Das Klinikum Bremen-Nord bezieht seit dem 22. Juni Fernwärme statt Erdgas. Krankenhausdirektorin Vivien Voigt erklärte, dass der mehrwöchige Testbetrieb nun abgeschlossen sei und das Netz stabil laufe laufe.
Die Versorgung läuft über ein neues Wärmenetz von Enercity Contracting im Bremer Stadtteil Blumenthal. Das Unternehmen baut das Netz seit Anfang 2025 in den Stadtteilen Blumenthal und Vegesack. Das Krankenhaus zählt zu den ersten Großabnehmern des Netzes.
Großabnehmer wie das Klinikum schaffen die wirtschaftliche Basis für den Netzausbau. Sie ermöglichen den schrittweisen Anschluss weiterer öffentlicher Einrichtungen, Unternehmen und Wohnquartiere. Der Anschluss des Klinikums zeigt, wie sich auch große und energieintensive Liegenschaften auf eine weitgehend fossilfreie Wärmeversorgung umstellen lassen.
Abwärme aus der Abfallverwertung als Wärmequelle
Die neue Wärmeversorgung basiert auf unvermeidbarer Abwärme aus der thermischen Abfallverwertung. Die HKW Blumenthal GmbH stellt die Wärme am Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk im Wollkämmerei-Quartier bereit. Enercity Contracting übernimmt die Wärme und verteilt sie über das neue Netz an die Kunden in Bremen-Nord.
Mehr als 80 Prozent der Enercity-Fernwärme stammen aus der thermischen Abfallverwertung. Das Wärmeplanungsgesetz stuft diese Wärme als unvermeidbare Abwärme ein und stellt sie erneuerbaren Energieträgern gleich. Gebäudeeigentümer erfüllen mit dem Netzanschluss die gesetzlichen Vorgaben zur Nutzung erneuerbarer Energien.
Jan Fries, Staatsrat für Umwelt, Klima und Wissenschaft in Bremen, ordnet den Anschluss als Beitrag zur Versorgungssicherheit kritischer Infrastruktur ein. Das Krankenhaus reduziere damit seinen direkten Einsatz fossiler Energieträger.
Weitere Bauabschnitte für 2027 geplant
Der Anschluss des Klinikums markiert den Abschluss des ersten Bauabschnitts des Wärmenetzes in Bremen-Nord. Für Gesundheit Nord ist das Projekt Teil der eigenen Klimaschutzstrategie und der Transformation zu einer weitgehend fossilfreien Wärmeversorgung.
Die nächsten Bauabschnitte umfassen den Anschluss mehrerer Schulen und weiterer öffentlicher Liegenschaften in Blumenthal und Vegesack. Die Bauarbeiten beginnen Anfang 2027.






