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Smarte Baumbewässerung für klimaresiliente Quartiere

Die Stadt der Zukunft entwickeln, neue Strategien finden und etablieren – und zwar nicht in der Theorie, sondern direkt inmitten von Kommunen und Gemeinden anhand ihrer unmittelbaren Herausforderungen. Das ist das Prinzip der Morgenstadt City Labs. Dabei handelt es sich um urbane Reallabore, die in Zusammenarbeit mit Städten und Unternehmen Systeme in den Bereichen Klimaschutz, Wasserversorgung und Digitalisierung analysieren, erproben und verbessern.

von | 23.04.26

Reallabor Morgenstadt: Hauraton plant das Regenwassermanagement.Über den Schacht wird das gespeicherte Regenwasser für die Bewässerung verteilt
Copyright: Malik Pahlmann, Herausgeber: Hauraton GmbH & Co. KG

Neu gepflanzte Bäume im Quartier werden mit smarter Technologie bewässert. Copyright: Malik Pahlmann, Herausgeber: Hauraton GmbH & Co. KG

Regenwassermanagement: Reallabor Morgenstadt

Initiator der Morgenstadt-Initiative ist das Fraunhofer-Netzwerk. Hauraton beteiligt sich als offizieller Projektpartner an dem Forschungsprojekt „Integrierte Digitalisierung der Wasserversorgung“ (InDigWa) innerhalb der Initiative: Seit November 2025 werden im Wohnbauobjekt der Gewoba im Quartier Gartenstadt Süd in Bremen digitale Lösungen für eine zukunftsfähige Regenwasserbewirtschaftung erprobt. „Hauraton spielt dabei eine zentrale Rolle“, sagt Susanne Schrodi, Produkt Managerin bei Hauraton. „Wir unterstützen die Planung des Regenwassermanagements und liefern die Systeme für Entwässerung, Rückhaltung, Behandlung und Nutzung von Regenwasser. Gemeinsam mit dem Partner RX Watertec setzen wir zudem die sensorbasierte Steuerung der Regenwasserflüsse im Quartier um.“

Integriertes Regenwassermanagement im Quartier

Städte stehen vor wachsenden Herausforderungen durch längere Trockenphasen und häufigere Starkregenereignisse. Vor diesem Hintergrund steht in dem Reallabor in der Bremer Gartenstadt Süd das Thema Integriertes Regenwassermanagement im Mittelpunkt. Im Forschungsprojekt InDigWa werden digitale Technologien mit der Nutzung von gereinigtem Regenwasser vernetzt. Insgesamt zehn Partnerfirmen und drei Fraunhofer-Institute arbeiten Seite an Seite für die Wasserversorgung der Zukunft. Susanne Schrodi: „Im Fokus stehen Neubaumpflanzungen mit datenbasierter Bewässerung. Wachstum und Entwicklung dieser Bäume werden mit konventionell bewässerten Bäumen in gleicher Umgebung verglichen, die per Tankwagen versorgt werden. Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse für eine zukunftsfähige Begrünung im Quartier zu gewinnen.“

Die technische Grundlage bildet dabei die Nutzung von Niederschlagswasser aus einem 550 m² großen, versiegelten Quartiersparkplatz. Das Wasser wird über 19 m der Drainfix Clean-Rinnen von Hauraton mit dem Schadstofffilter Carbotec 100 erfasst und gereinigt. Anschließend erfolgt die Speicherung im Flachtank Neo mit einem Volumen von 5 Kubikmetern.

Die Erfahrungen von Hauraton im Regenwassermanagement stellen einen wichtigen Part der Zusammenarbeit dar. Gemeinsam mit der Expertise der weiteren Forschungs- und Projektpartner entsteht ein System, das sämtliche wasserwirtschaftlichen Prozesse digital erfasst und steuert. Regenwasser wird innerhalb dieser Prozesse gezielt gesammelt, behandelt und vor Ort nutzbar gemacht. So lassen sich Trinkwasserressourcen schonen und Abflussspitzen reduzieren.

Oberflächenfiltration als zentrales Element

Drainfix Clean-Filtersubstratrinnen bieten ausreichend Retentionsvolumen. Für den fachgerechten Einbau des Entwässerungssystem wird der Untergrund vorbereitet. Copyright: Malik Pahlmann, Herausgeber: Hauraton GmbH & Co. KG

Ein wesentlicher Baustein ist das System Drainfix Clean mit Carbotec 100. Das Entwässerungssystem kombiniert Rückhaltung und Behandlung in einem integrierten Aufbau. Schadstoffbelastetes Niederschlagswasser von Verkehrsflächen wird oberflächennah erfasst und durchströmt ein speziell abgestimmtes Filtersubstrat. Als Wirkprinzip ist die leistungsfähige Oberflächenfiltration von großer Bedeutung. Damit werden Schadstoffe wie Schwermetalle oder Mikroplastik an der Oberfläche des Filtermaterials zurückgehalten. Gelöste Stoffe werden durch Adsorption dauerhaft gebunden.

Anschließend wird das gereinigte Regenwasser in den Untergrund abgeleitet bzw. weiterverwendet. Sauberes Wasser wird im Regenwassertank gespeichert und steht für die bedarfsgerechte Bewässerung neu gepflanzter Bäume zur Verfügung. Es entsteht ein geschlossener, ökologisch sinnvoller Wasserkreislauf im Quartier.

Platzsparende Speicherlösung für das Quartier

Der Flachtank Neo wird installiert. Copyright: Malik Pahlmann, Herausgeber: Hauraton GmbH & Co. KG

Der Flachtank Neo aus dem Rewatec Sortiment dient hier als zentrale Speichereinheit. Hierin wird Regenwasser zwischengespeichert für die Nutzung bereitgehalten. Überschüssiges Wasser kann dadurch gedrosselt an die Kanalisation abgegeben werden. Die flache Bauweise reduziert die notwendige Einbautiefe und verringert den Erdaushub deutlich. Das erleichtert die Integration in die bestehenden Flächen und senkt den Aufwand auf der Baustelle. Das bionische Design des Tanks spart Material und sorgt für Stabilität bei geringem Gewicht. Robuste und elastische Tankwände sichern eine dauerhafte Nutzung. So unterstützt die Lösung eine wirtschaftlich sinnvolle und ressourcenschonende Regenwassernutzung direkt vor Ort im Quartier.

Sensorik ermöglicht datenbasierte Steuerung

Elementarer Bestandteil des Projekts ist außerdem der Einsatz moderner Sensorik. Gemeinsam mit RX Watertec wird ein System zur kontinuierlichen Erfassung von Umwelt- und Betriebsdaten umgesetzt: Sensoren messen Bodenfeuchte, Niederschlag und Wasserstände im Speicher. Die Daten werden digital ausgewertet und in die Steuerung der Bewässerung eingebunden. Ergebnis ist eine  bedarfsgerechte, standortgenaue Wasserversorgung der Bäume. Die datenbasierte Steuerung schafft Transparenz über den Wasserhaushalt im Quartier. Gleichzeitig ermöglicht sie eine gezielte Optimierung der Bewirtschaftung. Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse für klimaresiliente Quartiere zu gewinnen und auf andere Standorte zu übertragen.

(Quelle: Hauraton)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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