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Rheinmetall und Telekom entwickeln Drohnen-Schutzschild

Rheinmetall und die Telekom planen die gemeinsame Entwicklung eines Abwehrschirms gegen Drohnen und Sabotage, um damit Städte und kritische Infrastrukturen in Deutschland zu schützen. Die Vereinbarung erfolgte im Vorfeld der bevorstehenden Fachausstellung für Sicherheitstechnik AFCEA in Bonn.

von | 20.05.26

Drohne über einem Wohngebiet
Quelle: Pixabay/atimedia

Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage und der Zunahme hybrider Bedrohungen durch Sabotage oder Drohnenflüge rückt der Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) weiter in den Fokus. Die beiden Kooperationspartner verfolgen das Ziel, „Fähigkeiten und Technologien gegen vielfältige Angriffsmöglichkeiten auf KRITIS-Standorte zu entwickeln“ („Multi-Threat-Protection-Ansatz“). Dieser umfasst Technologien für die Cybersicherheit sowie den physischen Schutz etwa von Liegenschaften („Perimeter-Sicherheit“).

„Die Bedrohung durch Drohnen ist hochgradig digital“, so Armin Papperger, Vorsitzender des Vorstands der Rheinmetall AG. „Deshalb braucht ihre Abwehr die Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. Rheinmetall und die Deutsche Telekom bündeln genau diese Fähigkeiten.“

Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG betont, dass zum Erreichen von „Souveränität“ Handeln gefragt sei. Mit „Konnektivität, Cloud und Datenanalyse“, den Kompetenzen der Telekom, wolle man „Drohnenabwehr auf ein neues Level“ bringen und in Kooperation mit Rheinmetall auf diese Weise die Souveränität stärken, um die „Sorgen in der Bevölkerung zu reduzieren“.

Telekom: Spezialist für Drohnensicherheit

Die Telekom ist seit 2017 Partner für Drohnensicherheit und hat weltweit kritische Infrastrukturen und Großevents geschützt. Auch bei der Fußball-EM 2024 in Deutschland konnte sie im Auftrag der Polizei illegale Drohnenflüge zuverlässig erkennen. Die Drohnendetektion gilt als technisch anspruchsvoll und erfordert je nach Umgebung unterschiedliche Sensoren. Die Telekom testet und kombiniert eigenen Angaben zufolge seit Jahren verschiedene Technologien, darunter Video-, Audio-, RF-, Remote-ID-Sensoren und Radar.

Besonders verbreitet ist die RF-Detektion: Sie erkennt Funksignale zwischen Drohne und Fernsteuerung und macht so über 90 % der Drohnen im unteren Luftraum sichtbar. Die passiv arbeitenden RF-Sensoren können störungsfrei an Funkmasten installiert werden und haben sich vor allem in dicht bebauten Stadtgebieten bewährt.

Rheinmetall: Drohnenabwehr und Drohnenproduktion

Rheinmetall ist ein führender Anbieter von Flugabwehrsystemen, insbesondere im Nah- und Nächstbereich, und verfügt zugleich über umfassende Kompetenzen in der Entwicklung von Drohnen, autonomen Systemen sowie Sensor- und Datenverarbeitungstechnologien für zivile und sicherheitsrelevante Anwendungen.

Ende 2025 ging Rheinmetall eine Partnerschaft mit der Polizei Hamburg und der Hamburg Port Authority ein, um Drohnendetektions- und Abwehrlösungen für den Hamburger Hafen weiterzuentwickeln. Ziel ist der Schutz kritischer Infrastruktur in einem besonders anspruchsvollen Umfeld, wobei Rheinmetall seine technologische Expertise in die Entwicklung maßgeschneiderter Sicherheitskonzepte einbringt.

Mehr Steuerung von Drohnen über Mobilfunknetze

Die Zahl der Drohnen, die über Mobilfunknetze gesteuert werden, nimmt zu und stellt neue Anforderungen an Erkennung und Abwehr. Die Telekom erforscht gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg, wie sich solche Drohnen finden lassen. Das Mobilfunknetz soll dabei künftig selbst als Sensor dienen und Auffälligkeiten im Datenverkehr erfassen, die auf die Steuerung oder Kommunikation von Drohnen hinweisen. Grundlage ist das 5G-Standalone-Hochleistungsnetzwerk, das die Telekom auf dem Campus der Universität der Bundeswehr München installiert hat und das auf Technik von Ericsson basiert.

Das Steuern von Drohnen per Mobilfunk ist in Deutschland bislang wenig verbreitet. Wer eine Drohne außerhalb der Sichtweite steuert, benötigt dafür in vielen Fällen eine Genehmigung; ohne erforderliche Genehmigung kann das strafrechtliche Folgen haben. Drohnenflüge in Sperrgebieten gelten grundsätzlich als schwerwiegender Eingriff in den Flugverkehr.

Die Telekom berichtet außerdem, dass ihre Systeme im Kundenauftrag bereits verbotene Drohnenflüge punktgenau lokalisiert haben. Dadurch konnten Einsatzkräfte Piloten schnell auffinden.

(Quelle: Rheinmetall)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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