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Reallabor Energiepark Bad Lauchstädt: Startschuss für das ONTRAS H2-Startnetz

Nach dem offiziellen Spatenstich im Energiepark Bad Lauchstädt laufen bei der ONTRAS Gastransport GmbH (ONTRAS) die Arbeiten an der von Erdgas auf Wasserstoff (H2) umzustellenden Ferngasleitung zwischen Bad Lauchstädt und Leuna auf Hochtouren. Mit dieser Umstellung legt ONTRAS den Grundstein für das Wasserstoffnetz in Ostdeutschland. Das Konsortium Energiepark Bad Lauchstädt hatte das Reallabor-Projekt am 21. […]

von | 13.07.23

Offizieller Spatenstich im Energiepark Lauchstädt
Foto: Tom Schulze

Nach dem offiziellen Spatenstich im Energiepark Bad Lauchstädt laufen bei der ONTRAS Gastransport GmbH (ONTRAS) die Arbeiten an der von Erdgas auf Wasserstoff (H2) umzustellenden Ferngasleitung zwischen Bad Lauchstädt und Leuna auf Hochtouren.

Mit dieser Umstellung legt ONTRAS den Grundstein für das Wasserstoffnetz in Ostdeutschland. Das Konsortium Energiepark Bad Lauchstädt hatte das Reallabor-Projekt am 21. Juni 2023 anlässlich der finalen Investitionsentscheidung im Beisein der Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt) und Michael Kretschmer (Sachsen) eingeweiht.

„Wir freuen uns, dass wir endlich voll loslegen können,“ sagt Uwe Ringel, ONTRAS-Geschäftsführer und betont: „Mit Umstellen statt neu Bauen der 25 km langen Leitung sparen wir erhebliche Zeit und etwa 80 % der Kosten gegenüber einem Neubau.“ Deshalb setze der Fernleitungsnetzbetreiber auch beim künftigen ONTRAS H2-Startnetz für Ostdeutschland wo immer möglich auf bestehende Gasleitungen.

„Mit entscheidend für den gelungenen Start war und ist auch die sehr gute Zusammenarbeit mit den Genehmigungsbehörden in Sachsen-Anhalt.“ erläutert Ringel. So habe man das „Neuland H2-Umstellung“ gemeinsam „beackert“ und nach pragmatischen Lösungen gesucht, die sich später auch bei vergleichbaren Verfahren anwenden lassen. „Damit haben wir eine Blaupause, mit der sich Behörden wie auch ONTRAS für die kommenden Umstellaufgaben gut vorbereitet sehen können“, freut sich Ringel.

Voraussetzung: Wesentliche Vorarbeiten

Der eigentlichen Umstellung vorausgegangen waren mehrmonatige, umfangreiche Vorarbeiten, vor allem eine detaillierte technische Zustandsanalyse mit Materialprüfungen und speziellen Untersuchungsverfahren. Die Arbeiten und Ergebnisse wurden akribisch geprüft, durch unsere Ingenieure wie durch den TÜV Süd, der am Ende seiner Untersuchungen die Wasserstofftauglichkeit der Bestandsleitung feststellte.

Von Erdgas zu Wasserstoff: Notwendige Arbeiten

Für Deutschlands erste umzustellende Leitung von Erdgas auf Wasserstoff errichten Bauleute und Ingenieure von ONTRAS derzeit eine neue Molchschleuse. Durch diese kann später – ähnlich wie bei der Rohrpost – eine Messsonde (Molch) in die H2-Leitung eingeschleust werden, um die Leitung bei laufendem Betrieb untersuchen zu können. Zudem werden an einigen Stellen einzelne Rohrstücke der Bestandsleitung ausgetauscht, entweder um punktuell gealterte Leitungsteile durch neue zu ersetzen oder die äußere Isolierschicht zu erneuern. Anschließend beginnen wir mit dem Abtrennen der H2-Leitung vom Erdgas-System. Dazu bauen wir verschiedene Verbindungsstücke der einzelnen Leitungsabschnitte neu, damit später auch die Wasserstoffversorgung unabhängig vom Erdgas-System funktioniert. 2024 entsteht der erste Wasserstoff-Anschluss für den Ankerkunden des Energieparks TotalEnergies-Raffinerie Mitteldeutschland. Und ab dem 3. Quartal 2025 soll die Leitung dann Grünen Wasserstoff aus dem Energiepark Bad Lauchstädt zur Raffinerie transportieren.

(Quelle. ONTRAS)

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