Generic filters
FS Logoi

Wiener Wasser: Erweiterung des Wasserwerks Donauinsel stärkt Versorgungssicherheit

Wien verfügt mit dem Hochquellwasser aus den Alpen über die besten Voraussetzungen für eine sichere Wasserversorgung. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und der Folgen der Klimakrise wird der Wasserverbrauch in Wien in den nächsten Jahrzehnten ansteigen. Dafür sorgt die Stadt Wien - Wiener Wasser mit der Trinkwasser-Strategie „Wiener Wasser 2050“ umfassend vor. „Damit der zukünftige Wasserbedarf gedeckt werden kann, müssen wir verfügbare Wasserressourcen besser erschließen. Das stärkt die Sicherheit der Wiener Wasserversorgung“, betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

von | 27.11.24

Gemeinderatsausschuss berät am 4. Dezember über Investitionen von rund 140 Mio. Euro in die Trinkwasserversorgung Wiens
Copyright: Stadt Wien/Markus Wache

Pro Jahr investiert die Stadt Wien bis zu 100 Mio. Euro in die Wasserinfrastruktur. Dazu zählt der Ausbau überregionaler Transportleitungen und die Erweiterung von Wasserbehältern. Ein weiterer Meilenstein für die Wiener Wasserversorgung wird Anfang Dezember auf den Weg gebracht: Das Wasserwerk Donauinsel soll ab 2025 um rund 140 Mio. Euro erweitert werden. Die finale Beschlussfassung soll in der Sitzung des Wiener Gemeinderats am 17. Dezember 2024 erfolgen.

„Als Fortschrittskoalition erkennen wir die Herausforderungen des Klimawandels und einer wachsenden Bevölkerung und handeln vorausschauend, um Wien zukunftssicher und resilient aufzustellen. Mit der Erweiterung des Wasserwerks Donauinsel schaffen wir eine Wasserversorgung, auf die sich die Wiener:innen gerade in trockenen Zeiten jederzeit verlassen können. Diese Investition stärkt die Resilienz unserer Stadt und sichert die Lebensqualität – für heute, morgen und kommende Generationen. Es zeigt, dass wir nicht nur über Klima- und Umweltschutz reden, sondern auch konsequent handeln“, betont NEOS Wien Umweltsprecherin Angelika Pipal-Leixner.

Grundwasser aus Schutzgebieten bietet zusätzliche Sicherheit

Die Wiener Wasserversorgung stützt sich auf unterschiedliche Wasserressourcen. Dazu gehören 70 Quellen in den niederösterreichisch-steirischen Alpen und 30 Grundwasser-Brunnen in Wien und Niederösterreich. Die Gebiete, in denen das Quell- und Grundwasser gewonnen wird, werden großflächig geschützt.

„Das Quellwasser aus den Alpen ist die wichtigste Ressource für die Stadt Wien. Im Gegensatz zu Grundwasser fließt es im freien Gefälle in die Millionenstadt. Das bedeutet, dass für die Verteilung des Quellwassers keine Pumpen benötigt werden. Grundwasser aus Schutzgebieten bietet zusätzliche Sicherheit, immer optimal versorgt zu sein“, erläutert der Wiener-Wasser-Chef Paul Hellmeier.

Schon jetzt wird Wasser aus Schutzgebieten auf der Donauinsel und in Nussdorf entnommen. Die Gewinnung erfolgt aus 17 bestehenden Grundwasserbrunnen, dieses Wasser hat bereits Trinkwasserqualität. Die bestehende Anlage reicht jedoch nicht aus, um den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können. Ab Herbst 2025 soll das Wasserwerk Donauinsel daher um eine mehrstufige Filteranlage erweitert werden. Zuerst wird das Wasser mehrstufig gefiltert und anschließend desinfiziert. Die Anlage simuliert dabei jene Filteraufgaben, die der Berg beim Quellwasser übernimmt.

Das neue Wasserwerk soll auf der Donauinsel zwischen Nordbrücke und Steinitzsteg entstehen. Nach vier Jahren Bauzeit, im Jahr 2029, soll das Wasser fließen.

