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Baustellenkoordination beim Ausbau der Wärmenetze

Der Auf- und Ausbau von Wärmenetzen wird in den deutschen Städten und Kommunen ein zentraler Bestandteil der Wärmewende sein. Laut einer gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung und der Energiebranche im Juni 2023 soll sich allein die Anzahl der an die Fernwärmenetze angeschlossenen Gebäude bis 2045 jährlich um 100.000 steigen und damit gegenüber heute insgesamt verdreifachen. Damit […]

von | 28.05.24

Baustellenatlas von infrest
Bild: infrest

Der Auf- und Ausbau von Wärmenetzen wird in den deutschen Städten und Kommunen ein zentraler Bestandteil der Wärmewende sein. Laut einer gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung und der Energiebranche im Juni 2023 soll sich allein die Anzahl der an die Fernwärmenetze angeschlossenen Gebäude bis 2045 jährlich um 100.000 steigen und damit gegenüber heute insgesamt verdreifachen. Damit einhergehend wird es in den kommenden Jahren in vielen Städten zu massiven Tiefbaumaßnahmen kommen, um die für die Wärmeversorgung notwendigen Rohre und Infrastrukturen im Straßenraum zu verlegen.

Um die Belastung durch die Baumaßnahmen und mögliche Verkehrsbeeinträchtigungen für die Einwohner und Anrainer möglichst gering zu halten, gewinnt die unternehmens- und spartenübergreifende Koordinierung von Baumaßnahmen im Straßen- und Tiefbaubereich weiter an Bedeutung. Nicht zuletzt deshalb hat sich jetzt der Berliner Energieversorger BTB GmbH dazu entschieden, sich am infrest Baustellenatlas in Berlin zu beteiligen. Die BTB versorgt über ein Wärmeverbundnetz rund 80.000 Wohnungen, Gewerbeimmobilien, öffentliche Einrichtungen und wichtige Industrie- und Forschungsstandorte in der Hauptstadt mit nachhaltiger Wärme, Strom, Kälte. Der von der infrest – Infrastruktur eStrasse GmbH gemeinsam mit den Berliner (Energie-) Netzbetreibern entwickelte infrest Baustellenatlas (BSA) ist in Berlin bereits im Jahr 2016 eingeführt worden und wird inzwischen auch in Köln, Düsseldorf, Gelsenkirchen und im Landkreis Ahrweiler eingesetzt.

Die webbasierte Software as a Service (SaaS) Lösung ermöglicht es den teilnehmenden Unternehmen, zeitliche und räumliche Überschneidungen ihrer geplanten Baumaßnahmen frühzeitig zu identifizieren und ihre Baumaßnahmen zu koordinieren. Im Idealfall kann die Koordinierung neben kürzeren Gesamtbauzeiten auch zu deutlichen Kostenersparnissen führen. Gemeinsam mit der BTB verfügen in Berlin inzwischen rund 20 große Infrastrukturbetreiber und erste Verwaltungen über Schreib- und/oder Leserechte im infrest Baustellenatlas und können ihre geplanten Bauvorhaben schon während der Planung im System hinterlegen. Bei einer möglichen Überschneidung werden die Verantwortlichen vom System automatisch informiert und können sich direkt an die im System hinterlegten Fachkollegen in den anderen Unternehmen wenden, um über eine gemeinsame Durchführung zu sprechen. Neben dem georeferenzierten Überblick aller geplanten Baumaßnahmen können zur besseren Planung auch Umleitungen, Aufgrabeverbote und Veranstaltungen im städtischen Raum im System hinterlegt werden.

Verkehrsplanung im Blick

Oft gehen die geplanten Tiefbauarbeiten auch mit Verkehrseinschränkungen einher. Um hier mehr Transparenz zu schaffen, hat die infrest ihre webbasierte Lösung im vergangenen Jahr in Richtung Verkehrsplanung erweitert. Die Infrastrukturbetreiber bzw. die von ihnen beauftragten Verkehrsplaner können die für die Baumaßnahmen notwendigen Verkehrsänderungen in Verbindung mit Umleitung hinterlegen. Häufig wird von den städtischen Verkehrsunternehmen bei Bautätigkeiten an den Gleisnetzen ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Um bei der Planung neuer Baumaßnahmen die Behinderung dieser temporären Verkehrsverbindungen zu vermeiden, können die Verkehrsbetriebe diese auch in den infrest Baustellenatlas einbinden. Das führt im Resultat zu weniger Staus und einem besseren Verkehrsfluss im Wirtschaftsverkehr.

Als webbasierte Software as a Service (SaaS) Lösung findet der infrest Baustellenatlas deutschlandweit immer größeres Interesse und wird seit einigen Jahren bereits erfolgreich in Köln, Düsseldorf, Gelsenkirchen sowie im von der Hochwasser-Katastrophe betroffenen Landkreis Ahrweiler genutzt. „Nicht zuletzt durch den massiven Aus- und Umbau der bestehenden Energieinfrastruktur durch die bevorstehende Wärmewende befinden wir uns zurzeit mit weiteren Städten und Infrastrukturbetreibern in Gesprächen, die von den Vorteilen der frühzeitigen Koordinierung ihrer Planungs- und Tiefbauarbeiten profitieren wollen,“ so infrest-Geschäftsführer Jürgen Besler abschließend.

(Quelle: infrest)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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