Generic filters
FS Logoi

Trinkwasserleitung an der Rialtobrücke mit BlueLine® saniert

Nicht nur die schwer zugängliche Einbaustelle in unmittelbarer Nähe der Rialtobrücke am Canal Grande in Venedig machte die Sanierung einer Trinkwasser-Druckrohrleitung zu einem besonderen Projekt.

von | 07.12.16

Außergewöhnlicher Anfahrtsweg: Den malerischen Weg zwischen Tränkungswerk und Einbaustelle legte der BlueLiner auf dem Canal Grande mit dem Boot zurück. Foto: DIRINGER&SCHEIDEL ROHRSANIERUNG

Unter anderem zählte der Tidenhub in der aus 118 Inseln bestehenden Lagunenstadt zu einer Reihe von außergewöhnlichen Herausforderungen, die die Spezialisten vom italienischen Tochterunternehmen der DIRINGER & SCHEIDEL ROHRSANIERUNG GMBH & CO. KG mit technischem Know-how, einer anspruchsvollen Verfahrenstechnik und einem ausgeklügelten logistischen Konzept zur Zufriedenheit des örtlichen Wasserversorgers Veritas S.p.A. meisterten. So lagen Start- und Zielbaugrube zeitweilig unter Wasser, zudem verlief die zu sanierende Leitung in Form einer Etage mit vier 30°-Bögen über eines der beiden Brückenwiderlager, deren Gründungen aus Pfahlrosten mit jeweils 6000 gerammten Holzpfählen bestehen. Bei der Ertüchtigung der Trinkwasser-Druckrohrleitung mit dem Nenndruck PN 10 und einer Nennweite DN 400 kam mit dem System BlueLine® ein Produkt zum Einsatz, das für die grabenlose Sanierung von Druckrohrleitungen im Trinkwasserbereich entwickelt worden ist. Insbesondere die mobile und modular aufgebaute Einbautechnik des Verfahrens sowie die Bogengängigkeit des Liners schufen die Voraussetzungen dafür, dass der BlueLiner eine erfolgreiche Premiere in Venedig erlebte.
Arbeiten im Weltkulturerbe
Die architektonischen Besonderheiten, die Venedig zur Sehenswürdigkeit von Weltrang machen, hatten erheblichen Einfluss auf den gesamten Ablauf der Baumaßnahme – angefangen beim Transport des Materials zur im historischen Stadtkern gelegenen Einbaustelle, die nicht mit herkömmlichen Baufahrzeugen angefahren werden konnte. „Dass das Pilotprojekt dennoch erfolgreich abgeschlossen werden konnte, ist nicht zuletzt der akribischen Planung im Vorfeld zu verdanken“, betont Dipl.-Ing. (FH) Jens Wahr von der D&S Rohrsanierung, Niederlassung Herne, der den italienischen Kollegen als Berater vor Ort zur Seite gestanden hat. Bei der Baustellenvorbereitung kam es ganz entscheidend auf die Planung und Einhaltung verschiedener Zeitfenster an. In diesem Zusammenhang machte sich der modulare Aufbau des BlueLine®-Anlagentechnik bezahlt, welche eine Baustelleneinrichtung an verschiedenen Stellen gestattete. So wurde etwa die mobile Tränkungsanlage an einer Kaimauer im Hafen des Netzbetreibers außerhalb des Stadtzentrums installiert, von der aus die Einbaustelle über den Canal Grande per Boot erreicht werden konnte. Die für den Einbau und die Aushärtung erforderliche Inversionstrommel mit Dampferzeuger hingegen wurde auf einem Ponton direkt neben der Einbaustelle positioniert. „Da der Wasserstand an der Einbaustelle vom Tidenhub abhängig war und die Baugruben teilweise unter Wasser standen, konnte der Einbau des Liners nur in einem Zeitfenster rund um das Niedrigwasser erfolgen“, erklärt Wahr. Da das Wasser in der Lagune am Tag der Sanierung laut Vorhersage gegen 19.00 Uhr wieder eine für den Einbau kritische Höhe erreichen sollte, erforderte der gesamte Ablauf vom Tränken des Schlauchliners mit einem Zweikomponenten-Epoxidharz über den Transport zum Einsatzort und den Einbau des Liners bis hin zur Aushärtung eine generalstabsmäßige Planung.
Einbau auf den Punkt
Pünktlich um 13 Uhr fiel im Hafen der Startschuss für das Tränken und Kalibrieren des Liners. Die Komponenten der SPS-gesteuerten, vollautomatischen und als geschlossenes System arbeitenden Dosier- und Tränkanlage sind optimal auf das Verfahren abgestimmt. Die Harz- und Härtertanks bieten ein Volumen von 3.800 kg, die Vollklimatisierung stellt eine von äußeren Einflüssen unberührt gleichbleibende Harztemperatur sicher. „Regelbare Förderpumpen transportieren definierte Harz- und Härtermengen zum Zwangsmischer, dort werden diese unter Luftausschluss zusammengeführt und anschließend in den vakuumierten Liner eingebracht“, erläutert Wahr. „Dabei überwachen und dokumentieren integrierte elektronische Messgeräte kontinuierlich sämtliche systemrelevanten Daten.“ Aus der Tränkungsanlage wurde der Liner dann auf direktem Weg in ein Boot verladen, das den vorbereiteten Schlauch auf dem Wasserweg an den Einsatzort brachte. Nach rund 20-minütiger Fahrt entlang der malerischen Kulisse des Canal Grande wurde der Liner vom Boot in die auf einem Ponton installierte Inversionstrommel geführt und im Inneren aufgewickelt. Entsprechend des Zeitplans erfolgte dann ab 17 Uhr das Inversieren des Liners mittels Druckluft in das zu sanierende Rohr und die anschließende Aushärtung mit Wasserdampf. Nach der Aushärtung wurde der Liner am Start- und Zielpunkt im Rohr zurückgeschnitten und mit trinkwasserzugelassenen RedEx®-Manschetten an die Altrohrleitung angebunden. Das Ergebnis: ein neues Rohr, dessen Standard und Qualität den hohen Anforderungen einer Herstellung im Werk entspricht, und das – völlig ohne Unterstützung des Altrohres – alle anfallenden und statischen Außen- und Innenlasten übernimmt.
Souverän gelöst
Was sich auf dem Papier wie Routine ausnimmt, war aufgrund der ungewöhnlichen Rahmenbedingungen in Wirklichkeit eine höchst komplexe Aufgabe, die neben dem Sinn fürs richtige Timing regelrechte Steuermannsqualitäten erforderte. Allen Herausforderungen zum Trotz haben die ROTECH-Spezialisten die knifflige Arbeit am Weltkulturerbe souverän gemeistert – mehr noch: „Aufgrund der tollen Heizwerte, die wir beim Aushärten des Liners schnell erreicht haben, konnten wir die Arbeiten sogar zwei Stunden vor dem geplanten Fertigstellungszeitpunkt abschließen“, resümiert Karl-Heinz Robatscher von der in Südtirol beheimateten ROTECH Srl.