Laut Prognosen wird Wien bis 2050 in etwa um die Größe der Stadt Graz wachsen. Wiener Wasser rechnet daher mit einem Anstieg des Gesamtwasserbrauchs um rund 15 %. Gleichzeitig führt der Klimawandel verstärkt zu Extremwetterereignissen wie Dürre, Hochwasser und Starkregen. Das kann die Verfügbarkeit von Quellwasser beeinträchtigen. Mit der Trinkwasser-Strategie „Wiener Wasser 2050“ hat Wien einen Plan entwickelt, um die Wasserversorgung für Bevölkerungswachstum und Klimawandel abzusichern und zukunftsfit zu machen.

Technische Details

  • Das Wasserwerk Nußdorf fördert Grundwasser aus 9 Brunnen, das Wasserwerk Donauinsel fördert aus 8 Brunnen.
  • Der Bau der Anlage erfolgt von 2025 bis 2029.
  • Das Wasserwerk Donauinsel soll 1.000 Liter Trinkwasser pro Sekunde liefern können. Dies entspricht rund 22 % der durchschnittlichen Versorgungsmenge von Wien.
  • Die Kosten wurden mit rund 140 Millionen Euro projektiert.

(Quelle: Wiener Wasser)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein

Die RWE Power AG hat am 6. Juli mit dem Bau eines Verteilbauwerk für eine Rheinwassertransportleitung in Grevenbroich-Allrath gestartet. Ab 2030 soll das Bauwerk eine Bündelungsleitung vom Rhein mit zwei Trassen zu den künftigen Tagebauseen Hambach und Garzweiler verbinden. So soll Rheinwasser in die beiden Tagebauseen geleitet werden und damit die geplante Flutung der Restlöcher ermöglichen.

mehr lesen
Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten
Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten

Mit dem symbolischen Spatenstich für „H₂Coastlink 1“ startet EWE NETZ den Bau einer 24 Kilometer langen Wasserstoffleitung zwischen Emden und Leer. Sie verbindet künftig den Elektrolyseur in Emden mit dem Wasserstoff-Kernnetz. An die Leitung sollen weitere Leitungen des Wasserstoff-Kernnetzes angeschlossen werden.

mehr lesen
INES-Gas-Szenarien: Marktbedingungen gefährden Wiederbefüllung der Gasspeicher
INES-Gas-Szenarien: Marktbedingungen gefährden Wiederbefüllung der Gasspeicher

Die Initiative Energien Speichern e.V. (INES) hat am 7. Juli ihr aktuelles Juli-Update der Gas-Szenarien veröffentlicht. Die Modellanalysen zeigen: Technisch ist eine Befüllung der deutschen Gasspeicher bis zum 1. November 2026 auf den gebuchten Stand* von 76 % weiterhin möglich. Ob dieses Niveau tatsächlich erreicht wird, hängt jedoch entscheidend von den Marktbedingungen ab. Die derzeitigen Preisentwicklungen setzen kaum Anreize zur Einspeicherung von Gas und gefährden damit die Versorgungssicherheit für den kommenden Winter.

mehr lesen
OOWV: Rekordinvestitionen stärken Infrastruktur im Nordwesten
OOWV: Rekordinvestitionen stärken Infrastruktur im Nordwesten

Erneut kräftig investiert hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband im vergangenen Jahr in seine Infrastruktur: 107 Mio. Euro für die Wasserversorgung und 58 Mio. Euro im Bereich der Abwasserbeseitigung. Die Zahlen gehen aus dem Jahresabschluss hervor, den die Verbandsversammlung am 30. Juni beschlossen hat. Gegenüber 2024 entspricht dies nochmals einer leichten Steigerung.

mehr lesen
Neue Doppelspitze ergänzt Management der ISOPLUS Group
Neue Doppelspitze ergänzt Management der ISOPLUS Group

Die ISOPLUS Group hat ihr Management-Team mit einem neuen Chief Financial Officer und einem Chief Operating Officer vervollständigt. Gemeinsam mit CEO Florian Roos und CSO Tobias Langer soll das Führungsteam die weitere Entwicklung und das Wachstum der Unternehmensgruppe vorantreiben.

mehr lesen

Publikationen zum Thema