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Umfrage bei Energieversorgern: Finanzierungsunsicherheit bremst Wärmewende

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat die vom 26. bis 28. November in Dortmund stattfindende Fachmesse HEATEXPO zum Anlass genommen, ein Stimmungsbild seiner Mitgliedsunternehmen zur Wärmewende zu erfassen.

von | 27.11.24

Stadtwerke und kommunale Energieversorger spielen eine zentrale Rolle bei der Wärmewende
Foto: pixabay

Stadtwerke treiben Wärmewende voran

Stadtwerke und kommunale Energieversorger spielen eine zentrale Rolle bei der Wärmewende vor Ort. Laut der Umfrage planen 97 % der Unternehmen, ihre Investitionen in Wärmeerzeugung und -infrastruktur zu erhöhen.

Fernwärme wird dabei bei 83 % der Energieversorgungsunternehmen eine größere Bedeutung erhalten. Technologien wie (Groß-)Wärmepumpen (74 %), Geothermie (59 %), industrielle Abwärme (44 %) und thermische Abfallverwertung (31 %) gelten als zukunftsweisend.

Herausforderungen: Finanzierung und Bürokratie

Als zentrale Hindernisse sehen die Unternehmen unklare Finanzierungsmodelle (73 %) sowie langwierige Genehmigungsverfahren. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing fordert daher klare rechtliche Rahmenbedingungen, um den Fernwärmeausbau voranzutreiben. Er weist darauf hin, dass die Wärmelieferverordnung seit 2013 zu einem beinahe vollständigen Ausbaustopp geführt habe.

In Bezug auf die Bezahlbarkeit der Wärmeversorgung äußern sich 41 % der Befragten skeptisch. Liebing betont die Notwendigkeit, Investitionen in die Fernwärmewirtschaft zu verdreifachen, und schlägt einen Energiewende-Fonds vor, der privates Kapital, beispielsweise von Pensionsfonds, mobilisieren könnte.

Strategische Planung nachhaltiger Wärmeversorgung

Zukünftig werden kommunale Wärmepläne entscheidend sein, um fossile Energieträger durch Alternativen wie Fernwärme, Wärmepumpen oder grüne Gase zu ersetzen. Fördermittel sollten laut Liebing gezielt eingesetzt werden, um maximale Effizienz zu erreichen.

Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze müsse jedoch erheblich aufgestockt werden – von aktuell 3,5 Mrd. Euro bis 2034 auf denselben Betrag jährlich. Zudem fordert er eine Verlängerung des Kraft-Wärme-Koppelungs-Gesetzes über 2026 hinaus, um Investitionen in Wärmenetze und -speicher zu sichern.

Weiterführende Informationen:

 

(Quelle: VKU)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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