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Berstverfahren bei Erneuerung von Schmutzwasserkanal im Einsatz

Im Oldenburger Münsterland wurde in der Graf-von-Galen-Straße in Steinfeld ein rund 430 m langer Schmutzwasserkanal im grabenlosen Berstverfahren erneuert. Das vorhandene Steinzeugrohr wurde dabei durch ein neues Rohr aus Polypropylen ersetzt, ohne die Leitung in offener Bauweise über die gesamte Länge freizulegen.

von | 24.04.26

Erster Einsatz des neuen Grundoburst 800G in Steinfeld
Bild: Tracto Technik

Der bestehende Kanal war über Jahrzehnte in Betrieb und wies altersbedingte Schäden auf. Eine vorherige TV-Inspektion hatte deutliche bauliche Mängel gezeigt, die die Betriebssicherheit beeinträchtigten. Hinzu kam, dass der Leitungsquerschnitt hydraulisch überlastet war und die anfallenden Mengen bei stärkeren Abwasserbelastungen nicht mehr zuverlässig aufnehmen konnte.

Die Sanierungsarbeiten fanden im bewohnten Siedlungsbereich unter beengten Platzverhältnissen statt. Da der Kanal unter einem Gehweg mit angrenzenden Bäumen und Versorgungsleitungen verlief, wäre eine offene Bauweise mit deutlich mehr Eingriffen in die Oberfläche verbunden gewesen. Deshalb entschied sich die Gemeinde für die grabenlose Erneuerung durch die Sanierungstechnik Dommel GmbH.

Neues Berstsystem im Einsatz

Die neuen Kurzrohre aus PP-HM DN 250. Bild: Sanierungstechnik Dommel

Beim Berstverfahren wird das bestehende Rohr von innen aufgebrochen und gleichzeitig ein neues Rohr in die vorhandene Trasse eingezogen. Der Zugang erfolgt über Schächte oder punktuelle Baugruben. In Steinfeld wurde das Verfahren in gleicher Trasse mit Rohren aus PP-HM DN 250 umgesetzt. Wegen der vielen Leitungen im Umfeld und der hohen Bodendichte wurde das neue Rohr nicht nur eingezogen, sondern zugleich auch eingeschoben. Dadurch ließen sich die Baugruben kleiner halten und aufwändige Widerlager reduzieren.

Besonders im Fokus stand der erste Einsatz des neuen Berstsystems Grundoburst 800G von Tracto Technik. Die Anlage verfügt laut Hersteller über eine Zugkraft von 80 Tonnen und dem kompakten „QuickLock-Gestängesystem“. Dadurch soll sie sich für enge innerörtliche Bereiche eignen und eine präzise Steuerung auch unter schwierigen Randbedingungen ermöglichen. In Steinfeld wurde mit Kurzrohren aus PP-HM DA 280 mal 18 mm gearbeitet, die für hohe Ringsteifigkeit, chemische Beständigkeit und eine lange Nutzungsdauer ausgelegt sind. Während der Arbeiten blieb die Abwasserableitung über ein mobiles Pumpensystem sichergestellt.

Das QuickLock-Gestänge sorgt für einen gleichmäßigen Einzug der neuen PP-HM-Rohre. Bild: Sanierungstechnik Dommel

Kürzere Bauzeit verringert Verkehrsbeeinträchtigung

Die Vortriebskräfte wurden in Echtzeit überwacht, sodass der Ablauf jederzeit kontrollierbar blieb. Als im Boden ein zuvor unbekanntes Hindernis auftauchte, konnte der Einzug durch die Kombination aus Zug- und Druckkräften dennoch planmäßig fortgesetzt werden. Nach dem Einbau erfolgten die Anbindung an die Schachtbauwerke über elastomer abgedichtete Schachteinführungen sowie eine Dichtheitsprüfung und eine TV-Inspektion. Anschließend wurde die Haltung in das digitale Kanalkataster der Gemeinde übernommen. Die kompakte Bauweise der Maschine verkürzte die Bauzeit und verringerte die Verkehrsbeeinträchtigungen zusätzlich.

„Der neue Grundoburst 800G erlaubt es uns, noch flexibler auf die höheren Anforderungen bei der grabenlosen Rohrerneuerung zu reagieren“, erklärt Benedikt Stentrup, Geschäftsführer der Sanierungstechnik Dommel GmbH. „Die Maschine kombiniert enorme Zugkraft mit einer sehr kompakten Bauweise. Das ermöglicht uns, auch unter schwierigen Bedingungen effizient zu arbeiten – mit deutlich weniger Eingriffen in die Oberfläche und spürbar kürzeren Bauzeiten.“

(Quelle: Sanierungstechnik Dommel GmbH)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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