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Studie zeigt großes Wasserstoffspeicherpotenzial in Bayern

Südbayerns geologische Formationen bieten ein bislang unterschätztes Potenzial zur Speicherung großer Mengen Wasserstoff. Damit könnten sie eine Alternative zu norddeutschen Salzkavernen sein und somit zu einer besseren geografischen Verteilung der Speicherkapazitäten beitragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Universität München (TUM) in Kooperation mit der Montanuniversität Leoben (MUL) im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums.

von | 28.04.26

Die Studie zeigt Alternativen zu Salzkavernen in Norddeutschland. Besonders geeignet sind demnach in Bayern die bestehenden Erdgas-Porenspeicher im Alpenvorland (Bild)
Bild: pixabay/Alfons Landsmann

Damit erneuerbare Energien effektiv und nachhaltig genutzt werden können, muss es möglich sein, die erzeugte Energie zu speichern. Ein wichtiger Ansatz hierfür ist die Umwandlung in Wasserstoff, der jedoch in großen Mengen gespeichert und dem saisonalen Bedarf entsprechend zur Verfügung gestellt werden muss. Die geologische Speicherung an geeigneten Orten im Erdboden bietet sich hierfür besonders an und kann eine Schlüsselrolle in der Energiewende einnehmen. Die Studie SpeicherCHeck soll herausfinden, ob es auch in Bayern potenzielle geologische Formationen gibt, die für eine sichere Lagerung geeignet sind. Im Fokus stehen dabei ehemalige Öl- und Gaslagerstätten sowie aktive Erdgas-Porenspeicher. Der nun veröffentlichte Zwischenbericht des bis 2027 laufenden Projekts liefert erste Ergebnisse.

Besonders geeignet sind demnach in Bayern die bestehenden Erdgas-Porenspeicher im Alpenvorland – beispielsweise in Bierwang und Inzenham. Erdgas-Porenspeicher sind unterirdische Speicher in natürlichen, porösen Gesteinsschichten, die bislang genutzt wurden, um überschüssiges Erdgas zwischenzulagern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. Der Großteil der notwendigen Infrastruktur ist an diesen Standorten also bereits vorhanden. Das Speicherpotenzial in allen betrachteten Lagerstätten wird von den Forschenden auf derzeit 12,6 bis 25,2 TWh geschätzt. Die Speicherkapazitäten der norddeutschen Salzkavernen werden vom Nationalen Wasserstoffrat auf 33 TWh geschätzt.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Süddeutschland ebenfalls sehr gute Voraussetzungen für die geologische Wasserstoffspeicherung besitzt“, sagt Michael Drews, Professor für Geothermal Technologies an der TUM. „Die hier vorhandenen Porenspeicher könnten somit einen substanziellen Beitrag zur Standortdiversifizierung von notwendigen Untertagespeichern und zur Energieversorgungssicherheit einer zukünftigen Wasserstoffwirtschaft leisten.“

„Die Projektbeteiligung der Montanuniversität ist im Sinne der grenzübergreifenden Bemühungen zur Weiterentwicklung dringend benötigter Speicherkapazitäten äußerst wertvoll und bringt auch für andere Anwendungsmöglichkeiten geologischer Speicherkomplexe wichtige Grundlagenerkenntnisse“, sagt Prof. David Misch, Leiter des Lehrstuhls für Energy Geosciences an der Montanuniversität Leoben.

Strategische Bedeutung für die Energiewende in Bayern

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger betont: „Für den Aufbau einer zukunftsfähigen Wasserstoffversorgung werden wir auf große, unterirdische Speicherkapazitäten angewiesen sein. Die Studie der Technischen Universität München verdeutlicht: Unsere bestehenden Erdgasspeicher in Bayern haben erhebliches Potenzial, um künftig auch Wasserstoff zu speichern. Deshalb müssen wir die bayerischen Speicher erhalten. Zunächst für die sichere Erdgasversorgung und in der Transformationsphase zunehmend für die Nutzung mit Wasserstoff.“

Die Publikation “SpeicherCHeck – Statische Speicherkapazitäten für H2 in Kohlenwasserstofflagerstätten und Gasspeichern” können Sie hier herunterladen

(Quelle: Technische Universität München)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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