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Talsperrenbetreiber reduziert Wasserabgabe an die Wupper

Der Wupperverband hat die Wasserabgabe aus der Wupper-Talsperre reduziert. Am Pegel Kluserbrücke in Wuppertal fließen ab sofort rund 3.000 Liter Wasser pro Sekunde statt bisher 3.500 Liter. Grund für die Anpassung ist die anhaltende Trockenheit im Wuppergebiet im Wasserwirtschaftsjahr 2026.

von | 04.08.26

Niedriger Füllstand der Wupper-Talsperre im Juli 2026
© Wupperverband
Talsperrenbetreiber reduziert Wasserabgabe an die Wupper

Die neue Steuerung senkt die Wasserführung der Wupper um knapp 15 Prozent unter den bisher üblichen Mindestpegel. Der Wasserstand am Pegel Kluserbrücke liegt dadurch bei rund 18 Zentimetern statt bei rund 21 Zentimetern. Der Wupperverband hat die Maßnahme mit der Bezirksregierung abgestimmt und zunächst bis zum 30. September 2026 befristet. Ein Gewässermonitoring begleitet die Anpassung und erfasst die Auswirkungen auf die Wasserqualität der Wupper fortlaufend.

Die Brauchwassertalsperren am Oberlauf der Wupper haben den Fluss in den vergangenen Monaten bereits an 111 Tagen mit insgesamt 29 Millionen Kubikmetern Wasser unterstützt. Dadurch sind die Vorräte gesunken: Die WupperTalsperre ist aktuell zu 33 Prozent gefüllt, die Bever-Talsperre zu 66 Prozent.

Die Brauchwassertalsperren Wupper-, Bever-, Brucher- und Lingese-Talsperre übernehmen in Trockenphasen eine sogenannte Niedrigwasseraufhöhung. Sie gleichen aus, was der Wupper witterungsbedingt an Wasser fehlt, und verhindern damit ein Austrocknen des Flusses. Zusätzlich sorgt das Talsperrenwasser für eine Durchmischung der Wupper, in die auch gereinigtes Abwasser aus Kläranlagen eingeleitet wird. Neben der Niedrigwasseraufhöhung übernehmen die Talsperren den Hochwasserschutz.

Klimawandel verändert die Talsperrensteuerung

Der Wupperverband begründet die Anpassung mit den Folgen des Klimawandels. Längere und intensivere Trockenphasen erfordern aus Sicht des Verbands eine flexiblere Bewirtschaftung der Talsperren. Bereits im Trockenjahr 2025 hatte der Verband die Wasserabgabe aus den Brauchwassertalsperren schrittweise reduziert. Diese Maßnahme verhinderte ein Leerlaufen der Speicher und ermöglichte die durchgehende Niedrigwasseraufhöhung der Wupper über das gesamte Jahr.

Der Wupperverband betreibt zusätzlich drei Trinkwassertalsperren, aus denen er Rohwasser für die Trinkwasseraufbereitung gewinnt. Die Herbringhauser Talsperre ist derzeit zu 88 Prozent gefüllt, die Kerspe-Talsperre zu 77 Prozent. Die Große Dhünn-Talsperre übernimmt neben der Rohwasserbereitstellung auch die Niedrigwasseraufhöhung der Dhünn sowie den Hochwasserschutz. Ihre Hauptsperre weist aktuell einen Füllstand von 46 Prozent auf.

Der Wupperverband hat die Niedrigwasserabgabe an die Dhünn seit März 2026 von 1.000 Litern pro Sekunde auf 700 Liter pro Sekunde am Pegel in Leverkusen reduziert. Seit April 2026 nutzen die Wasserversorger zudem verstärkt andere Rohwasserquellen und entlasten dadurch die Talsperre.

Niederschlag liegt ein Drittel unter dem langjährigen Mittel

An der Referenzmessstelle Bever-Talsperre lag der Niederschlag in sieben der vergangenen Monate deutlich unter dem Durchschnitt. Von November 2025 bis Anfang August 2026 registrierte der Wupperverband dort nur einen Monat mit überdurchschnittlichem Niederschlag (Februar 2026) und einen Monat im Durchschnittsbereich (Mai 2026). Alle übrigen Monate fielen trocken bis extrem trocken aus. Für das laufende Wasserwirtschaftsjahr, das vom 1. November 2025 bis zum 31. Oktober 2026 läuft, registrierte die Messstelle Bever-Talsperre bislang 643 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Der langjährige Durchschnitt für diesen Zeitraum liegt bei 988 Litern pro Quadratmeter. Damit fielen bislang rund zwei Drittel der durchschnittlichen Regenmenge.

 

Quelle: Wupperverband /2026

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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