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Neue Wind-zu-Wärme-Anlage spart jährlich 100.000 Tonnen CO₂

Eine der größten Wind-zu-Wärme-Anlagen in Deutschland ist fertig: Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck hat am 9. Juni gemeinsam mit Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt, Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan, der technischen Geschäftsführerin der Hamburger Energiewerke, Kirsten Fust, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz Stefan Kapferer, dem Wedeler Bürgermeister Gernot Kaser sowie zahlreichen Gästen auf dem Gelände des […]

von | 12.06.23

Feierten mit Fertigstellung der Wedeler Wind-zu-Wärme-Anlage einen weiteren Meilenstein bei Hamburgs Wärmewende: Stefan Kapferer, Gernot Kaser, Tobias Goldschmidt, Jens Kerstan, Robert Habeck und Kirsten Fust vor der neuen Wind-zu-Wärme-Anlage in Wedel (v.l.n.r.)
Bild: Hamburger Energiewerke

Eine der größten Wind-zu-Wärme-Anlagen in Deutschland ist fertig: Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck hat am 9. Juni gemeinsam mit Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt, Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan, der technischen Geschäftsführerin der Hamburger Energiewerke, Kirsten Fust, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz Stefan Kapferer, dem Wedeler Bürgermeister Gernot Kaser sowie zahlreichen Gästen auf dem Gelände des Heizkraftwerks Wedel die Fertigstellung der Anlage gefeiert.

Die Power-to-Heat-Anlage (PtH) wandelt künftig Windstrom aus Norddeutschland in grüne Fernwärme zum Heizen und für die Warmwasserversorgung um. Dafür koppelt die Anlage die Verbrauchsformen erneuerbaren Strom mit Wärme und trägt so dazu bei, den von Windkraftanlagen auf See und an Land erzeugten Strom effizient und regional zu nutzen.

Mit der Leistung von 80 Megawatt lassen sich rechnerisch 27.000 Hamburger Haushalte mit grüner Fernwärme versorgen. Durch den Einsatz der Anlage können pro Jahr bis zu 100.000 t CO2 zusätzlich eingespart werden. Zudem lässt sich der Kohleeinsatz im Heizkraftwerk Wedel bis zur Stilllegung um rund 50.000 t jährlich reduzieren.

Die Anlage ist flexibel einsetzbar und funktioniert nach dem Prinzip eines Wasserkochers. In den beiden Elektrokesseln werden durch den erneuerbaren Strom jeweils rund 23.000 Liter Wasser auf bis zu 138 °C erhitzt und die Wärme über Wärmetauscher an das Heizwasser abgegeben und so als grüne Fernwärme in das Hamburger Stadtwärmenetz eingespeist. Die PtH-Anlage soll künftig immer dann zum Einsatz kommen, wenn in Norddeutschland mehr Windstrom erzeugt wird, als über die Stromleitungen abtransportiert werden kann. Um solche Engpässe abzumildern, können die Hamburger Energiewerke (HEnW) die PtH-Anlage auf Anforderung von 50Hertz aktivieren und den Strom zur Wärmeerzeugung nutzen. Diesen Strom müsste der Übertragungsnetzbetreiber andernfalls abregeln und die Windparkbetreiber für die nicht erzeugten Strommengen entschädigen. Stattdessen nutzen die Hamburger Energiewerke diesen Strom für grüne Fernwärme und erstatten 50Hertz die im Heizkraftwerk Wedel ersparten Brennstoffkosten.

Die Investitionskosten für die Anlage und deren Anbindung an das Stromübertragungsnetz belaufen sich auf rund 31,5 Mio. Euro und werden vom Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz getragen. 50Hertz hat die Anlage auf Basis einer volkswirtschaftlichen Berechnung finanziert, nach der die sogenannten Redispatch-Kosten durch abgeregelte Windenergieanlagen innerhalb von fünf Jahren die Investitionskosten in die Anlage übersteigen werden. Während der ertragsdauer hat 50Hertz daher das exklusive Recht, die Anlage ins eigene Engpassmanagement einzubeziehen. Rechtliche Grundlage dafür ist das Energiewirtschaftsgesetz (§ 13 Abs. 6a EnWG).

