Netzausbau geht voran
Laut Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz wurden 2025 über 500 km neue Leitungen an Land genehmigt, die EnLAG (Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen)-Projekte sind weitgehend abgeschlossen. Offshore sind über 950 km Anbindungen in Planung, mehr als 200 km im Bau. Offshore Windparks speisten 5.400 GWh Strom ein, rund 10 % mehr als 2024. Stefan Kapferer, CEO bei 50Hertz, betont:
„Die Ostsee ist zu einem energiewirtschaftlichen Anker für Deutschland geworden. Der Ausbau der Netze – an Land wie auf See – ist zentral, um Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stärke miteinander zu verbinden.“
Erneuerbare und Anschlüsse
Weiter hält 50Hertz fest: Der Stromverbrauch lag 2025 bei 93,27 TWh, die erneuerbare Erzeugung bei 69 TWh. Wind und Photovoltaik bleiben die tragenden Säulen; der EE Anteil am Verbrauch stieg auf 74 %, mit Blick auf das 100 % Ziel bis 2032. Die Zahl der Netzanschlussbegehren übersteigt die Kapazitäten deutlich. Über 90 Zusagen wurden erteilt, weitere umfangreiche Anfragen für Speicher, Rechenzentren und Elektrolyseure liegen vor. Zum 1. April soll ein Reifegradverfahren eingeführt werden, das Anschlüsse nach Realisierungsfortschritt priorisiert.
„Diese Anpassung war dringend erforderlich – wären wir beim alten Verfahren geblieben”, so Kapferer, „wären innerhalb kürzester Zeit auch über 2030 hinaus alle verfügbaren Netzanschlüsse blockiert worden.“
Sicherheit und Finanzen
Mit Blick auf die Kraftwerksstrategie fordert 50Hertz, ein Drittel der geplanten 12 GW steuerbarer Leistung im „netztechnischen Norden“ zu errichten, um bei Störfällen eine rasche Wiederversorgung des Ostens zu sichern. Sicherheit erhält laut Unternehmen angesichts geopolitischer Spannungen größere Bedeutung; Schutzmaßnahmen, Schulungen und Notfallkonzepte wurden ausgeweitet.
„Resilienz kostet – aber mangelnde Resilienz kostet mehr“, unterstreicht Kapferer. „Wir brauchen einen klaren regulatorischen Rahmen, der Investitionen in Sicherheit planbarer macht. Nur dann können wir die kritische Infrastruktur so schützen, wie es die Lage erfordert.“
Finanziell investierte 50Hertz eigenen Angaben zufolge im Jahr 2025 rund 3,8 Mrd. Euro. Für die Jahre 2026 bis 2028 sind jährlich etwa 5 Mrd. Euro vorgesehen. Das Ergebnis nach IFRS (International Financial Reporting Standards) stieg von 310 auf 486 Mio. Euro, auch durch Sondereffekte wie die geplante Körperschaftsteuersenkung ab 2028. Die Muttergesellschaft Eurogrid setzte die nachhaltige Finanzierungsstrategie fort.
„Besonders stolz sind wir auf die Emission von Deutschlands erstem EU Green Bond nach dem neuen European Green Bond Standard mit einem Gesamtvolumen von über 1 Mrd. Euro in zwei Tranchen“, erklärt Christine Janssen, CFO bei 50Hertz, zur Einwerbung von 800 Mio. Euro über einen weiteren Green Bond und verweist weiter auf die Bedeutung eines international wettbewerbsfähigen Regulierungsrahmens: „Damit wir weiterhin entschlossen in kritische Energieinfrastruktur investieren können, brauchen wir stabile und international wettbewerbsfähige regulatorische Rahmenbedingungen. Langfristige Investitionen in Netzausbau und Resilienz gelingen nur mit klaren und gesicherten Parametern.“
Elia Group stärkt Perspektive
Bernard Gustin, CEO der Elia Group (Muttergesellschaft von 50Hertz), hebt hervor, dass die Elia Group das Kapital von 50Hertz weiter gestärkt und die Partnerschaft mit der KfW Bankengruppe vertieft hat. Er betont, dies erhöhe die Fähigkeit von 50Hertz, zentrale Infrastrukturprojekte umzusetzen und Systemsicherheit zu gewährleisten – in einer Phase zunehmender Elektrifizierung und geopolitischer Spannungen. Die Elia Group positioniert sich als Treiber einer integrierten, grenzüberschreitenden Strominfrastruktur in Europa und plant eigenen Angaben zufolge im Jahr 2026 Investitionen von 6,8 Mrd. Euro in Belgien und Deutschland.
(Quelle: 50Hertz)









