Generic filters
FS Logoi

Prof. Lenz-Preis in Bratislava verliehen

Seit 2003 fördert die Stiftung Prof. Joachim Lenz im Institut für Rohrleitungsbau an der FH Oldenburg e.V. bilaterale Projekt-/Ingenieurarbeiten. Der alle drei Jahre ausgeschriebene Stiftungspreis in Höhe von 10.000 Euro ging in diesem Jahr an Prof. Dr. Georg Steinhauser und Dr. Sergiy Dubchak.

von | 04.10.18

Prof. Dr. Georg Steinhauser, Institut für Radioökologie und Strahlenschutz, Leibniz Universität Hannover (M.) und Dr. Sergiy Dubchak, State Ecological Academy of Postgraduate Education and Management, Kyiv, Ukraine (r.) nehmen den Stiftungspreis aus Händen von Prof. Dr.-Ing. Manfred Weisensee, Vorsitzender des Stiftungsausschusses der Stiftung Prof. Joachim Lenz, Präsident der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, entgegen. Foto: Stiftung Prof. Lenz

Auf der 5. Stiftungstagung in Bratislava wurden die beiden Preisträger für ihr Forschungsprojekt „Das Verlanden des Kühlwasserspeichers des Atomkraftwerks Tschernobyl und dessen Auswirkungen auf die aquatische Umwelt in der Region“ geehrt. Neben Grußworten von Prof. Dr.-Ing. Manfred Weisensee, Vorsitzender des Stiftungsausschusses der Stiftung Prof. Joachim Lenz, Oldenburg, Prof. Dipl.-Ing. Joachim Lenz, Oldenburg, MUDr. Iveta Plšeková, Stadt Bratislava, und Prof. Dr.-Ing. Stefan Stanko, Prorektor der Slovak University of Technology, zählte ein Festvortrag über „Die deutsch-slowakischen Beziehungen“ von Joachim Bleicker, Deutscher Botschafter in der Slowakischen Republik, zu den Höhepunkten der Veranstaltung.
Brückenschlag zwischen Ost und West
Für die Ausschreibung und Verleihung des Stiftungspreises gilt das besondere Interesse zukunftsorientierten Themen, Fragen und Lösungsansätzen sowie dem Wunsch, die Beziehungen zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarländern zu vertiefen und zu festigen. In diesem Sinne hätten die Preisträger mit ihrem Forschungsprojekt eine Brücke von europäischem Format geschlagen – darauf wies Weisensee in seiner Laudatio hin.
Steinhauser und Dubchak beschäftigen sich in ihrem Forschungsvorhaben insbesondere mit Auswirkungen des Reaktor-Unfalls von Tschernobyl im Jahr 1986, bei dem große Flächen der Umgebung des AKW u. a. mit hochradioaktiven Brennstoffpartikeln – sogenannten „hot particles“ – kontaminiert wurden. Diese regneten nach dem Super-Gau auf die umliegenden Gewässer nieder und wurden im anoxischen Schlick am Grund der Gewässer konserviert. So auch im Kühlteich des AKW Tschernobyl dessen Wasserspiegel nach Beendigung der Befüllung sinkt. Das führt dazu, dass die hot particles am freigelegten Ufer nun erstmals Luftsauerstoff ausgesetzt werden, wodurch sie korrodieren und ihre hoch radiotoxischen „Inhaltsstoffe“ freisetzen.
Einmaliges Phänomen
Steinhauser und Dubchak wollen dieses einmalige Phänomen über längere Zeit hinweg beobachten und die Auswirkungen auf die aquatische Umwelt quantifizieren. Mit der Verleihung des Prof. Lenz-Preises fühlen sich die beiden Forscher in ihrem Engagement bestätigt: „Die Unterstützung der Prof. Joachim Lenz Stiftung ermöglicht uns die Realisierung des Projekts nicht nur aus finanzieller Sicht – die mit dem Stiftungspreis zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung bestärkt uns, an die Relevanz der Thematik zu glauben und das Projekt zum Erfolg zu führen“, so Steinhauser bei der Preisverleihung.
Kontakt: www.stiftung-prof-lenz.de

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Kunststofftechnik für schwimmende Aquakultursysteme
Kunststofftechnik für schwimmende Aquakultursysteme

In Norwegen realisierte Bluegreen vollständig geschlossene, schwimmende Aquakulturanlagen aus Polyethylen für FishGlobe Technologies. Die Agru Kunststofftechnik GmbH mit Sitz in Bad Hall (Oberösterreich) lieferte dafür tragende Kunststoffhalbzeuge und Rohrleitungen. Die Anlagen ermöglichen eine kontrollierte Fischproduktion unter anspruchsvollen maritimen Einsatzbedingungen.

mehr lesen
„Eigentlich wollte ich Braumeister werden“
„Eigentlich wollte ich Braumeister werden“

Anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstordens spricht Prof. Wolfgang Günthert über die Bedeutung dieser Auszeichnung für die Wasserwirtschaft, über prägende Stationen seiner Laufbahn und darüber, was junge Ingenieurinnen und Ingenieure aus seiner Erfahrung mitnehmen können. Das Interview führte Sina Ruhwedel für die Ausgabe 06-2026 der gwf Wasser + Abwasser.

mehr lesen
DWA-Entwässerungspass: Klarheit beim Umgang mit Grundstücksentwässerungsanlagen
DWA-Entwässerungspass: Klarheit beim Umgang mit Grundstücksentwässerungsanlagen

Der Entwässerungspass der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) schafft einheitliche Standards und mehr Rechtssicherheit im Umgang mit Grundstücksentwässerungsanlagen. Angesichts unterschiedlicher landesrechtlicher und kommunaler Vorgaben sowie steigender Anforderungen an Betrieb, Nachweisführung und Objektschutz bietet die DWA mit dem im November 2025 veröffentlichten Instrument eine praxisnahe Lösung für Eigentümer, Kommunen und Fachbetriebe.

mehr lesen
FNB Gas veröffentlicht Versorgungssicherheitsbericht 2026
FNB Gas veröffentlicht Versorgungssicherheitsbericht 2026

Die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber (FNB Gas) haben erstmalig ihren Bericht zur Versorgungssicherheit vorgelegt. Im Rückblick auf den Winter 2025/2026 analysiert der Bericht die Gesamtsituation im LNG-Markt und zeigt die Bedeutung von Erdgasspeichern bei der Versorgungssicherheit auf.

mehr lesen

Publikationen zum Thema