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Übertragungsnetzbetreiber prüfen Kooperation bei Offshore-Kabelinfrastruktur in der Nordsee

Fünf europäische Übertragungsnetzbetreiber aus Belgien, Dänemark, Deutschland und den Niederlanden haben am 22. April am Rande der WindEurope in Madrid eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist es, durch eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Offshore-Kabelinfrastruktur in der Nordsee die Bezahlbarkeit, Effizienz und Zuverlässigkeit des künftigen Stromsystems zu verbessern.

von | 01.05.26

Absichtserklärung der fünf Übertragungsnetzbetreiber – Elia (Belgien), Energinet (Dänemark), 50Hertz (Deutschland) sowie TenneT (Deutschland und Niederlande)
Bild: TenneT

Mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung startet eine gemeinsame europäische Initiative, um die strukturelle Widerstandsfähigkeit der kritischen Infrastruktur weiter zu stärken, die für das Gelingen der Energiewende erforderlich ist. Die Initiative steht weiteren Übertragungsnetzbetreibern aus der Offshore TSO Collaboration (OTC) offen, die sich zu einem späteren Zeitpunkt anschließen können.

Offshore-Kabel als zentrales Bindeglied im Energiesystem

Mit dem steigenden Ausbau der Offshore-Windenergie und der zunehmenden Vernetzung der Länder durch grenzüberschreitende Stromverbindungen (Interkonnektoren) gewinnen die Hochspannungskabel auf dem Meeresboden immer mehr an Bedeutung für die europäische Stromversorgung. Es handelt sich dabei um komplexe und strategisch wichtige Anlagen, die für die zuverlässige Übertragung von Strom aus erneuerbaren Energien an Land unverzichtbar sind. Störungen oder längere Ausfälle können das Stromsystem erheblich belasten und sowohl gesellschaftliche als auch wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Gemeinsames Vorgehen für ein robusteres System

Mit der Absichtserklärung verpflichten sich die fünf Übertragungsnetzbetreiber – Elia (Belgien), Energinet (Dänemark), 50Hertz (Deutschland) sowie TenneT (Deutschland und Niederlande) – für mindestens ein Jahr, strategisches und technisches Know-how auszutauschen. Durch das Teilen von Wissen zu Reparaturprozessen, Ersatzteilen und Fehlererkennung sowie durch eine gemeinsame Bestandsaufnahme verfügbarer Schiffe, Materialien und technischer Fähigkeiten sollen potenzielle Effizienzgewinne und gemeinsame Optimierungsmöglichkeiten identifiziert werden. Ziel sind schnellere und effizientere Reparaturen mit geringeren Auswirkungen auf das Stromsystem und die damit verbundenen Kosten.

„Europäische Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg beim Ausbau und eben auch beim Betrieb der Offshore-Infrastruktur auf der Nordsee. Daher ist es sinnvoll, mit den Übertragungsnetzbetreibern der Anrainerstaaten nicht nur Vorschläge über die technische und regulatorische Umsetzung von grenzüberschreitenden Netzanbindungen zu unterbreiten, sondern auch gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie Kabelsysteme im Fall von Störungen, Havarien oder Sabotage möglichst schnell und kosteneffizient behoben werden können,“ sagt Stefan Kapferer, CEO von 50Hertz.

„Gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten ist es entscheidend, kritische Infrastruktur in der Nordsee gemeinsam robuster aufzustellen. Für TenneT Germany ist das Teil einer übergeordneten Vision: Die Nordsee kann das Rückgrat eines vernetzten europäischen Energiesystems werden. Mit dieser Initiative wollen wir ganz konkret schneller und effizienter werden – etwa bei Reparaturen, der Verfügbarkeit von Ersatzteilen und der Fehlererkennung. Ziel ist es, Ausfallzeiten zu minimieren, Kosten zu senken und die Versorgungssicherheit in Deutschland nachhaltig zu stärken“, macht Tim Meyerjürgens, CEO von TenneT Germany, deutlich.

Strukturierte Zusammenarbeit in thematischen Arbeitsgruppen

Die Zusammenarbeit erfolgt in vier thematischen Arbeitsgruppen mit den Schwerpunkten Reparaturlogistik, Ersatzteile und Ausrüstung, Fehlererkennung sowie rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen. Jeder dieser Bereiche spielt eine zentrale Rolle, um die Ausfallzeiten von Kabelsystemen zu begrenzen. Durch die gemeinsame Analyse skalierbarer Lösungen und einer optimierten Ressourcennutzung schaffen die Übertragungsnetzbetreiber eine Grundlage, die technische Effizienz mit einem klaren Mehrwert für die Gesellschaft verbindet.

Ausblick

Die Unterzeichnung der Absichtserklärung in Madrid markiert den Start eines Prozesses, der in den kommenden Monaten weiter Gestalt annehmen wird. Bestätigt die Machbarkeitsphase, dass ein gemeinsames Vorgehen signifikante Vorteile bietet, kann sich die Initiative zu einer nachhaltigen und strukturellen Zusammenarbeit weiterentwickeln. Die Initiative steht weiteren Übertragungsnetzbetreibern aus der OTC offen, die sich zu einem späteren Zeitpunkt beteiligen möchten.

(Quelle: TenneT)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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