Das Abwasser im Hauptsammler erreicht je nach Jahreszeit und Nutzung eine Temperatur von etwa 15 bis 30 Grad Celsius. Diese bislang ungenutzte Wärme soll künftig über die vom WVER im neuen Abwasserkanal eingebauten Wärmetauscher gewonnen, im Heizwerk der SWD auf dem Gelände aufgenommen und anschließend in ein vom Eigentümer der Glashütte errichtetes Wärmenetz eingespeist werden.
Reichert begründete die Maßnahme mit der Erneuerung des Hauptsammlers im Bereich Düren: „Da wir den Hauptsammler ohnehin erneuern, können wir die dafür notwendigen Voraussetzungen frühzeitig mitdenken.“
Die Nutzung der Abwärme aus dem Abwassersystem ermöglicht es, das bisher eingesetzte Erdgas auf dem gesamten Areal zu ersetzen. So wollen die Projektpartner die Menschen und Betriebe im Glashüttenquartier mit CO₂-neutraler Wärme versorgen. Nach Fertigstellung des neuen Wärmenetzes können nach eigenen Angaben auf dem Glashütten-Areal über 200 Tonnen CO₂ pro Jahr vermieden werden.
Creeten ergänzte: „Wenn Abwasser, das ohnehin durch unsere Stadt fließt, künftig zur Versorgung eines Gewerbestandorts beitragen kann, ist das ein Signal für regionale Energielösungen.“
Inbetriebnahme für 2028 geplant
Die Partner setzen das Wärmenetz in zwei Bauabschnitten um. Im ersten Abschnitt erschließen sie Bereiche, in denen Unternehmen bereits Büroräume und Werkstatthallen betreiben. Im zweiten Abschnitt binden sie den noch in Entwicklung befindlichen Teil des früheren Glashüttengeländes an. Die Inbetriebnahme des Wärmenetzes ist nach Abschluss der Bauarbeiten für 2028 vorgesehen.
Die Investitionssumme für das Projekt liegt bei rund 5 Millionen Euro. Die Stadtwerke Düren tragen davon rund 60 Prozent, WVER und Glashütte Düren jeweils rund 20 Prozent. Der Bund fördert das Vorhaben bereits in der Planungsphase und stellt für die Umsetzungsphase weitere rund 2 Millionen Euro bereit.
Bereits 2023 prüften SWD und WVER die Nutzungsmöglichkeiten von Abwärme aus dem Dürener Abwassersystem und der Kläranlage Düren-Merken. Gespräche zwischen der SWD und den Eigentümern der Glashütte über eine Wärmeversorgung des Quartiers liefen bereits seit 2019.






