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Leitungsnetz transportiert ersten Wasserstoff von Lingen zum Chemiepark Marl

Über ein rund 120 Kilometer langes Leitungsnetz ist nun erstmals Wasserstoff aus der RWE-Elektrolyseanlage in Lingen zum Chemiepark in Marl geflossen. Die Fernleitungsnetzbetreiber Nowega und OGE haben die Leitungen gemeinsam mit der Evonik-Tochter SYNEQT für den Transport bereitgestellt. Damit hat einer der ersten fertiggestellten Abschnitte des bundesweiten Wasserstoff-Kernnetzes den Betrieb aufgenommen.

von | 05.08.26

Rund 120 Kilometer Leitungslänge verbinden Elektrolyse, Speicher und Industrie im industriellen Maßstab.
© RWE Generation SE
Pipeline transportiert ersten Wasserstoff zum Chemiepark

OGE-Chef Thomas Hüwener bezeichnet den Netzstart als wichtigen Schritt für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in der Region. Das Projekt GET H2 Nukelus erprobt zugleich zentrale Marktprozesse wie Netzzugang, Kapazitätsbuchung und Bilanzierung unter realen Bedingungen.

Erster Wasserstofftransport belegt Funktion des Gesamtsystems

ITM Power und Linde Engineering errichten am RWE-Standort in Lingen zwei PEM-Elektrolyseure mit je 100 MW Leistung. Bereits in den kommenden Monaten will der Energiekonzern die Anlagen auf den kommerziellen Betrieb vorbereiten. Bis Ende 2026 soll die Anlage mit einer Gesamtleistung von 200 MW laut RWE vollständig in Betrieb gehenAb 2027 soll diese dann auf 300 MW erweitert werden.

Der in Lingen produzierte Wasserstoff erfüllt die EU-Anforderungen für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO). Abnehmer erhalten dafür Nachhaltigkeitsnachweise und rechnen den Wasserstoff auf ihre Dekarbonisierungsziele an. RWE speist den Wasserstoff von der Elektrolyseanlage dann in das rund 120 Kilometer langes Leitungsnetz ein, das den Energieträger bis zu Evonik in den Chemiepark in Marl transportiert. Am Chemiepark angekommen, nutzt die Industrie den Wasserstoff direkt für ihren Bedarf, erklärte SYNEQT-Geschäftsführer Thomas Basten. Mit dem erneuerbaren Wasserstoff will Evonik den im Chemiepark verwendeten fossilen Wasserstoff schrittweise ersetzen. Die Verfügbarkeit stärkt zugleich die Attraktivität des Standortes für neue Ansiedlungen.

RWE-Generation-CEO Nikolaus Valerius wertet die Ankunft des zertifizierten Wasserstoffs in Marl als Beleg für die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems. Elektrolyse, Transportinfrastruktur und Abnahme greifen damit erstmals im Realbetrieb ineinander.

Get H2 Nukleus nimmt Fahrt auf

Das Projekt Get H2 Nukleus nimmt Fahrt auf (© RWE Generation SE)

Weitere Leitungsprojekte schließen an das Netz an

An das Leitungsnetz knüpfen bereits mehrere Projekte an. Ende 2025 haben OGE und Nowega eine rund 10 Kilometer lange Neubauleitung von Heek nach Epe fertiggestellt, die einen Wasserstoffspeicher anbindet. RWE Gas Storage West befüllt diesen Kavernenspeicher ab Ende 2026 als ersten kommerziellen Wasserstoffspeicher Europas; die Inbetriebnahme ist für Mitte 2027 geplant.

Um weitere Industriekunden anzuschließen, stellen OGE und Nowega bis 2027 zusätzlich eine bestehende Leitung von Legden nach Dorsten auf Wasserstoffbetrieb um und errichten eine neue Leitung von Dorsten nach Marl. Bereits in Betrieb ist zudem eine Leitung von SYNEQT, die den Chemiepark Marl mit der Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven verbindet.

Bund sowie die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fördern Teile des GET H2 Nukleus Projekts im Rahmen des IPCEI-Programms Hy2Infra.

 

(Quelle: RWE/OGE/Nowega/SYNEQT /2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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