Kontakt:
DIRINGER & SCHEIDEL GmbH & Co. Beteiligungs KG, Mannheim, Tel. +49 (0)621 86 07-0, info@dus.de ,www.dus-rohr.de

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Talsperren bewahren die Ruhr vor dem Trockenfallen
Talsperren bewahren die Ruhr vor dem Trockenfallen

Im Einzugsgebiet der Ruhr sind im Juli nur 22 Millimeter Niederschlag gefallen, 77 Prozent weniger als üblich, wie der Ruhrverband am 7. August mitgeteilt hat. Ohne den Ausgleich durch das Talsperrensystem wäre der Fluss am Pegel Villigst bei Schwerte an 18 von 31 Tagen streckenweise trockengefallen.

mehr lesen
Wärmewende: Studie bestätigt Rolle von Wärmepumpen und Wärmenetzen
Wärmewende: Studie bestätigt Rolle von Wärmepumpen und Wärmenetzen

Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE und Öko-Institut haben die zweite Ausgabe ihrer Studie zur kommunalen Wärmeplanung vorgelegt. Darin haben sie die Ergebnisse aus rund 380 Wärmeplänen von etwa 940 Kommunen ausgewertet. Die Untersuchung bestätigt, dass Wärmepumpen und Wärmenetze die tragenden Säulen der künftigen Wärmeversorgung in Deutschland bilden, zeigt jedoch weiterhin Lücken bei den Annahmen zu Gebäudesanierung, Biomasseeinsatz und industrieller Prozesswärme.

mehr lesen
Behörde benennt Prüfstelle für Niederschlagswasser an Bahnanlagen
Behörde benennt Prüfstelle für Niederschlagswasser an Bahnanlagen

Das Eisenbahn-Bundesamt hat das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur als Prüfstelle für dezentrale Niederschlagswasserbehandlungsanlagen an Bahnanlagen benannt, wie das Institut am 5. August mitgeteilt hat. Hersteller können die Reinigungsleistung ihrer Systeme damit künftig für den Einsatz an Gleisanlagen nachweisen lassen, wo neben Schwermetallen auch Herbizide im Abfluss auftreten können.

mehr lesen
CO2-Bilanzierungsregeln bestimmen Wirtschaftlichkeit von Elektrolyseanlagen
CO2-Bilanzierungsregeln bestimmen Wirtschaftlichkeit von Elektrolyseanlagen

Forschende der Universität Mannheim haben berechnet, wie sich CO₂-Bilanzierungsregeln auf die Wirtschaftlichkeit von Power-to-Gas-Anlagen auswirken. Die im Nature Communications veröffentlichte Studie nimmt dabei die Perspektive gewinnorientierter Unternehmen ein. Die Ergebnisse zeigen: Strenge Regeln bieten ausreichende Investitionsanreize bei Renditen von 8 bis 15 Prozent, garantieren aber keinen kohlenstoffarmen Wasserstoff. Weniger strenge Regeln erhöhen die Renditen auf bis zu 23 Prozent.

mehr lesen
WONKa: Bundesnetzagentur ordnet Wasserstoffnetzkosten und Kapitalverzinsung neu
WONKa: Bundesnetzagentur ordnet Wasserstoffnetzkosten und Kapitalverzinsung neu

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 29. Juli ein Verfahren zur Neuregelung der Netzkosten und der Kapitalverzinsung für Wasserstoffnetze eingeleitet. Die „Festlegung für einen Wasserstoff-Ordnungsrahmen zu den Netzkosten und Methoden der Kapitalverzinsung” (WONKa) löst die bisherige „Verordnung über die Kosten und Entgelte für den Zugang zu Wasserstoffnetzen“ (WasserstoffNEV) ab und soll eine Regelungslücke bei den Zinssätzen für die Kapitalverzinsung schließen. Sie soll für die Kostengenehmigungsverfahren ab dem Jahr 2028 in Kraft treten. Ein Konsultationsentwurf ist für Dezember angekündigt.

mehr lesen

Publikationen zum Thema