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Startschuss für die Umsetzung von 23 IPCEI-Wasserstoff-Projekten in Deutschland

Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck hat am 15. Juli gemeinsam mit mehreren Wirtschaftsministerinnen und -ministern der Länder die Förderbescheide für 23 zukunftsweisende Wasserstoffprojekte übergeben. Ein weiteres Vorhaben kann mit einem vorzeitigen Maßnahmenbeginn starten.

von | 17.07.24

Die ONTRAS Gastransport GmbH (ONTRAS) hat am 15. Juli 2024 den IPCEI-Förderbescheid für die beiden infrastrukturellen Vorhaben doing hydrogen und Green Octopus Mitteldeutschland erhalten. Die Übergabe des Fördermittelbescheides an die ONTRAS-Geschäftsführer Ralph Bahke und Gunar Schmidt erfolgte durch Bundeswirtschaftsminister Habeck. V.l.: Gunar Schmidt (ONTRAS), Ralph Bahke (ONTRAS), Cornelia Müller-Pagel (VNG AG), Bernd Protze (VNG Gasspeicher GmbH), Hans-Joachim Polk (VNG AG)
Quelle: ONTRAS

Die 23 Projekte gehören zur dritten sogenannten Hy2Infra-Welle des IPCEI Wasserstoff (Important Projects of Common European Interest), die am 15. Februar 2024 durch die EU-Kommission beihilferechtlich genehmigt wurde. Technologie- und Endnutzerprojekte werden jetzt entscheidend durch die Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff und den Aufbau von Transport- und Speicherinfrastruktur ergänzt. Mit einer Kofinanzierung von 30 % durch die beteiligten Länder sehen Bund und Länder dafür gemeinsam eine Förderung von 4,6 Mrd. Euro vor.

Robert Habeck:

„Die Energiewende bleibt auch angesichts weiterer Krisen- und Konfliktherde eine der größten Herausforderungen für unser Land. Mit der Förderung von Wasserstoffprojekten gehen wir einen wichtigen Schritt hin zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft in Europa und darüber hinaus. Wir geben den Startschuss für die Errichtung von Elektrolyseuren der dreistelligen Megawatt-Klasse und ermöglichen damit wichtige Fortschritte bei der inländischen Produktion von grünem Wasserstoff. Eine leistungsfähige Wasserstoffinfrastruktur spielt eine Schlüsselrolle, um die Dekarbonisierung der Industrie und des Energiesektors zu ermöglichen. Wasserstoffleitungen werden die Lebensadern der Industriezentren sein. Damit schafffen wir die Voraussetzung für klimaneutrales Wachstum.“

 

Die geförderten Projekte umfassen die gesamte Wertschöpfungskette des Wasserstoffs:

  • Die Produktion von grünem Wasserstoff durch Elektrolyseure mit bis zu 1,4 GW Wasserstofferzeugungskapazität, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
  • Innovative Speicherlösungen für Wasserstoff, für eine effiziente und sichere Lagerung von bis zu 370 GWh.
  • Leitungsgebundene Infrastruktur von bis zu 2.000 km Länge, um den Transport und die Verfügbarkeit von Wasserstoff zu gewährleisten.
  • Die Nutzung von flüssigen organischen Wasserstoffträgern (sogenannte „LOHC“: liquid organic hydrogen carriers) für den Transport von etwa 1.800 t Wasserstoff pro Jahr.

 

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Zusammenwirken einzelner Projekte. So bilden gleich mehrere Vorhaben bundesländerübergreifende Cluster aus Leitungs-, Speicher- und Erzeugungsinfrastruktur mit Anbindung an industrielle Abnehmer in energieintensiven Bereichen, wie der Stahl- und Chemieindustrie. Weitere Projekte sollen durch die Leitungsanbindung von Nachbarländern (wie z.B. den Niederlanden) künftig Pipeline-basierte Wasserstoffimporte nach Deutschland ermöglichen. Die IPCEI-Leitungsprojekte sind zudem ein wichtiger Baustein für das Wasserstoff-Kernnetz, mit dem ein zügiger und kosteneffizienter Aufbau des Wasserstoff-Transportnetzes in Deutschland bis 2032 erfolgt.

Ein Teil der Fördermittel von 4,6 Mrd. Euro wird aus dem Deutschen Aufbau- und Resilienzplan (DARP) unterstützt, der aus Mitteln der Aufbau- und Resilienzfazilität der Europäischen Union NextGenerationEU finanziert wird. Die Unternehmen selbst investieren zusätzlich 3,3 Mrd. Euro. Inklusive der Förderung durch Bund und Länder beträgt das Gesamtinvestitionsvolumen bis 2030 somit etwa 7,9 Mrd. Euro.

IPCEI-Hy2Infra-Welle

Mit der IPCEI-Hy2Infra-Welle unterstreicht die Bundesregierung ihr Engagement für einen nachhaltigen und klimafreundlichen Umbau der Energieversorgung. Die Förderung der Projekte der IPCEI-Hy2Infra-Welle ist Teil der Nationalen Wasserstoffstrategie, die 2023 durch die Bundesregierung fortgeschrieben wurde. Ergänzend soll zeitnah eine Importstrategie für Wasserstoff und Wasserstoffderivate beschlossen werden. Diese soll Orientierung und Klarheit über die übergeordneten Ziele und Rahmenbedingungen, den deutschen Importbedarf an Wasserstoff und Derivaten sowie den Aufbau von Wasserstoffpartnerschaften und -importkorridoren schaffen.

Eine Übersicht der Projekte finden Sie hier

(Quelle: BMWK)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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