17. Symposium Pipelinetechnik in Bochum
PROGRAMM
Donnerstag, 18. Juni 2026 (Beginn 9:00 Uhr - Ende 16:00 Uhr)
Digitalisierung der Instandhaltung bei einem Betreiber kritischer Infrastruktur: Implementierung eines LDAR-Managementsystems zur Erfüllung der EU-Methanverordnung
Steve Thomßen, GEOMAGIC GmbH, Leipzig
Die EU-Methanverordnung stellt Netzbetreiber vor neue Herausforderungen in der Überwachung, Dokumentation und Reparatur von Leckagen (Leak Detection and Repair – LDAR). Um diesen gesetzlichen Anforderungen proaktiv zu begegnen und gleichzeitig die Effizienz der Instandhaltungsprozesse zu steigern, hat ein großer Fernleitungsnetzbetreiber ein strategisches Digitalisierungsprojekt initiiert. Dieser Vortrag präsentiert die Konzeption und die ersten Phasen der Einführung einer zentralen Softwarelösung für Instandhaltungsaufgaben. Im Fokus steht die erste fachliche Implementierung: ein digitales LDAR-Programm. Es werden die Kernanforderungen an das System erläutert, insbesondere die lückenlose Dokumentation von Messergebnissen und die Steuerung der nachgelagerten Aufgabenprozesse. Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der Strategie zur Datenintegration, die eine Anbindung an bestehende Systeme vorsieht, um eine konsistente Datenbasis zu schaffen und Redundanzen zu vermeiden.
Prüfung von Berichten gemäß Methan-Emissionsverordnung
Leckortung mittels vollautomatischer Drohne unter Einhaltung der EU-Methanverordnung
Die EU-Methanrichtlinie fordert von Pipeline-Betreibern die intervallhafte Prüfung aller Gasinfrastruktur auf Methanemissionen. EMPITs METHASCAN ermöglicht eine effiziente Durchführung der Methanemissionsmessung und Leckageortung luftgestützt mittels SAIL-III zertifizierter Drohne. Die Drohne operiert BVLOS mit einer Reichweite von 150 km pro Akkuladung, wobei die Zertifizierung auch die Inspektion in besiedelten Gebieten zulässt. Dies bietet eine kostengünstigere Alternative zu Helikopterübefliegungen und ermöglicht den Zugang zu Gebieten, die für fahrzeuggeführte oder personengetragene Messverfahren unzugänglich sind.
Neubau eines Elektrolyseurs und einer Wasserstoffpipeline in Österreich
Projekte im Pipelinebetrieb resultierend aus Infrastrukturmaßnahmen Dritter und Starkregenereignissen
Neben dem Pipeline Tagesgeschäft gibt es immer wieder Vorhaben und Ereignisse, die nicht ganz alltägliche Projekte mit sich bringen. Dazu gehören beispielsweise der Neubau einer Rohrbrücke im Ruhrgebiet resultierend aus dem 6-streifigen Ausbau einer Autobahn, aber auch eine Hangsicherung zum Schutz der dort verlaufenden Rohrfernleitungen in Baden-Württemberg verursacht durch Starkregenregenereignisse im Juni 2024.
Oberflächenzerstörungsfreie Leitungs- und Wurzeldetektion mittels Georadar
Bei dem Georadar-Verfahren handelt es sich um ein etabliertes Messverfahren, bei dem mittels hochfrequenter magnetischer Wellen Leitungen und Starkwurzelverläufe im Boden sichtbar gemacht werden können. Das Verfahren erfolgt oberflächenzerstörungsfrei, zeitoptimiert und mit interpretierbaren Ergebnissen bis hin zu 3D-Modellen der detektierten Bodenschichten. Dieses Verfahren ermöglicht zudem eine Überprüfung der aus der Anwendung des DVGW GW 125-B1 resultierenden kritischen Baum-Leitungs-Situationen ohne ressourcenbindenden und kostenintensiven Leitungstiefbau.
Sicherheit gegen Eingriffe Dritter bei der FBG zur Gewährleistung der Leistungserbringung für Bundeswehr und NATO
Wolfgang Heilmann, Fernleitungs-Betriebsgesellschaft mbH, Bonn
Die Fernleitungs-Betriebsgesellschaft mbH (FBG) betreibt im Auftrag der Bundeswehr die Anteile der NATO-Pipelinesysteme in Deutschland. Diese Systeme dienen der Versorgung der deutschen und alliierten Streitkräfte in Europa, vornehmlich mit Flugkraftstoff. Die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa stellt signifikante und zum Teil neue Herausforderungen an die FBG. Im Vortrag werden zunächst der Verbund der NATO-Pipelinesysteme sowie die spezifischen Aufgaben und Organisation der FBG im Zusammenhang von Planung, Bereitstellung, Bevorratung und Nutzung von Kraftstoffen vorgestellt. Im Weiteren werden technologische und strategische Konzepte beschrieben, um von Seiten der FBG auch in Krise und Krieg vor dem Hintergrund operativer und logistischer Verwundbarkeiten die sichere, resiliente und möglichst autarke Kraftstoffversorgung zu gewährleisten. Insbesondere wird hierbei auf die vorhandenen sowie geplanten organisatorischen, technischen und infrastrukturellen Maßnahmen zur Bewachung und Absicherung der Anlagen der FBG als verteidigungswichtige Infrastruktur eingegangen.
Schutz der eigenen kritischen Infrastruktur – Was darf man und was darf man nicht bei der Abwehr von Eingriffen Dritter aus juristischer Sicht?
CO2 und Einfluss auf den Rohrwerkstoff
Dr. Georg Golisch, TÜV Rheinland Industrie Service GmbH, Köln
Die Speicherung und Wiederverwendung von CO2 (CCS/CCU) ist für eine erfolgreiche Decarbonisierungsstrategie unerlässlich. Für den Transport großer Mengen bieten sich Pipelines an. Bei Neubau oder Umstellung einer Rohrleitung auf CO2 sind zusätzliche Aspekte hinsichtlich der Rohrintegrität zu berücksichtigen. Welche Anforderungen insbesondere an den Werkstoff gestellt werden müssen, ist in nationalen und internationalen Normen (wie ISO27913, DVGW C463, DNV RP F104) angeführt. Dieser Vortrag soll einen detaillierten Überblick dieser Anforderungen geben.
REFERENTEN