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz: „Power-to-Heat-Anlagen sind ein sehr wichtiger Baustein für das Gelingen der Wärmewende. Der Einsatz von erneuerbaren Energien in der Wärmeerzeugung trägt maßgeblich dazu bei, fossile Energieträger und Emissionen einzusparen. Durch die Kopplung des Strom- und Wärmesektors können wir zudem Strom aus erneuerbaren Energien in das gesamte Versorgungssystem integrieren. Hamburg geht in Wedel bei der Dekarbonisierung der Wärmenetze tatkräftig und vorausschauend voran. Die Wind-zu-Wärme-Anlage in Wedel zeigt, dass die Wärmewende Realität wird. Das ist ein gutes Signal für den Klimaschutz.“

Jens Kerstan, Hamburgs Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Deutschland schaut auf Hamburg, denn wir zeigen, wie die Wärmewende erfolgreich umgesetzt wird. Die Hamburger Fernwärme soll bis 2030 kohlefrei werden und sie eignet sich hervorragend zur Verwertung erneuerbarer Strommengen aus Wind und Sonne. Diese Power-to-Heat-Anlage zur Gewinnung von grüner Fernwärme wird einen beachtlichen Beitrag zur Wärmewende leisten. Denn weitere 27.000 Wohneinheiten können damit künftig mit Fernwärme versorgt werden. Bereits heute liefern die HEnW Fernwärme für rund 250.000 Haushalte in Hamburg und werden einen Großteil des Ausbauziels realisieren. Je mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, desto eher können wir Netzengpässe und die Abschaltung von Windkraftanlagen vermeiden. Dieses Projekt ist ein weiterer Leuchtturm auf dem Weg zur Dekarbonisierung der Energiewirtschaft und ein hervorragendes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein.“

Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein: „Für eine erfolgreiche Wärmewende brauchen wir einen prall gefüllten Instrumentenkasten. Dazu zählen individuelle Heizlösungen, Nah- und Fernwärme genauso wie gutes Dämmen. All dies wird in der klimaneutralen Wärmewelt von morgen eine wichtige Rolle spielen, denn jede Wohnlage ist anders und erfordert eine passgenaue Antwort. Die neue Power-to-Heat Anlage in Wedel wird die Wärmewende in der Region kräftig voranbringen. Ich freue mich sehr, dass am Standort des alten Kohlekraftwerks in Wedel nun die Zukunft beginnt und wünsche mir mehr davon. Als Land der Erneuerbaren Energien steht Schleswig-Holstein in den Startlöchern auch die Metropole Hamburg mit Erneuerbaren Energien zu versorgen. Im norddeutschen Verbund arbeiten wir gemeinsam mit dem Bund ebenso an gut ausgebauten Stromnetzen wie an einem geeigneten energiewirtschaftlichen Rahmen für die Dekarboniserung. Das Power-to-Heat-Projekt in Wedel steht sinnbildlich für einen Neuaufbruch in der ohnehin sehr guten Energiekooperation beider Länder.“

Kirsten Fust, Technische Geschäftsführerin der Hamburger Energiewerke: „Mit der Fertigstellung unserer zweiten Power-to-Heat-Anlage haben wir einen weiteren Meilenstein bei Hamburgs Wärmewende erreicht. Die Anlage wandelt künftig Windstrom in grüne Stadtwärme um und trägt so zur Ressourceneffizienz bei. Sie erhöht die Flexibilität im norddeutschen Stromnetz und hilft die Hamburger Wärmeerzeugung noch schneller zu dekarbonisieren. Am Standort Wedel können wir den Einsatz fossiler Energieträger dadurch weiter reduzieren und die Emissionen vor Ort signifikant senken. Sektorenkopplung mit flexiblen Lasten sorgt dafür, dass die Energiewende gelingt.“

(Quelle: Hamburger Energiewerke)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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