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Wirtschaftsfaktor Wasserstoff: Landkreis Emsland ist Vorreiter

Der Landkreis Emsland hat seine Zukunft fest im Blick: Gemeinsam mit dem Gasnetzbetreiber Open Grid Europe GmbH (OGE) plante und finalisierte der Landkreis Emsland die regionale Anbindung an die Wasserstofftransportleitung Nordsee-Ruhr-Link III von OGE. Er stellt somit die Anbindung der Region an die zukünftige bundesweite Wasserstofftransportinfrastruktur sicher.

von | 06.03.26

Der Landkreis Emsland geht voran beim Thema Wasserstoff und unterzeichnete die Vereinbarung über insgesamt 13 Anbindungen an den Nordsee-Ruhr-Link III von OGE. Landrat Marc-André Burgdorf (4. v. l.) und OGE-Geschäftsführer Detlef Brüggemeyer (5. v. l.) mit Vertretern der angeschlossenen Gemeinden aus dem Emsland, den Stadtwerken Schüttorf-Emsbüren, der EWE-NETZ, der H₂-Region Emsland sowie Vertreterinnen und Vertretern der Landes- und Kommunalpolitik.
Quelle: Landkreis Emsland

Im Beisein geladener Gäste aus Politik, Verbänden, den emsländischen Gemeinden und der regionalen Wirtschaft unterzeichneten Landrat Marc-André Burgdorf und Detlef Brüggemeyer, Mitglied der Geschäftsführung von OGE, Ende Februar feierlich den Vertrag über 13 Anbindungsvorbereitungen, so genannte T-Stücke, an die Wasserstofftransportleitung Nordsee-Ruhr-Link III. Der Niedersächsische Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne war digital zugeschaltet.

Wasserstoff als Basis für die energetische Transformation

Der Lückenschluss zur A31, die Breitbandinitiative und jetzt die Sicherung der regionalen Anbindung an das bundesweite Wasserstoffkernnetz bilden einzelne Kapitel in der sukzessiven Weiterentwicklung der Wirtschaftsregion Emsland. Hier hat der Landkreis Emsland auch früh das Thema Wasserstoff in den Blick genommen und wurde bereits 2024 mit dem Titel “Hydrogen Valley of the year” ausgezeichnet. Mit viel Weitsicht ist die Vernetzung der regionalen Wirtschaft mit Wasserstoff vorangeschritten.

Hier setzen jetzt die weiteren Maßnahmen an: „Wir sehen ganz klar die Vorteile eines frühzeitigen Anschlusses und haben jetzt die strategischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für eine direkte Anbindung an das künftige Wasserstofftransportnetz von Deutschland geschaffen“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf.

Über eine Clusterbildung aus Kommunen und regionaler Wirtschaft haben die Sensibilisierung, der Austausch und die Vernetzung sowie die schlussendliche Ermittlung von Wasserstoffpotenzialen begonnen. „Insgesamt 13 T-Stücke haben wir bewusst in Vorleistung geplant, abgestimmt und hierfür die Finanzierung in enger Kooperation mit den Gemeinden vorbereitet. Durch diese Partnerschaft stärken wir die Basis für die energetische Transformation des Emslandes“, betont Burgdorf.

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne hob das Engagement des Landkreises Emsland hervor, insbesondere mit dem Blick auf die Versorgungssicherheit von Deutschland.

„Das Emsland positioniert sich als zentraler Wasserstoff-Knoten Deutschlands und treibt mit großen Industrie- und Infrastrukturprojekten aktiv die Energiewende voran. Mit hohen Investitionen in Elektrolyseure, Pipelines und innovative Anwendungen entsteht hier eine Schlüsselregion für erneuerbaren Wasserstoff. So wird die Versorgungssicherheit Deutschlands gestärkt und der Aufbau eines nationalen Wasserstoffnetzes entscheidend vorangebracht: Das ist Voraussetzung für die Dekarbonisierung der deutschen Industrie“, so Grant Hendrik Tonne.

Infrastruktur schafft Verlässlichkeit für Investitionen

Für OGE-Geschäftsführer Detlef Brüggemeyer nimmt der Landkreis Emsland ebenfalls eine Vorreiterrolle für die Entwicklung der Wasserstoffzukunft ein: „Der Wasserstoffhochlauf ist wie eine Rockband kurz vor dem großen Konzert. Jeder braucht seine Rolle: Erzeuger, Abnehmer, Infrastruktur, Region und die Politik. Wenn alle einzeln spielen, dann ergibt es ein Chaos. Wenn aber Tempo und Zusammenspiel stimmen, dann entsteht Wirkung und Harmonie.“

OGE ist gemeinsam mit weiteren Gasnetzbetreibern von Bundesregierung und Bundesnetzagentur mit dem Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes seit Oktober 2024 beauftragt. OGE baue somit an der Infrastruktur für einen funktionierenden Wasserstoffmarkt und nehme die Rolle des Taktgebers ein, so Detlef Brüggemeyer. Der Gasnetzbetreiber sieht Wasserstoff nicht als Ergänzung, sondern als Zukunft.

„Mit dem Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstofftransportinfrastruktur schaffen wir Verlässlichkeit – die grundlegende Voraussetzung für Investitionen“, unterstreicht Detlef Brüggemeyer in seiner Keynote.

Zentraler Bestandteil der Wasserstoff-„Band“ sei das Land Niedersachsen, denn Küste, Import, Industrie und Speicher kommen hier lokal zusammen. OGE entwickelt hier ebenfalls das Wasserstoff-Kernnetz, denn in Niedersachsen entsteht reale Infrastruktur. Der Nordsee-Ruhr-Link III bildet mit der Wilhelmshaven-Küstenlinie und dem Nordsee-Ruhr-Link I die zentrale Verbindungsroute für den zukünftigen Wasserstofftransport von der Küstenregion in den Nordwesten von Deutschland. Doch das allein reicht nicht für den Wasserstoffhochlauf.

„Vieles ist bereit für die Wasserstoffzukunft. Das Land Niedersachsen und der Landkreis Emsland nehmen hierbei eine zentrale Rolle ein. Aber es bedarf auch weiterhin eine klare politische Unterstützung für den Wasserstoffhochlauf. Wenn Politik, Wirtschaft und Regionen zusammenarbeiten, dann kann dies gelingen“, betont der OGE-Geschäftsführer.

Der Landkreis Emsland steht beispielhaft für eine solche gute Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Region. Der frühe Fokus auf die Vernetzung der Wirtschaft mit Wasserstoff trägt hier zur energetischen Transformation bei. Die Vertragsunterzeichnung lässt die Entscheidung für die Investition in die Anbindung der Region an den Nordsee-Ruhr-Link III nun Realität werden.

Zum Nordsee-Ruhr-Link III

Die Wasserstofftransportleitung Nordsee-Ruhr-Link III verläuft von Bunde bis ins nordrhein-westfälische Wettringen. Die Leitung hat eine Länge von ca. 122 km und einen Durchmesser von DN 1200. OGE ist Bauherrin und gibt für den Nordsee-Ruhr-Link III 2027 als Jahr für die Inbetriebnahme an. Nach derzeitigem Stand der Planungen soll die Bauphase Ende Q3 2026 starten. Die Hauptbauphase liegt dann in 2027.

(Quelle: Landkreis Emsland)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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