqony Group setzte das Projekt gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Bilfinger um.
NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur ordnete den Speicher als Beitrag zur Wärmewende in Ballungsräumen ein. Die Stadt Gelsenkirchen verweist zudem auf ihren Entwurf zur kommunalen Wärmeplanung, der aktuell öffentlich ausliegt und eine Verdichtung des Fernwärmeangebots vorsieht.







