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Infrastrukturprojekt startet Marktabfrage für grenzüberschreitenden H2-Korridor

Der Nordic-Baltic Hydrogen Corridor (NBHC), ein europäisches Infrastrukturprojekt zur Entwicklung eines Wasserstoffnetzes zwischen Nord- und Mitteleuropa, hat eine Marktabfrage gestartet. Das Vorhaben wird von mehreren Fernleitungsnetzbetreibern gemeinsam vorangetrieben.

von | 26.01.26

Der NBHC ist ein Gemeinschaftsprojekt sechs europäischer FNB
Bild: ONTRAS Gastransport GmbH

Das Projekt Nordic-Baltic Hydrogen Corridor wird von den Fernleitungsnetzbetreibern Gasgrid (Finnland), Elering (Estland), Conexus Baltic Grid (Lettland), Amber Grid (Litauen), GAZ-SYSTEM (Polen) und ONTRAS (Deutschland) realisiert.

Ziel der aktuellen Marktabfrage ist es, frühzeitige und unverbindliche Rückmeldungen aus dem Markt einzuholen. Diese sollen in die laufenden Machbarkeitsstudien einfließen und Beteiligten die Möglichkeit geben, die nächste Entwicklungsphase des Projekts mitzugestalten. Angesprochen sind Wasserstoffproduzenten, -verbraucher, Verteilnetzbetreiber, Speicherbetreiber sowie Transportunternehmen. Sie können Angaben zu bestehenden und geplanten Produktionskapazitäten, Infrastrukturen und Transportbedarfen entlang des Korridors machen.

Die Umfrage ist vom 14. Januar bis zum 31. März 2026 geöffnet und hier abrufbar. Nach Abschluss der Befragung ist vorgesehen, mit Teilnehmenden vertiefende Gespräche zu führen, um Marktbedürfnisse und Projektentwicklung aufeinander abzustimmen.

Laut Projektpartnern soll der NBHC einen Beitrag zur europäischen Energiesicherheit und Dekarbonisierung leisten. Der Aufbau eines dedizierten Wasserstoff-Backbones durch Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Deutschland wird als Schritt zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und zur Förderung von Investitionen in erneuerbare Energien bewertet. Das Projekt gilt zugleich als Beispiel für verstärkte regionale Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union.

„Projekt von gemeinsamem Interesse“

Der NBHC ist von der Europäischen Kommission als Project of Common Interest (PCI) eingestuft und erhält für die Machbarkeitsphase Fördermittel in Höhe von 6,8 Mio. Euro aus der Connecting Europe Facility (CEF). Nach Abschluss einer Vor-Machbarkeitsstudie im Juni 2024 begann 2025 die ausführliche Machbarkeitsphase. Die nationalen und grenzüberschreitenden Studien sollen bis Anfang 2027 abgeschlossen sein und als Grundlage für die Entscheidung über die weitere Umsetzung dienen.

„NBHC ist mehr als nur eine Pipeline – es ist die Lebensader der europäischen Energiesicherheit. Dieses Projekt wird ein widerstandsfähiges, erneuerbares Energiesystem schaffen, das den Green Deal und die REPowerEU-Strategie unterstützt und gleichzeitig ein neues wirtschaftliches Ökosystem für Wasserstoff etabliert. Durch die Verbindung von sechs Mitgliedstaaten zeigt der NBHC, wie Zusammenarbeit Klimaziele in industrielle Realität umsetzen kann“, so Ontras-Geschäftsführer Steuerung und Entwicklung Ralph Bahke.

Langfristig ist geplant, dass der NBHC bis 2040 eine Transportkapazität von rund 2,7 Mio. Tonnen Wasserstoff pro Jahr erreicht. Das vorgesehene Leitungsnetz soll etwa 2.500 km umfassen und die beteiligten sechs Länder verbinden. Als Bestandteil des Zehnjahres-Netzentwicklungsplans (TYNDP) ist der kommerzielle Betrieb derzeit ab 2033 vorgesehen.

(Quelle: Ontras)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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