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Meilenstein für den Wasserstoff-Importkorridor H2med: Firma BarMar gegründet

Einen bedeutenden Fortschritt für das Projekt H2med haben die drei beteiligten Gasnetzbetreiber bekanntgegeben. Enagás (Spanien) – über ihre Tochtergesellschaft Enagás Infraestructuras de Hidrógeno (EIH) –, NaTran und Teréga (Frankreich) haben die Gesellschaftervereinbarung für BarMar unterzeichnet.

von | 08.07.25

Das Foto mit Thomas Hüwener (OGE), Arturo Gonzalo (Enagás, Spanien), Pierre Duvieusart (NaTran, Frankreich), Carolle Foissaud (Teréga, Frankreich) und Rodrigo Costa (REN, Portugal) wurde bei dem Treffen der CEOs mit Teresa Ribera am 24. Juni in Brüssel aufgenommen
©Mathilde Woringer, Terega

Diese Vereinbarung sieht die Gründung eines Joint Ventures vor, das sich der Entwicklung des Projekts von gemeinsamem Interesse (PCI) BarMar widmet, einer Pipeline für erneuerbaren Wasserstoff, die Barcelona (Spanien) mit Marseille (Frankreich) verbinden wird – gemeinsam mit dem CelZa-Pipelineprojekt bildet es einen wichtigen Teil des H2med-Korridors.

Dies ist ein wichtiger Schritt, der ein Jahr nach der Unterzeichnung einer gemeinsamen Vereinbarung im Juni 2024 erfolgt. Er schafft eine klare Struktur und beschleunigt die Umsetzung dieses zentralen Bestandteils des ersten sauberen Wasserstoffkorridors der Europäischen Union. Er soll bis etwa 2030 10% des Wasserstoffverbrauchs in Europa decken.

BarMar als Rückgrat des Projekt

Das neue Unternehmen mit Sitz in Südfrankreich, in der Region Sud-Provence-Alpes-Côte d’Azur, bildet das Rückgrat des Projekts. Die Anteile verteilen sich auf EIH-Enagás mit 50 %, NaTran mit 33,3% und Teréga mit 16,7%. Diese Aufteilung entspricht den Anteilen im H2med-Projekt, an dem Spanien und Frankreich zu jeweils 50% beteiligt sind. Francisco Pablo de la Flor García von Enagás wurde zum Chief Executive Officer (CEO) des neuen Unternehmens ernannt.

Dieser wichtige Meilenstein wurde erreicht, wenige Tage nachdem Führungskräfte aller fünf an H2med beteiligten Gasnetzbeteriber die Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Teresa Ribera, getroffen hatten. Sie ist für den grünen, gerechten und wettbewerbsfähigen Wandel zuständig. Das Treffen verdeutlicht die Unterstützung der EU für das Projekt H2med.

Die Dynamik des Projekts wird durch die kürzlich unterzeichneten Fördervereinbarungen mit der Europäischen Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) für die Projekte BarMar und CelZa (Celorico–Zamora) weiter gestärkt. Die zugesagte Förderung entspricht 100% der im Rahmen der Connecting Europe Facility (CEF) beantragten Mittel und decken 50% der Entwicklungskosten. Diese Mittel sind für den Start der technischen Studien, der maritimen Untersuchungen und der Umweltverträglichkeitsprüfungen, die für das Genehmigungsverfahren erforderlich sind, von entscheidender Bedeutung.

Francisco de la Flor ist CEO von BarMar

Francisco de la Flor ist seit über 35 Jahren in der Energie- und Erdgasbranche tätig und hatte verschiedene verantwortliche Positionen in den Bereichen Handel, Technik, Beschaffung, Internationales, Planung, Regulierung und öffentliche Angelegenheiten bei Enagás und anderen Unternehmen inne. Derzeit ist er Vorsitzender der Expertengruppe für Gas der UNECE und Mitglied des Exekutivkomitees und des Rates der IGU. Er ist in der GII GNL, im LNG2026-Programmausschuss und im Investitionsausschuss der BIAC/OECD tätig. Zuvor war er Präsident von Gas LNG Europe und Vorstandsmitglied von GIE, ENTSOG, NGVA, Marcogaz und Sedigas. Francisco de la Flor hat Abschlüsse in Chemieingenieurwesen und Wirtschaftswissenschaften sowie Betriebswirtschaft und absolvierte ein Führungskräfte-Programm an der IESE Business School.

Arturo Gonzalo, Geschäftsführer von Enagás: „Die Gründung dieses gemeinsamen Unternehmens verkörpert unser gemeinsames Engagement und unsere Entschlossenheit, diese wichtige Energieinfrastruktur für Europa umzusetzen. Dies ist der Beginn einer neuen operativen Phase, in der wir die technischen und regulatorischen Herausforderungen mit einem integrierten Team und einem gemeinsamen Ziel angehen werden: H2med Wirklichkeit werden zu lassen.“

Sandrine Meunier, Geschäftsführerin von NaTran: „Dieses neue Gemeinschaftsunternehmen bietet den notwendigen Rahmen für die langfristige Entwicklung der Wasserstoffpipeline BarMar, einer Schlüsselkomponente des H2med-Projekts. Es gibt auch der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei der Entwicklung strategischer Energieinfrastrukturen zur Dekarbonisierung unserer Industrien eine konkrete Form. Mit Sitz in Frankreich ist das Unternehmen BarMar nun ein Ort, an dem das gesamte Know-how aller Partner im Bereich Wasserstofftransport zusammenfließt, um eine neue Phase der Energieversorgung in Europa einzuleiten.“

