„Mit dem Bau der Rheinwassertransportleitung beginnt ein neuer Abschnitt für das Rheinische Revier“, so Landrat Frank Rock, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Zukunftsagentur Rheinisches Revier. „Eine Rekultivierung der Tagebaue liegt auch im Interesse des Unternehmens – zugleich ist sie ein großer Gewinn für unsere Bürgerinnen und Bürger. Ein Blick in die Ville-Seenlandschaft zeigt, welches Potenzial in einer gelungenen Rekultivierung steckt: Aus ehemaligen Abbauflächen entstehen wertvolle Natur- und Erholungsräume. Das macht Mut für das künftige Rheinische Seenland.“
Technischer Aufbau und Bauverfahren
Im ersten Bauabschnitt entsteht auf einer rund 7 km langen Trasse der sogenannte „Speedway“-Abschnitt zwischen Hambach und Bergheim. Die Arbeiten werden in einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) durchgeführt: Die Max Streicher GmbH & Co. KG aA, die Leonhard Weiss GmbH & Co. KG und die Epping Rohrvortrieb GmbH + Co. KG verlegen zwei parallel geführte Stahlrohrleitungen mit jeweils rund 6,6 km Länge.

Quelle: RWE
Die Rohre besitzen Durchmesser von bis zu 2,25 m und Wandstärken von 22,5 mm. Insgesamt entstehen über 1.200 Schweißverbindungen. Jedes 12 m lange Segment wiegt rund 15 t. In einer eigens eingerichteten Fertigungsstätte werden die Rohrbögen mithilfe einer speziell beschafften Schneidemaschine vor Ort in montagegerechte Abschnitte geteilt. Zum Einsatz kommen zudem Schweißkabinen und Arbeitsplattformen. Diese wurden für die Dimension dieser Großrohre angepasst.
Je nach Abschnitt erfolgt der Bau in offener oder geschlossener Bauweise: Auf freien Flächen werden offene Gräben angelegt, während an Querungen von Straßen, Bahnstrecken oder Schutzgebieten ein unterirdischer Rohrvortrieb eingesetzt wird. Die Trasse orientiert sich überwiegend an bestehenden Infrastrukturen und verläuft entlang der früheren sogenannten Bandtrasse (Strecke, auf der ein Förderband verläuft) des Tagebaus Hambach.
Zeitplan und Bedeutung für die Region
Bis 2030 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann soll mit der Befüllung des Hambacher Sees begonnen werden, während die Überleitung nach Garzweiler ab 2036 folgen soll. Entlang der Leitung entstehen mehrere zentrale Bauwerke: ein Entnahme- und Pumpbauwerk in Dormagen, ein Verteilerbauwerk bei Grevenbroich-Allrath und das Einleitbauwerk am künftigen Hambacher See.
„Die Rheinwassertransportleitung ist ein Projekt für unsere Region“, betont Dr. Lars Kulik, Vorstandsmitglied Braunkohle der RWE Power AG. „Sie steht für Verlässlichkeit und Zukunft: Wir schaffen neue Seen, sorgen für einen ausgeglichenen, sich selbst tragenden Wasserhaushalt im Rheinischen Revier und sichern den Erhalt der Feuchtgebiete im Norden von Garzweiler. Rund um die neuen Seen entstehen Lebensräume für Natur und Artenvielfalt, sowie neue Chancen für Erholung, Tourismus und Arbeitsplätze. Auf diese Weise schließen wir die Rekultivierung unserer Tagebaue hochwertig, verantwortungsvoll und im Dialog mit unseren Partnern ab.“
Die Bezirksregierung Arnsberg hatte Ende Januar 2026 die Genehmigung für Bau und Betrieb der Rheinwassertransportleitung erteilt.
Weitere Informationen
(Quellen: RWE und Max Streicher)









