Generic filters
FS Logoi

L-/H-Gasumstellung bei OGE für 2021 erfolgreich abgeschlossen

Alle für das laufende Jahr geplanten Umstellungsaktivitäten von L- auf H-Gas bei der OGE wurden erfolgreich abgeschlossen. Im Netzgebiet der OGE wurde die Versorgung von insgesamt rund 260.000 Gasgeräten auf H-Gas umgestellt. Im Jahr 2021 wurde das Tempo nochmals erhöht: erstmals wurden deutschlandweit mehr als 550.000 Geräte in einem Jahr von L- auf H-Gas umgestellt. […]

von | 03.11.21

ZEELINK-Pipeline Immerath

Alle für das laufende Jahr geplanten Umstellungsaktivitäten von L- auf H-Gas bei der OGE wurden erfolgreich abgeschlossen. Im Netzgebiet der OGE wurde die Versorgung von insgesamt rund 260.000 Gasgeräten auf H-Gas umgestellt. Im Jahr 2021 wurde das Tempo nochmals erhöht: erstmals wurden deutschlandweit mehr als 550.000 Geräte in einem Jahr von L- auf H-Gas umgestellt.

Frank Harlacher, Projektleiter L-/H-Gas Umstellung bei OGE, betont: „Das Jahr 2021 war ein wichtiger Praxistest für die Marktraumumstellung: Neben den hohen Gerätezahlen, die die Branche erstmalig erfolgreich gemeistert hat, wurde mit der Inbetriebnahme der ZEELINK-Leitung auch eine wesentliche Voraussetzung für die gesamte weitere L-/H-Gas Umstellung geschaffen. Insofern blicken wir optimistisch auf die kommenden Jahre.“

Mega-Projekt ZEELINK

Die 216 km lange ZEELINK-Leitung (Bild) gilt mit einem Investitionsvolumen von 695 Mio. Euro als eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands der letzten Jahre und wurde im Mai dieses Jahres gemäß Planung in Betrieb genommen. ZEELINK ist von zentraler Bedeutung für die deutschlandweite L-/H-Gas Umstellung, da sie für zahlreiche heute noch mit L-Gas versorgten Gebiete zukünftig den H-Gas Antransport sicherstellt.

OGE-Netzgebiet: Umstellung bis 2029

Im Netzgebiet der OGE dauert die Umstellung noch bis zum Jahr 2029. Auch in den kommenden Jahren bleibt der Ausbau des Gastransportnetzes eine wichtige Voraussetzung für die L-/H-Gas Umstellung. OGE errichtet derzeit eine rund 18 km lange Leitung von Erftstadt nach Euskirchen, die sog. EUSAL, die ab dem Jahr 2022 die H-Gas Versorgung von Euskirchen und angrenzenden Gemeinden übernehmen wird. Für die ab dem Jahr 2023 stattfindenden L-/HGas-Umstellungen im Raum Köln und Leverkusen errichtet die Nordrheinische Erdgastransportleitungsgesellschaft (NETG) die rund 23 km lange Leitung Voigtslach-Paffrath von Leverkusen nach Bergisch Gladbach. Außerdem starten aktuell die bauvorbereitenden Maßnahmen für die ZEELINK Verdichterstation in Legden.

Hintergrund Gasumstellung

Die zeitgerechte Umstellung der Gasarten ist zwingend erforderlich, da die Produktion von L-Gas im Nordwesten Deutschlands sowie in den Niederlanden in den nächsten Jahren zurückgeht. H-Gas dagegen ist international und damit auch für Deutschland in ausreichenden Mengen verfügbar. Die Umstellung auf das hochkalorische H-Gas gewährleistet daher auch auf lange Sicht eine hohe Versorgungssicherheit.
Die abweichende Zusammensetzung des H-Gases erfordert auch eine Anpassung der Gasverbrauchsgeräte und -anlagen in den betroffenen Haushalten der Region. Deutschlandweit müssen bis 2030 insgesamt 5,3 Mio. Gasgeräte auf H-Gas angepasst werden. Alle betroffenen Kunden werden vorher von ihrem zuständigen Netzbetreiber ausführlich schriftlich informiert. Die Umstellungskosten der Haushalts- und Gewerbekunden werden vom Netzbetreiber getragen und über eine deutschlandweite Umlage in den Netzkosten berücksichtigt.
Durch die Umlagesystematik ist gewährleistet, dass auch ein großes Infrastrukturprojekt wie die L-/H-Gas-Umstellung für den einzelnen Kunden nur mit kaum wahrnehmbaren Belastungen verbunden ist.

 

Lesetipp: Fachbericht über ZEELINK von Franz-Josef Kißing und André Graßmann in 3R-6/2021, S. 40 ff.

Transportsystem ZEELINK – ein ganz besonderes Projekt

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

ZEELINK-Pipeline Immerath

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Wasserstoffproduktion aus kommunalem Abwasser
Wasserstoffproduktion aus kommunalem Abwasser

Das Forschungsprojekt reSYNERGY stärkt die Resilienz von Wasser- und Energiesystemen durch die Nutzung von Abwasser für die grüne Wasserstoffproduktion. Geleitet wird das Projekt vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE).

mehr lesen
Korrosionsgeschütztes Kanalrohr gewinnt Wärme aus Abwasser
Korrosionsgeschütztes Kanalrohr gewinnt Wärme aus Abwasser

Die Bernhard Müller Betonsteinwerk GmbH hat ein korrosionsgeschütztes Kanalrohr mit integriertem Wärmetauscher auf den Markt gebracht. Das Rohr gewinnt Wärme direkt aus dem durchfließenden Abwasser, ohne den Kanalbetrieb einzuschränken. Städte und Gemeinden erhalten damit eine zusätzliche Option für die kommunale Wärmeplanung.

mehr lesen
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein

Die RWE Power AG hat am 6. Juli mit dem Bau eines Verteilbauwerk für eine Rheinwassertransportleitung in Grevenbroich-Allrath gestartet. Ab 2030 soll das Bauwerk eine Bündelungsleitung vom Rhein mit zwei Trassen zu den künftigen Tagebauseen Hambach und Garzweiler verbinden. So soll Rheinwasser in die beiden Tagebauseen geleitet werden und damit die geplante Flutung der Restlöcher ermöglichen.

mehr lesen
Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten
Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten

Mit dem symbolischen Spatenstich für „H₂Coastlink 1“ startet EWE NETZ den Bau einer 24 km langen Wasserstoffleitung zwischen Emden und Leer. Sie verbindet künftig den Elektrolyseur in Emden mit dem Wasserstoff-Kernnetz. An die Leitung sollen weitere Leitungen des Wasserstoff-Kernnetzes angeschlossen werden.

mehr lesen
INES-Gas-Szenarien: Marktbedingungen gefährden Wiederbefüllung der Gasspeicher
INES-Gas-Szenarien: Marktbedingungen gefährden Wiederbefüllung der Gasspeicher

Die Initiative Energien Speichern e.V. (INES) hat am 7. Juli ihr aktuelles Juli-Update der Gas-Szenarien veröffentlicht. Die Modellanalysen zeigen: Technisch ist eine Befüllung der deutschen Gasspeicher bis zum 1. November 2026 auf den gebuchten Stand* von 76 % weiterhin möglich. Ob dieses Niveau tatsächlich erreicht wird, hängt jedoch entscheidend von den Marktbedingungen ab. Die derzeitigen Preisentwicklungen setzen kaum Anreize zur Einspeicherung von Gas und gefährden damit die Versorgungssicherheit für den kommenden Winter.

mehr lesen

Publikationen zum Thema