Generic filters
FS Logoi

Wasserversorger mahnen Investitionen in Trinkwasserinfrastruktur an

Eine Umfrage unter den Wasserversorgern im Thüga-Netzwerk hat eine Finanzierungslücke bei der Trinkwasserinfrastruktur offengelegt. 86 Prozent der befragten kommunalen Versorger haben ihren Investitionsbedarf als hoch oder sehr hoch eingestuft. 76 Prozent haben die aktuellen Wasserpreise als nicht ausreichend für die notwendigen Investitionen bewertet. Als Ursache haben die Unternehmen zunehmende Trockenperioden, sinkende Grundwasserstände und veränderte Niederschlagsmuster durch den Klimawandel genannt.

von | 28.08.26

Damit Trinkwasser auch in Zukunft zuverlässig und in höchster Qualität fließt, sind heute Investitionen nötig.
© Thüga
Wasserversorger mahnen Investitionen in Trinkwasserinfrastruktur an

Die Umfrage im, laut Thüga, größte Netzwerk kommunaler Energie- und Wasserversorger in Deutschland zeigt eine Lücke zwischen Investitionsbedarf und Finanzierung der Trinkwasserinfrastruktur. Die Unternehmen sehen neben steigenden Anforderungen durch den Klimawandel auch wachsende Kosten für den Erhalt, die Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur. 

Ein Umfrageteilnehmer beschreibt die Lage so: „Versorgungssicherheit ist nicht zum Nulltarif zu haben.

Stadtwerke fordern Debatte über den Wert von Trinkwasser

Die Stadtwerke sprechen sich für eine gesellschaftliche Debatte über den Wert von Trinkwasser aus. Sie wollen vermitteln, dass eine sichere Wasserversorgung langfristige Investitionen voraussetzt.

Dabei geht es den Versorgern nicht um möglichst hohe Wasserpreise. Sie fordern einen Ausgleich zwischen Versorgungssicherheit, Investitionsbedarf und Bezahlbarkeit.

Ein weiterer Umfrageteilnehmer formuliert es so: „Wir brauchen eine sichere und nachhaltige Wasserversorgung zu angemessenen und transparenten Preisen.“ Die Versorger fordern zudem ein Umdenken beim Umgang mit Trinkwasser: „Trinkwasser ist ein Lebensmittel. Es sollte primär auch nur für diesen Zweck verwendet werden.“ Kosten für Verschmutzungen und zusätzliche Reinigung sollen nach Ansicht der Versorger nicht die Allgemeinheit tragen. Ein Teilnehmer bringt den Vorschlag auf den Punkt: „Wasserversorgung müssen wir in größeren Strukturen denken und die Kosten für zusätzliche Reinigungsstufen dem Verursacher in Rechnung stellen.

Zusammenarbeit allein schließt Finanzierungslücke nicht

Eine stärkere Zusammenarbeit der Wasserversorger kann helfen, Know-how zu bündeln und Investitionen in die Trinkwasserinfrastruktur gemeinsam zu stemmen. Die Finanzierungslücke schließt eine Zusammenarbeit den Angaben zufolge allein jedoch nicht.

Die Wasserversorger sprechen sich deshalb für Investitionen aus, bevor die Folgen des Klimawandels unmittelbar spürbar werden. Die Versorger planen und betreiben Wassergewinnungsanlagen, Speicher und Leitungsnetze über Jahrzehnte.

Thüga-Vorstandsvorsitzender Constantin H. Alsheimer kommentierte die Umfrageergebnisse: „Die deutsche Wasserversorgung ist eine der zuverlässigsten der Welt. Das bleibt sie nur, wenn wir jetzt investieren. In Anbetracht des Klimawandels wird nicht die Frage sein, ‚ob‘ wir investieren, sondern ob wir es rechtzeitig tun.“

 

(Quelle: Thüga /2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Krankenhaus schließt an neues Fernwärmenetz an
Krankenhaus schließt an neues Fernwärmenetz an

Das Klinikum Bremen-Nord hat seine Wärmeversorgung von Erdgas auf Fernwärme umgestellt. Das hat Enercity Contracting am 2. September mitgeteilt. Seit dem 22. Juni hat das Krankenhaus Wärme aus dem Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk im Wollkämmerei-Quartier über das neue Netz bezogen. Die Umstellung hat jährlich 7,7 Millionen Kilowattstunden Erdgas und rund 1.500 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Der Anschluss markiert zugleich den Abschluss des ersten Bauabschnitts des Wärmenetzes in Bremen-Nord.

mehr lesen
Wie lässt sich die Regenwasserbewirtschaftung digital planen?
Wie lässt sich die Regenwasserbewirtschaftung digital planen?

Der AquaFlowManager von Funke Kunststoffe unterstützt die digitale Planung und Dimensionierung von Anlagen zur Regenwasserbewirtschaftung. Das webbasierte Tool führt Planer, Kommunen und ausführende Unternehmen von der Berechnung über Produktauswahl und Kostenabschätzung bis zur Dokumentation.

mehr lesen
Neues Vortriebsverfahren für HGÜ-Leitungen überzeugt
Neues Vortriebsverfahren für HGÜ-Leitungen überzeugt

Bei einer zweiwöchigen Vorführkampagne am Standort Suhl/Thüringen präsentierte die allunderground GmbH im Juli 2026 erstmals einem breiten Fachpublikum ihr einstufiges, grabenloses Bohrverfahren im Live-Betrieb: Das Kabelschutzrohr dient dabei zugleich als Vortriebsrohr. Rund 15 Unternehmen und Organisationen verfolgten eine 70-m-Bohrung im Buntsandstein, darunter drei der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber, die DB InfraGO sowie führende Leitungsbauunternehmen. Der Beitrag von Christian Pietrulla beschreibt Verfahren, Maschinentechnik und die Resonanz der Fachbesucher.

mehr lesen
Investor übernimmt Mehrheitsbeteiligung an Rohrsanierungs-Spezialist
Investor übernimmt Mehrheitsbeteiligung an Rohrsanierungs-Spezialist

Die SEVEST Management GmbH hat zu Anfang September eine Mehrheitsbeteiligung an der IBG HydroTech GmbH erworben. Damit ist eine langfristig angelegte Nachfolgelösung für den Hersteller von Systemen zur grabenlosen Sanierung von Trinkwasserdruckleitungen und Abwasserrohren umgesetzt. Geschäftsführer Norbert Olbrich bleibt mit einem Anteil am Unternehmen beteiligt und führt die Geschäfte fort. Die Transaktion haben die SEVEST-Gründungspartner Philipp Haindl und David Lisewski geleitet.

mehr lesen

Publikationen zum Thema