Carolle Foissaud, Geschäftsführerin von Teréga: „Die Ankündigung des Unternehmens BarMar verankert H2med im Herzen der europäischen Energiesouveränität und ermöglicht die Erreichung der CO2-Neutralitätsziele. Die europäische Finanzierung zeugt vom Vertrauen in unser gemeinsames Know-how. Zusammen mit seinen Partnern setzt sich Teréga mit ganzer Kraft dafür ein, diesen europäischen Korridor für sauberen Wasserstoff zum Erfolg zu führen, um die Dekarbonisierung unserer Industrien und Regionen voranzutreiben.“

Beteiligte Unternehmen

Enagás ist ein Gasnetzbetreiber (TSO) mit 50 Jahren Erfahrung in der Entwicklung, dem Betrieb und der Wartung von Energieinfrastrukturen. Das Unternehmen verfügt über mehr als 12.000 km Gasleitungen, drei unterirdische Speicheranlagen und acht Regasifizierungsanlagen. Das Unternehmen ist in sieben Ländern tätig. In Spanien ist es der technische Verwalter des Gassystems und gemäß dem Königlichen Gesetzesdekret 8/2023 kann Enagás als vorläufiger Wasserstoffnetzbetreiber (HTNO) tätig sein und H2med, das spanische Wasserstoffnetz und die dazugehörigen Speicheranlagen, entwickeln. Im Einklang mit seinem Engagement für die Energiewende hat Enagás das Ziel verkündet, bis 2040 CO2-neutral zu werden, mit einer festen Verpflichtung zur Dekarbonisierung und zur Förderung erneuerbarer Gase, insbesondere Wasserstoff.

NaTran: NaTran ist der neue Name von GRTgaz. Im Jahr 2025 änderte NaTran seinen Namen und startete ein neues Unternehmensprojekt mit den Schwerpunkten Energiewende und CO2-Neutralität. Um seine strategischen Ziele zu erreichen, passt das Unternehmen seine Netze und Praktiken an die ökologischen, wirtschaftlichen und digitalen Herausforderungen an. Es bietet Infrastruktur- und Logistiklösungen, die auf Gase zugeschnitten sind, die zur Energiewende beitragen (Biomethan, Wasserstoff und CO2). NaTran ist der zweitgrößte Gasnetzbetreiber in Europa. Die Gruppe hat zwei Tochtergesellschaften: Elengy (Europas führender LNG-Terminalbetreiber) und NaTran Deutschland (Betreiber des MEGAL-Netzes). NaTran erfüllt öffentliche Versorgungsaufgaben, um die sichere Gasversorgung seiner Kunden zu gewährleisten. Das Forschungszentrum NaTran R&I (ehemals RICE) ist eine internationale Referenz für Forschung und Innovation im Bereich der Energiewende. Kennzahlen der NaTran-Gruppe: 33.800 km Pipelines, 590 TWh transportiertes Gas, fast 3.850 Mitarbeiter, fast 2,5 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2024.

OGE ist einer der führenden Gasnetzbetreiber in Europa. Mit einem rund 12.000 km langen Leitungsnetz transportiert OGE Gas durch ganz Deutschland und ist aufgrund der geografischen Lage das Bindeglied für die Gasflüsse im europäischen Binnenmarkt. Die rund 2.000 Mitarbeiter der OGE-Gruppe stehen für Versorgungssicherheit. Das Netz stellt OGE allen Marktteilnehmern diskriminierungsfrei, marktorientiert und transparent zur Verfügung.

REN – Gasodutos, S.A. ist der portugiesische Gas-TSO und Teil von REN – Redes Energéticas Nacionais, SGPS, S.A., einer Unternehmensgruppe, die den portugiesischen Strom-TSO sowie weitere Gasaktivitäten in Portugal integriert, darunter den LNG-Terminal Sines, die Untergrundspeicher und ein Gasverteilungsunternehmen. Neben seiner Tätigkeit in Portugal verfügt REN auch über Gas- und Stromnetze in Chile und ist an dem Kraftwerk Cahora Bassa in Mosambik beteiligt. REN – Gasodutos, S.A. ist für die Planung, den Bau, den Betrieb und die Wartung von mehr als 1.300 km Hochdruckpipelines in Portugal sowie für das technische Management des nationalen Gasnetzes verantwortlich.

Teréga – Teréga wurde im Südwesten Frankreichs, an der Schnittstelle zwischen den wichtigsten europäischen Gasströmen, gegründet und verfügt seit über 80 Jahren über Know-how in der Entwicklung von Infrastrukturen für den Gastransport und die Gasspeicherung. Heute entwickelt das Unternehmen weiterhin Lösungen, um die großen energiepolitischen Herausforderungen zu bewältigen, denen Frankreich und Europa gegenüberstehen. Teréga betreibt über 5.000 km Pipelines und zwei unterirdische Speicherreservoirs, die 15,8 % des französischen Gastransportnetzes und 27 % der nationalen Speicherkapazität ausmachen. Im Jahr 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 488 Mio. Euro (ohne Ausgleichs- und Engpassmanagement) und beschäftigte mehr als 647 Mitarbeiter.

(Quelle: OGE)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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