Thyssengas führt für die Wasserstoff-Pipeline Coesfeld-Rinkerode aktuell eine Dükerung des Dortmund-Ems-Kanals durch. Im Zuge eines Kanalausbaus hatte das Unternehmen die damalige Mineralölleitung 2009 an beiden Ufern getrennt und den unter dem Gewässer verlaufenden Abschnitt entfernt. Mit der aktuellen Baumaßnahme stellt der Netzbetreiber die Verbindung unter dem Dortmund-Ems-Kanal wieder her.
Das neue Leitungsstück verlegt Thyssengas im Horizontalspülbohrverfahren (HDD) unter dem Kanal. Zunächst führt das Unternehmen eine gesteuerte Bohrung unter dem Kanalbett hindurch. Anschließend erweitert der Netzbetreiber den Bohrkanal und zieht das vorbereitete Leitungsstück ein. Das Verfahren schließt den unterbrochenen Leitungsverlauf, ohne den Schiffsverkehr zu beeinträchtigen.
Bestehende Trasse wird auf Wasserstoff umgestellt
Die Wasserstoff-Pipeline entsteht aus der Umstellung einer bestehenden Mineralölleitung. Sie verläuft über rund 45 Kilometer von Coesfeld nach Rinkerode bei Drensteinfurt und hat einen Durchmesser von DN 200. Beidseitig der Leitungsachse gilt ein Schutzstreifen von jeweils drei Metern. Die Leitung befindet sich aktuell in der Planungs- und Bauvorbereitungsphase, punktuelle Baumaßnahmen laufen bereits. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant.
Im Raum Coesfeld soll die Leitung an die geplante Wasserstoff-Pipeline Emsbüren-Dorsten angebunden werden und damit an die zentrale Nord-Süd-Transportverbindung des Wasserstoff-Kernnetzes. In Rinkerode ist perspektivisch der Anschluss an die geplante H₂-Neubauleitung Rinkerode-Hamm (Uentrop) vorgesehen.
Integriertes T-Stück für Verteilnetz-Anschluss
Thyssengas hat in die Leitung ein T-Stück integriert, das den regionalen Weitertransport von Wasserstoff technisch ermöglicht. Über diese Abzweigung soll das Fernleitungsnetz mit dem nachgelagerten Verteilnetz der Stadtnetze Münster verbunden werden. Geschäftsführerin Alexandra Rösing erklärt, ihr Unternehmen schaffe damit als Verteilnetzbetreiber frühzeitig die technische Voraussetzung für ein regionales Wasserstoff-Verteilnetz in Münster.
Thyssengas betreibt insgesamt ein rund 4.400 Kilometer langes Gasnetz, überwiegend in Nordrhein-Westfalen sowie in Teilen Niedersachsens. Zum entstehenden Wasserstoff-Kernnetz will das Unternehmen durch Umstellung und Neubau rund 1.100 Leitungskilometer beitragen.