Norbert Heidelmann

Wolfgang Heilmann

Dr. Georg Golisch

Michael Honds

Kathrin Kortenbach

Markus Niewerde

Dr. Michael Neupert

Dr. Gundula Stadie

Dr. Jakob Stumme

Steve Thomßen
GEOMAGIC GmbH, Leipzig
KURZ INFORMIERT
Teilnehmerpreise
Preise (zzgl. USt):
- 615,- € (regulär)
- 560,- € (Abonnenten der Zeitschrift 3R)
- 390,- € (Behördenvertreter)
- 520,- € (Online-Teilnehmer)
- 1.030,- € (Kombi-Ticket inkl. 20. Praxistag Korrosionsschutz, regulär)
- 980,- € (Kombi-Ticket inkl. 20. Praxistag Korrosionsschutz, reduziert)
- 910,- € (Kombi-Ticket inkl. 20. Praxistag Korrosionsschutz, online)
Anreise
Unterkunft
Für Ihre Übernachtung in der Nähe empfehlen wir Ihnen:
H+ Hotel Bochum
Stadionring 22
44791 Bochum
Website: www.hplusbochum.de
Mail: reservierungBO@h-hotels.com
Telefon: +49 234 / 92 566-511
Das Abrufkontingent ist bis zum 1. Juni 2026 verfügbar.
Ihr Stichwort: 3R
Erfahrungsaustausch
Am Vorabend des Symposiums Pipelinetechnik (17. Juni 2026) findet ein Erfahrungsaustausch ab 18:30 Uhr statt. Die Lokalität wird in Kürze bekanntgegeben. Die Anmeldung ist kostenpflichtig (80 €). Die Buchung erfolgt über das Anmeldeformular. Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahl begrenzt ist.
Am Vorabend des Praxistags Korrosionsschutz (16. Juni 2026) findet ein weiterer Erfahrungsaustausch in der Grillakademie Ruhr ab 18:00 Uhr statt. Mit Special Event: Kickerturnier powered by Steffel KKS GmbH. Die Anmeldung ist nur möglich bei Besuch beider Veranstaltungen und ist kostenpflichtig (90 €). Die Buchung erfolgt über das Anmeldeformular. Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahl begrenzt ist.
Daniela Brown
Media Sales Veranstaltungen
+49 201 82002-58
d.brown@vulkan-verlag.de
Annamaria Weinert
Veranstaltungsmanagement
+49 201 82002-63
a.weinert@vulkan-verlag.de












