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HanseWerk Natur dekarbonisiert immer mehr Wärmenetze und setzt auf die „Grüne Wärmebox“

Dekarbonisierung von immer mehr Wärmenetzen mit „Grüner Wärmebox“

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Autor: Kathrin Mundt

HanseWerk Natur will weg vom Erdgas und setzt immer stärker auf fossilfreie Wärmeproduktion. „Wir erzeugen schon heute rund 40 % unserer Wärme auf Basis von Abwärme oder Erneuerbaren Energien. Unser Ziel ist aber, komplett fossilfrei zu werden“, sagt Dr. Nikolaus Meyer, technischer Geschäftsführer von HanseWerk Natur. „Daher entwickelt HanseWerk Natur seine bestehenden Wärmenetze weiter in Richtung grüne Wärme und hat mit der „grünen Wärmebox“ ein neues Produkt für alle Kommunen aufgelegt, die Wärme zukünftig fossilfrei erzeugen wollen.

„Die Box produziert Wärme schornsteinfrei auf Basis von Grünstrom, Erdwärme, Umgebungswärme und ggf. Abwasser oder Abwärme, die mittels einer Wärmepumpe nutzbar gemacht wird“, so Nikolaus Meyer. Die zentrale Wärmepumpe erzeugt Wärme (65 °C) und optional Kälte (6-20 °C). Sie versorgt Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhäuser und Gewerbebetriebe über ein Leitungssystem. Die sichtbaren Elemente der Grünen Wärmebox brauchen in etwa so viel Platz wie ein 40-Fuß-Container und 200 m Abstand zur Wohnbebauung. Sie wird so gestaltet, dass sie sich gut in die Landschaft einfügt, beispielsweise durch eine Holzfassade. Darüber hinaus wird je nach Bodenbeschaffenheiten und Wärmebedarf ein Feld für die Einbringung von Erdwärmesonden benötigt.

Dekarbonisierung von immer mehr Wärmenetzen

Außerdem optimiert HanseWerk Natur an vielen Stellen die bestehenden Wärmenetze: So bilden in Kropp bald ein Pelletkessel und Wärme aus Biogas sowie aus drei Wärmepumpen – teilweise mit eigenem Photovoltaik-Strom betrieben – den neuen Energiemix. „Hier haben drei Luft-Wärmepumpen mit bis zu 20 % einen maßgeblichen Anteil in unserem Fernwärmesystem“, erläutert Projektleiter Henrik Petersen. „Diese Erfahrungen sind sinnvoll für uns, um Großwärmepumpen andernorts mit industrieller Abwärme, geothermischer Wärme oder Abwasser zu betreiben.“

In Lütjenburg bringt HanseWerk Natur grüne Nahwärme aus Biomasse in das Wärmenetz. Der Liefervertrag mit get|2|energy sieht vor, zukünftig einen Brennstoff aus regionalem Gras- und Grünschnitt als Energieträger einzusetzen. „Wir nutzen einen Rohstoff, der sonst ungenutzt in der Natur verrotten würde“, erläutert Projektleiter Matthias Schumann. Bald startet der Bau einer Nahwärmeleitung, um den Biomasse-Kessel an das Netz anzuschließen.

In Wahlstedt entsteht derzeit für 10 Mio. Euro ein Holzgaskraftwerk. „Die Großkomponenten für die Anlage erwarten wir noch diesen Monat“, so Markus Weihe, Projektmanager bei HanseWerk Natur. „Statt klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre abzugeben, wird bei der Holzgaserzeugung ein großer Teil des Kohlenstoffs langfristig als Pflanzenkohle gebunden und steht für die weitere Verwertung zur Verfügung.“

Weitere innovative Energielösungen sind in Planung. „Für Neuberend erstellen wir einen Transformationsplan, um die größte Solarthermie-Anlage in Schleswig-Holstein zu installieren“, so Sarah-Maria Kubik. Mit Erdsonden und einer Wärmepumpe wird die Effizienz gesteigert. Zudem hat HanseWerk Natur eine Studie in Auftrag gegeben, welche die Nutzung von Erdwärme in mehr als 1.000 m Tiefe für sieben Standorte untersucht.

(Quelle: HanseWerk Natur)

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