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Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten

Mit dem symbolischen Spatenstich für „H₂Coastlink 1“ startet EWE NETZ den Bau einer 24 km langen Wasserstoffleitung zwischen Emden und Leer. Sie verbindet künftig den Elektrolyseur in Emden mit dem Wasserstoff-Kernnetz. An die Leitung sollen weitere Leitungen des Wasserstoff-Kernnetzes angeschlossen werden.

von | 08.07.26

Symbolischer Spatenstich. V.l.n.r.: Matthias Groote (Landrat des Landkreises Leer), Marco van der Spek (Programmleiter H₂Coastlink, EWE Netz), Dr. Frank Reiners (Mitglied des Vorstands der EWE AG), Heiko Fastje (Geschäftsleitung EWE Netz) und Dr. Tim Olbricht (Geschäftsführer GTG Nord)
Copyright: EWE Netz / Carina Penning

Mit einem symbolischen Spatenstich haben Vertreter von EWE und der regionalen Politik am 30. Juni im ostfriesischen Moormerland den Startschuss für den Bau von „H₂Coastlink 1“ gegeben. Die rund 24 km lange Wasserstoffleitung zwischen Emden und Leer ist ein wichtiger Baustein für den Aufbau des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes. Mit H₂Coastlink 1 baut EWE NETZ im Auftrag von GTG Nord die erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten Deutschlands. Die Bauarbeiten beginnen im Juli 2026. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2027 vorgesehen.

Wasserstoff-Kernnetz nimmt Gestalt an

Mit H₂Coastlink 1 nimmt der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur im Nordwesten weiter Gestalt an. Die Leitung bindet den in Emden entstehenden Elektrolyseur an das Wasserstoff-Kernnetz an und schafft damit die Voraussetzung, in der Region erzeugten Wasserstoff künftig in weitere Regionen zu transportieren. Sie verbindet den 320-MW-Elektrolyseur in Emden mit dem Wasserstoff-Kernnetz und weiteren Bausteinen der Wasserstoffinfrastruktur, darunter das Projekt HyperLink von Gasunie Deutschland und der von OGE geplante Nordsee-Ruhr-Link IV.

Wie wichtig diese Infrastruktur ist, zeigt ein erst kürzlich geschlossener Liefervertrag zwischen EWE und der Salzgitter AG. Ab 2030 soll grüner Wasserstoff aus Emden für die klimafreundlichere Stahlproduktion in Salzgitter bereitgestellt werden.

„Der Liefervertrag mit der Salzgitter AG zeigt, dass der Wasserstoffhochlauf konkrete Formen annimmt. Damit grüner Wasserstoff künftig zuverlässig bei industriellen Abnehmern ankommt, brauchen wir leistungsfähige Transportinfrastruktur. H₂Coastlink 1 ist dafür ein entscheidender Baustein“, sagt Dr. Frank Reiners, Mitglied des Vorstands der EWE AG.

Über die neue Leitung sollen künftig rund 26.000 t Wasserstoff pro Jahr aus dem Elektrolyseur in Emden transportiert werden. Darüber hinaus verfügt die Leitung über weitere Kapazitäten zum Transport von Wasserstoff. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung energieintensiver Industrieprozesse.

H₂Coastlink 1 ist Teil mehrerer Projekte, mit denen EWE den Wasserstoffhochlauf im Nordwesten vorantreibt. Gemeinsam schaffen sie die Grundlage für Erzeugung, Transport, Speicherung und Nutzung von grünem Wasserstoff.

Matthias Groote, Landrat des Landkreises Leer: „Der heutige Spatenstich für H₂Coastlink ist ein Meilenstein für die Wasserstoffinfrastruktur im Nordwesten. Die Leitung zwischen Emden und Leer wird den dort entstehenden Elektrolyseur direkt an das Wasserstoff-Kernnetz anbinden und damit eine zentrale Voraussetzung für die Nutzung von grünem Wasserstoff schaffen. Für den Landkreis Leer ist wichtig, dass die Leitung nicht nur ein Transitprojekt ist, sondern auch Perspektiven für unsere Wirtschaft eröffnet. Wir stehen mit der EWE im Austausch über mögliche Abzweigungen entlang der Trasse, um hiesige Unternehmen künftig bedarfsgerecht an die Wasserstoffversorgung anschließen zu können. Mit H2Coastlink wird die Grundlage dafür geschaffen, dass der Nordwesten seine Rolle als Wasserstoffregion weiter ausbauen kann. Der Spatenstich markiert den Übergang von der Planung in die Umsetzung – und damit einen wichtigen Schritt in Richtung einer klimafreundlichen und zukunftsfähigen Energieversorgung.“

Schnelle Genehmigung schafft Voraussetzung für den Bau

Dem Baustart ging ein außergewöhnlich zügiges Genehmigungsverfahren voraus. Zwischen Einreichung der Planfeststellungsunterlagen und dem Planfeststellungsbeschluss lagen lediglich fünf Monate. Möglich wurde dies durch gute Vorbereitung und die enge Zusammenarbeit von Behörden, Kommunen, Grundstückseigentümern sowie den Projektteams und Planungspartnern.

„Mit H₂Coastlink 1 schaffen wir eine wichtige Verbindung zwischen der Erzeugung von grünem Wasserstoff und dem entstehenden Wasserstoff-Kernnetz. Projekte wie dieses sind entscheidend, damit der Wasserstoffhochlauf gelingt und die benötigte Infrastruktur rechtzeitig zur Verfügung steht“, erläutert Dr. Tim Olbricht, Geschäftsführer der GTG Nord.

Von der Planung in die Umsetzung

Vorhabenträger von H₂Coastlink 1 ist die GTG Nord. Die Planung und den Bau der Leitung übernimmt EWE NETZ im Auftrag der GTG Nord. Beide Unternehmen sind Töchter des EWE-Konzerns.

„Der heutige Spatenstich markiert den erfolgreichen Übergang von der Planung in die Umsetzung. Besonders bemerkenswert ist, dass das Planfeststellungsverfahren innerhalb von nur fünf Monaten abgeschlossen werden konnte. Das ist bei einem Projekt dieser Größenordnung keineswegs selbstverständlich. Jetzt geht es darum, diesen Meilenstein in konkrete Infrastruktur zu überführen und H₂Coastlink 1 Schritt für Schritt Realität werden zu lassen“, sagt Heiko Fastje, Geschäftsleitung EWE NETZ.

Die Wasserstoff-Transportleitung H₂Coastlink 1 (HEL) wird im Rahmen des IPCEI-Wasserstoffprogramms durch die Bundesregierung und das Land Niedersachsen gefördert. Die Europäische Kommission hat die beihilferechtliche Genehmigung für die IPCEI-Wasserstoffprojekte in Deutschland im Februar 2024 erteilt.

Zahlen und Fakten zu H₂Coastlink 1

  • Leitungslänge: rund 24 km
  • Verlauf: Emden – Leer
  • Anschluss des 320-MW-Elektrolyseurs in Emden
  • Inbetriebnahme geplant für Herbst 2027
  • Transportkapazität: über 70.000 t Wasserstoff pro Jahr
  • Teil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes

 

(Quelle: EWE Netz GmbH)

 

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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