Die Umfrage im, laut Thüga, größte Netzwerk kommunaler Energie- und Wasserversorger in Deutschland zeigt eine Lücke zwischen Investitionsbedarf und Finanzierung der Trinkwasserinfrastruktur. Die Unternehmen sehen neben steigenden Anforderungen durch den Klimawandel auch wachsende Kosten für den Erhalt, die Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur.
Ein Umfrageteilnehmer beschreibt die Lage so: „Versorgungssicherheit ist nicht zum Nulltarif zu haben.“
Stadtwerke fordern Debatte über den Wert von Trinkwasser
Die Stadtwerke sprechen sich für eine gesellschaftliche Debatte über den Wert von Trinkwasser aus. Sie wollen vermitteln, dass eine sichere Wasserversorgung langfristige Investitionen voraussetzt.
Dabei geht es den Versorgern nicht um möglichst hohe Wasserpreise. Sie fordern einen Ausgleich zwischen Versorgungssicherheit, Investitionsbedarf und Bezahlbarkeit.
Ein weiterer Umfrageteilnehmer formuliert es so: „Wir brauchen eine sichere und nachhaltige Wasserversorgung zu angemessenen und transparenten Preisen.“ Die Versorger fordern zudem ein Umdenken beim Umgang mit Trinkwasser: „Trinkwasser ist ein Lebensmittel. Es sollte primär auch nur für diesen Zweck verwendet werden.“ Kosten für Verschmutzungen und zusätzliche Reinigung sollen nach Ansicht der Versorger nicht die Allgemeinheit tragen. Ein Teilnehmer bringt den Vorschlag auf den Punkt: „Wasserversorgung müssen wir in größeren Strukturen denken und die Kosten für zusätzliche Reinigungsstufen dem Verursacher in Rechnung stellen.“
Zusammenarbeit allein schließt Finanzierungslücke nicht
Eine stärkere Zusammenarbeit der Wasserversorger kann helfen, Know-how zu bündeln und Investitionen in die Trinkwasserinfrastruktur gemeinsam zu stemmen. Die Finanzierungslücke schließt eine Zusammenarbeit den Angaben zufolge allein jedoch nicht.
Die Wasserversorger sprechen sich deshalb für Investitionen aus, bevor die Folgen des Klimawandels unmittelbar spürbar werden. Die Versorger planen und betreiben Wassergewinnungsanlagen, Speicher und Leitungsnetze über Jahrzehnte.
Thüga-Vorstandsvorsitzender Constantin H. Alsheimer kommentierte die Umfrageergebnisse: „Die deutsche Wasserversorgung ist eine der zuverlässigsten der Welt. Das bleibt sie nur, wenn wir jetzt investieren. In Anbetracht des Klimawandels wird nicht die Frage sein, ‚ob‘ wir investieren, sondern ob wir es rechtzeitig tun.“






